Dr. Hagelauer und Dr. Smolle! Gestatten Sie, dass ich als Absolvent der Linzer Johannes Kepler Universität auch meinem ehemaligen Rechtslehrer und ehemaligen Präsidenten des Bundesrates Dr. Schambeck, der unter den Besuchern sitzt, einen respektvollen Gruß entbiete.
Sehr geehrte Damen und Herren! Der heutige Tag wird aufgrund Ihres Beschlusses und des Beschlusses des Nationalrats vom vergangenen Montag in das Geschichtsbuch des Landes Oberösterreich als besonderer Tag eingehen. Er wird einen besonderen Platz in der Geschichte des Landes bekommen.
Ja, ein großes Zukunftsprojekt mit einer, wie wir schon gehört haben, langen Vorgeschichte wird Wirklichkeit. Ich danke Ihnen vorweg für die sich abzeichnende Beschlussfassung auch in der Länderkammer.
Sehr geehrte Damen und Herren! Mit dem Beschluss für eine Medizinische Fakultät an der Johannes Kepler Universität nimmt die Politik ein ganz wichtiges Stück Zukunftssicherung wahr. Zukunftsverantwortung heißt, Entscheidungen aus der Perspektive der nächsten und der übernächsten Generation zu sehen.
Die demographischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Herausforderungen lassen in vielen Fragen heute keine Haltung zu, die man überschreiben könnte mit: Warten wir ab, schauen wir einmal! – Nein, hier ist handeln geboten. Gerade mit ihrem Ja zur Medizinischen Fakultät zeigt die Politik, dass sie entscheidungsfähig ist, dass sie rechtzeitig Weichen für Schienenstränge legt, die weit in die Zukunft hineinreichen. Ja, es ist für uns ohne Übertreibung ein Jahrhundertprojekt, eines für viele Generationen.
Ich möchte an dieser Stelle dem neuen Wissenschaftsminister Dr. Mitterlehner herzlich danken. Er hat dafür gesorgt, dass nach der Wahl gilt, was vor der Wahl zugesagt und vereinbart wurde. (Beifall bei der ÖVP sowie des Bundesrates Brückl.) Das ist nicht immer selbstverständlich, daher soll es auch erwähnt werden, denn das ist ein gutes Zeichen für Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit der Politik.
Ja, meine Damen und Herren, es ist noch gar nicht so lange her, dass sich die Politik europaweit von einigen vorgeblich smarten Herren der Finanzwirtschaft den Vorwurf gefallen lassen musste, zu unbeweglich, zu gegenwartsbezogen und zu entscheidungsschwach zu sein. Heute, eine Wirtschaftskrise später, wissen wir, wie viele dieser Herren gedacht haben: Interessant war für sie nur der nächste Quartalsbericht. Langfristige Risken wurden völlig ausgeblendet. Mit anderen Worten: Gegenwartsbezogener und zukunftsscheuer geht es gar nicht.
Zukunftsverantwortung zu übernehmen bedeutet, einen anderen Weg zu gehen, nämlich bereits heute die Chancen und Risken von morgen ins Blickfeld zu nehmen und sich darauf einzustellen. Im Fall der Medizinischen Fakultät bedeutet dies etwa, Antworten zu finden auf das Risiko, künftig zu wenig Mediziner im Land und insbesondere im ländlichen Raum zu haben, oder das Risiko, eben im Bereich der Forschung von anderen in Europa und darüber hinaus abgehängt zu werden.
Zukunftsverantwortung bedeutet neben Risikobereitschaft vor allem auch Chancenbewusstsein. Im Bereich Medizinische Fakultät werden eine Reihe von Chancen eröffnet – für ganz Österreich und natürlich insbesondere für Oberösterreich.
Erstens: Die Medizinische Fakultät bedeutet mehr Chancen für den gesamten Uni-Standort Österreich, insbesondere für Oberösterreich. Sie ist ein Beitrag – Zitat – „zur Realisierung der Vision einer ,breiten Spitze an leistungsstarken und international kompetitiven Einrichtungen‘“ – Zitatende –, wie sie eben im Hochschulplan formuliert ist. Mit ihrem dezidiert kooperativen Ansatz ist sie eine sinnvolle Ergänzung der medizinischen Universitätslandschaft.
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