BundesratStenographisches Protokoll827. Sitzung / Seite 65

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Klasse Volksschule alternative Leistungsbeurteilungen zu verwenden. Es werden 2 800 Schulversuche angesucht, und denen können wir eine Hürde nehmen, nämlich dass man nicht über den Landesschulrat eine Genehmigung einholen muss, wenn man alternative Leistungsbeurteilungen anbieten möchte, sondern das direkt im Klassen­forum erledigen kann, wenn es eine Klasse möchte, oder im Schulforum, wenn es die ganze Schule benötigt – von der ersten bis zur dritten Klasse.

Das ist so gedacht: Man kann die Ziffernnote beibehalten, man kann die Ziffernnote durch eine alternative Leistungsbeurteilung ersetzen, die wiederum sehr unterschied­lich ausschauen kann, oder man kann beides nebeneinander anbieten. Ich freue mich wirklich, dass es gelungen ist, dass die Talente und die Begabungen eines jeden Kin­des sehr vielseitig dargestellt werden können. An der legistischen Umsetzung arbeite ich gerade, denn ich glaube, dass das Regierungsprogramm im Bildungsbereich vom Bereich der Kleinsten bis zur Erwachsenenbildung wirklich sehr viele Möglichkeiten offen­lässt, schrittweise Veränderungen herbeizuführen.

Ich bin nicht für die Abschaffung der Noten, denn ich stehe dazu, dass die neue Matura benotet wird, dass die neue Matura bleibt, weil sie eine standardisierte Überprüfung für alle jungen Menschen ist, die sich dieser Prüfung unterziehen. Aber dazu kommen wir ohnehin noch bei der Beantwortung der Anfrage. Es ist klar, dass man die Ziffern­benotung nicht von heute auf morgen abschaffen kann, aber wir wollen Schritt für Schritt Alternativen bieten. Glückliche Kinder, entspannte Eltern, motivierte Lehrerinnen und Lehrer – das ist ja nicht nichts!

Ich komme daher gerne zur Beantwortung der Fragen.

Die Fragen 1 bis 3 möchte ich zusammenfassen:

Ich möchte noch einmal wiederholen, was ich schon angedeutet habe: Wir wollen, wie im Regierungsprogramm festgehalten, ermöglichen, dass in den ersten drei Volks­schulklassen eine alternative Leistungsbeurteilung möglich ist und dass jede Schule im Rahmen der Schulautonomie für sich entscheiden kann, in welcher Form sie Kinder beurteilt. Der Begriff Schulautonomie wird noch sehr wichtig werden, denn es gibt auch dazu von mir beziehungsweise von meinem Haus legistische Vorbereitungen, und zwar dahin gehend, wie man den Schulen mögliche weitere schulautonome Entschei­dungen an den Schulstandorten überlassen kann. Das heißt, die Schule kann das schulautonom entscheiden, muss keinen Schulversuch mehr anmelden, sondern kann direkt im Schulforum oder sogar nur im Klassenforum, wenn es nur eine Klasse macht, entscheiden. Das wollen wir schon ab dem Schuljahr 2014/15, also ab Herbst möglich machen und, wie gesagt, die Hürde der Schulversuche beseitigen.

Diese Maßnahmen gelten ja schon bis zur zweiten Klasse. Auch ich habe in meinem Bekanntenkreis viele Eltern, die sehr glücklich darüber sind, dass Kinder in jahrgangs­übergreifenden Klassen unterrichtet werden, dass es ein Kommen und Gehen gibt, dass Kinder nachrücken, dass Kinder mit älteren Kindern zusammenarbeiten, dass sie voneinander profitieren, was so enorm wichtig ist. Der Stolz der Kinder ist groß, wenn sie mit einem Pensenbuch oder mit anderen Formen der Darstellung ihrer Leistungen kommen und das ihren Lehrerinnen und Lehrern oder ihren Eltern präsentieren können, zum Beispiel in einem Eltern-SchülerInnen-LehrerInnen-Gespräch. Das sollten wir den Kindern nicht nehmen.

Was wir tun, ist, eine Verwaltungshürde zu beseitigen, schulautonom entscheiden zu lassen und einen Jahrgang dazu zu nehmen. Daher freue ich mich sehr, dass heute auch Klarheit darüber herrscht, dass die Eltern auch in Zukunft selbstverständlich mit­entscheiden werden, wie sich die Leistungsbeurteilung ihrer Kinder darstellen kann. Da wir in einer Demokratie leben und zwei Drittel der Eltern und der Lehrer das wollen, wird das jede Schule für sich entscheiden können.

 


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