abzuschaffen. In der nächsten Legislaturperiode kommt dann wahrscheinlich die gesamte Volksschule dran und so weiter.
Sie haben auch gesagt, die Kompetenz könne man nicht anhand von Noten beurteilen. Ich frage mich, warum in allen modernen Managementprozessen es schlussendlich auch ganz wesentlich um Evaluierung geht. Um diese Evaluierung von Prozessen, von Zielerreichungsgraden vornehmen zu können, gibt es Messgrößen. Nach möglichst objektiven Kriterien werden Messgrößen gesucht, um das durchführen zu können. Je mehr dies Zahlen und Daten sind, desto objektiver werden diese Messgrößen angesehen, im Gegensatz zu weichen Messgrößen.
Ich frage mich schon: Warum soll das ausgerechnet in der Schule und für unsere Kinder nicht gelten?
Wo ist dann eigentlich die Beurteilung der Kompetenz bei einer ausschließlich verbalen Beurteilung? Wir haben ja nichts dagegen, dass das so gehandhabt wird, wie es jetzt auch schon gehandhabt wird, dass man eine ergänzende verbale Beurteilung abgibt. Aber wo besteht denn die Gefahr bei dieser verbalen Beurteilung? – Meiner Meinung nach ganz klar im Abgleiten in Floskeln. Es wird dann genau das passieren, wie es bei Dienstzeugnissen der Fall ist, wo dann irgendeine Formulierung drinsteht, von der jeder weiß: Aha, in Wirklichkeit hat der nichts gelernt und kann es nicht, aber es ist schön umschrieben und das Kind oder der Schüler freut sich! Ich glaube nicht, dass das Ziel sein kann.
Noten, Frau Bundesminister, setzen sich aus der Beurteilung verschiedener Leistungskriterien normalerweise innerhalb eines Semestern zusammen. Das ist nicht, wie es hier auch gesagt wurde, eine Schularbeit oder so irgendetwas, das sind meistens Mitarbeit, mehrere Schularbeiten, Projektarbeiten und so weiter. Am Schluss dieses Halbjahres kommt dann eine Note heraus. Wenn diese Note nicht mehr widerspiegelt, was die Kinder dann, wenn sie die Schule verlassen, auch tatsächlich können, dann befinden wir uns immer mehr in der Situation, in der wir schon sind, dass nämlich in weiterer Folge für die nächste Stufe der Bildung Aufnahmetests vorgenommen werden.
Das betrifft nicht nur die Universitäten, sondern ganz stark auch Lehrplätze. Alle großen Firmen, oder auch kommunale Institutionen, Gemeinden und Stadtwerke et cetera machen Aufnahmetests für ihre Lehrlinge. Dort wird dann ein Test an einem Tag gemacht und entschieden, ob jemand den Lehrplatz bekommt oder nicht.
Ist das Ihrer Meinung nach objektiver? Ist das gerechter? Da spielt die Tagesverfassung eine viel größere Rolle als eine Gesamtbeurteilung mit einer Note für das gesamte Halbjahr oder in einem Abschlusszeugnis für das gesamte Jahr oder für die schulische Laufbahn.
Wir haben leider Gottes sehr wohl Probleme, auch bei der ziffernmäßigen Benotung. Ich habe selbst mit Lehrern gesprochen – von Hauptschülern, Volksschülern –, die sagen, sie getrauen sich gar keine Note mehr zu geben, die schlechter als ein Zweier ist. Das wäre die Aufgabe der Schulpolitik! Da muss darauf geachtet werden, dass die ziffernmäßigen Noten die Leistungen und die Kenntnisse der Schüler widerspiegeln und nicht irgendetwas vorgaukeln wegen eines Kuschelkurses, das nicht der Realität entspricht. (Beifall bei der FPÖ.)
In weiterer Folge – das gebe ich zu – ist das dann die Konsequenz, wenn ich sage, die Noten erfüllen den Zweck nicht mehr, also schaffe ich sie ganz ab. Auf diesem Weg scheinen Sie sich zu befinden, aber das ist nicht der, der uns in der Bildungspolitik weiterbringen wird. Denn eines sollten wir zur Kenntnis nehmen: Für beruflichen Erfolg – und beruflicher Erfolg ist schlussendlich die Basis für unsere Lebensqualität,
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