BundesratStenographisches Protokoll830. Sitzung / Seite 51

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Zwischenruf der Bundesrätin Grimling), gesunde österreichische Nahrungsmittel, ge­nerelles Rauchverbot und verpflichtende Vorsorgeuntersuchungen. Da lassen sich lang­fristig weitere 4 Milliarden an Krankheitsfolgekosten sparen. (Bundesrat Stadler: Sper­ren wir die Krankenhäuser zu, dann sterben wir früher, dann brauchen wir weniger für die Pension!)

Mehr Wettbewerb im Gesundheitsbereich durch private Anbieter kann auch nicht scha­den. (Bundesrat Stadler: Darf ich Sie einladen! Kommen Sie zu mir ins Innviertel, !) Privater Wettbewerb verbessert bei strengen Qualitätskontrollen die Leistungen für Pa­tienten und senkt die Kosten.

Zu den Förderungsausgaben: Kein anderes Land subventioniert so üppig wie Öster­reich. Wir sind mit 6,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts Europameister bei Subven­tionsvergaben. Eine Absenkung der staatlichen Subventionen auf EU-Schnitt bringt ei­ne Entlastung von 5 Milliarden € pro Jahr. Wir müssen in diesem Land endlich damit beginnen, Förderungen für Nichtbedürftige zu streichen! Familienbeihilfen für Gutver­diener sind zu streichen! Wohnbauförderungen sind an Einkommensgrenzen zu bin­den! (Bundesrat Todt: Ist Ihnen schon bekannt, dass !) Agrarförderungen für Groß­bauern und Agrarkonzerne sind zu streichen!

Unternehmensförderungen für Konzerne und Großbanken sind zu streichen! (Zwi­schenruf des Bundesrates Todt. – Bundesrat Stadler: Stronach! Fangen wir bei Stro­nach an!) Die völlige Intransparenz der Förderungen der Länder muss beseitigt wer­den! (Bundesrätin Grimling: Magna ist gefördert worden!) Wir brauchen eine trans­parente Förderdatenbank, in der alle Förderungen erfasst werden. Jeder soll sehen können, wer wie viel Unterstützung von welcher Seite wofür bekommt. (Bundesrat Todt: Genau!)

Jetzt noch zu den Steuerausnahmen: Wir müssen unsere Steuerausnahmen und Steu­erprivilegien reduzieren. Es gibt 558 Begünstigungen in der Lohn- und Einkommen­steuer und 110 Ausnahmen in der Körperschaftsteuer für Unternehmen. Viele Groß­unternehmen und Großbanken zahlen kaum noch Steuer (Bundesrat Stadler: Hat Ihnen das der Chef gesagt? Hat Ihnen das der Chef einmal erzählt?), die Hauptlast tra­gen die Arbeiter, die Angestellten und der Mittelstand. Auch die Steuerflucht von inter­nationalen Konzernen in Steueroasen gehört unterbunden. (Zwischenruf des Bundes­rates Lindinger.)

Steuerausnahmen müssen die Ausnahme sein und nicht die Regel! Wenn wir alle Steuerausnahmen streichen würden, hätten wir ein um 9 Milliarden € höheres Steuer­aufkommen, das könnten wir dann für Lohnsteuersenkungen und zur Erhöhung der Kaufkraft unserer Familien verwenden.

Zum Thema Korruption: Korruption ist in Österreich leider weit verbreitet – Kärntner Hypo Alpe-Adria, Telekom Austria, Ernst Strasser et cetera. Korruption, Machtmiss­brauch, Schmiergeldzahlungen, Bezahlungen überteuerter Rechnungen, Selbstbedie­nung an Steuergeldern und Selbstbereicherung durch Transfers von Staatsvermögen in private Hände verursachen in Österreich jährlich einen Schaden von mindestens 5 Milliarden €.

Auch das Aushandeln und Unterfertigen von Luxusdienstverträgen mit Luxusgehältern, üppigen Zulagen und Luxuspensionen fällt unter Korruption, Machtmissbrauch (Bun­desrat Todt: Sigi Wolf!) und Selbstbedienung an Steuergeldern.

Statt 500 neue Steuerfahnder zur Steuereintreibung bei den Bürgern und Unternehmen einzustellen, sollten 500 neue Kräfte bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft aufgenom­men werden.

 


Korruption ist Diebstahl von Steuergeld und gehört schwer bestraft!

 


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