BundesratStenographisches Protokoll830. Sitzung / Seite 63

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Gehen wir noch zum Zweiten: Auf allen Bauplätzen hört man kein Wort Deutsch! – Hey, guten Morgen, wir haben 2014! Würden wir zum Beispiel nur mehr Deutsch spre­chen auf Bauplätzen, dann würden alle Bauvorhaben in Österreich stillstehen. Das ist eine Realität.

Fahren Sie zum Beispiel einmal durch Böhlerwerk nach Waidhofen. Dort werden zig Dutzend Lehrlinge gesucht, vom Schlosser bis zum Dreher. Das ist eine Realität. (Bun­desrat Krusche: Für 5 € Stundenlohn!) – Ich weiß schon, migrationsfreies Österreich, alles steht still und wir liegen irgendwann weit zurück  (Bundesrat Krusche: Sie sind für die Ausbeutung der Zuwanderer verantwortlich! – Bundesrat Jenewein: Das sind
2-€-Jobs!) –
Nein, niemand will in Europa sogenannte chinesische Wanderarbeiter, die dann europäische Wanderarbeiter werden, und außerdem hat gerade Österreich bei­spielhaft in ganz Europa bewiesen, genau diese Lohndumping- und Ausbeutungsme­chanismen zu unterbinden. (Bundesrat Krusche: Hast du mit deinem Parteikollegen Muchitsch geredet?!)

Aber kommen wir zum Budgetbegleitgesetz. Heidi Reiter, du hast bei der Medienför­derung kritisiert, dass diese an zwölf Beschäftigte geknüpft ist. Die Realität – und das verhindert dieser Ansatz – ist ja, dass wir mittlerweile eine Unzahl von prekären Be­schäftigungsverhältnissen in diesem Bereich haben und wieder zu geordneten Be­schäftigungsverhältnissen kommen müssen. Früher war das ein sehr privilegierter Be­reich, aber in den letzten 15, 20 Jahren ist im Medienbereich die Anzahl der prekären Beschäftigungen sehr stark gestiegen. Daher ist es sehr wichtig, dass damit gleichzei­tig auch eine Qualitätsoffensive einhergeht.

Wichtig ist auch die Anhebung der Basisabgeltung bei den Museen und Theatern. Und was ich besonders wichtig finde – als jemand, der 35 Jahre ehrenamtlich in diesem Be­reich gearbeitet hat –, ist, dass wir die Jugendgerichtshilfe, die in Wien so ein wesentli­cher Bestandteil ist, mit dem Budgetbegleitgesetz in die Bundesländer hinaustragen. Das ist wichtig für die Erhebung der psychosozialen Situation, in der sich ein vermeint­licher jugendlicher Straftäter oder eine Straftäterin befindet – daher kann hier niemand wirklich dagegen sein.

Es wurde, wie ich glaube, auch schon erwähnt, dass Sozial- und Familienmaßnahmen enthalten sind, etwa die Verbesserung der Lage von Studierenden, die Kinder haben – das ist ja nicht etwas, was man mit der Lupe suchen muss, sondern das ist eine Realität an den österreichischen Hochschulen. Wichtig sind auch die Absetzbeträge für jüngere Geschwister und dass die Zuverdienstgrenze für Studierende in Österreich – die in der Regel daneben arbeiten, um sich auch ein Studium finanzieren zu können, denn es gibt auch eine soziale Realität der Studierenden – nun auf 10 000 € sowie die Leistungsstipendien von 700 auf 750 € erhöht werden.

Keine Frage ist, dass der Filmstandort Österreich eine Stärkung erfährt: Wir feiern in­ternational Erfolge, unsere Filmregisseure bekommen internationale Preise und reüs­sieren international. Aber wichtig ist, dass wir natürlich auch den Nachwuchsfilm för­dern.

Auch für die KMU-Förderung ist eine Verbesserung vorgesehen, und – wie die Kollegin Posch-Gruska schon gesagt hat  die wichtigste sozialpolitische Erneuerung ist die monatliche Ausbezahlung der Familienbeihilfe.

Jetzt kommen wir aber zu zwei Punkten, bei denen seitens unserer Fraktion natürlich auch eine Kritik an diesem Gesetz sichtbar ist. Wir wollten diese Form der Grunder­werbssteuer nicht. (Bundesrat Krusche: Warum stimmt ihr dann dafür?!)

Der Kollege vom Team Stronach aber auch jener von der FPÖ hat heute über Steuern und Gewinne gesprochen, und vor allem der Kollege aus der Steiermark – der Bürger-


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