BundesratStenographisches Protokoll831. Sitzung / Seite 11

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die Chance, zu erfahren, wie in der Zukunft Familienpolitik, in Zahlen, bei Ihnen zu Hause, bei jedem Einzelnen, bei jeder Einzelnen auch wirklich ankommt.

Ich möchte, bevor ich hier nochmals einige Zahlen nenne, das Thema Familie sehr intensiv beleuchten, weil gerade dieses Thema uns alle sehr stark bewegt. Kinder haben ein Recht auf Familie. Damit setze ich den Schwerpunkt dieser Diskussion, das Thema Familienpolitik, dorthin, wo es hingestellt gehört, nämlich in den Mittelpunkt. Wir haben eines sehr stark gesehen: Kinder sind die einzige lebenslange Bindung, die wir eingehen, die wir haben, die nicht gelöst werden kann und die letztlich dazu beiträgt, dass Handlungsweisen und das eigene Leben sehr stark verändert und auch geprägt werden.

Eine überalternde Gesellschaft ist keineswegs ein Zukunftsbild, und wenn wir glauben, mit einer alternden Gesellschaft Fortschritt und Zukunft gestalten zu können, dann werden wir letztlich Schiffbruch damit erleiden. Wir werden sehen, dass wir hier vor enor­men gesellschaftlichen Herausforderungen stehen, die immer wieder in der Frage des Generationenvertrages enden und die uns vor verschiedene Aufgaben stellen, die wir auch zu lösen haben.

Angefangen von Patchwork-Familien über alleinstehende Mütter und Väter bis hin zu alleinerziehenden Singles prägen verschiedenste Formen des Familienbilds unsere heutigen Gesellschaft. All das sind heute Formen des tatsächlichen, realen Lebens, die letztlich aber immer wieder eines in den Mittelpunkt stellen, nämlich das Wohl des Kindes in all den verschiedenen Formen des alltäglichen Zusammenlebens oder Lebens.

Wir haben einen Paradigmenwechsel in der heutigen Zeit zu verzeichnen, und der sollte gerade diese Frage in der Diskussion immer wieder sehr stark begleiten. Die Generationen vor uns hatten einen anderen Zugang zu dieser Thematik. Damals, vor Generationen, war einzig die Entwicklung des Kindes, die Entwicklung der Kinder die Zielsetzung im Gestalten, im Entwickeln des eigenen Lebens. Der Lebensmittelpunkt war einzig von Fragen geprägt wie: Wie wird es den Kindern gehen? Wie wird die Zukunft meiner Kinder ausschauen?, und daraus hat sich auch Verschiedenstes in der Gestaltung ergeben.

Heute sehen wir insofern einen Wechsel, dass die eigene Entwicklung im Mittelpunkt steht, die Selbsterfüllung des Lebens und nicht zuletzt die eigene Verwirklichung. Wir haben eine Konsumgesellschaft, die ganz einfach darauf abzielt, enorm viel an Konsum zu schaffen und damit natürlich auch eine Zielgruppe in den Fokus stellt, nämlich allen voran Kinder und Jugendliche.

Ich glaube, es ist längst vielen bewusst geworden, hier ist ein Kampf um Kinder ent­brannt, der nicht nur in den Schulen, in verschiedensten Einrichtungen passiert, der auch in den Vereinen mittlerweile Einzug gehalten hat, aber der auch in der Frage der wirtschaftlichen Entwicklung voll und ganz entbrannt ist. Denn Unternehmen ohne junge Leute, ohne motivierte neue Mitarbeiter, ohne Fachkräfte haben zukünftig keine Chance, eine entsprechende Entwicklung zu erfahren.

Es ist eine weitere Frage, genau aus dieser Haltung heraus, dass die eigene Per­sönlichkeit in den Mittelpunkt gestellt wird, mit zu stellen, nämlich: Wo stehen die heutigen Werte eines Familienbildes? Wo ist die heutige Wertediskussion zu sehen? – Es ist sehr klar immer wieder anzuführen, dass Kinder eigene Individuen sind, eigene Persönlichkeiten darstellen und keinesfalls andere das Recht haben, über sie zu bestimmen.

Vielmehr geht es darum, Verantwortung zu tragen, Verantwortung zu tragen für Familie und für Kinder. Das klingt heute sehr einfach, aber es zeigt sich im alltäglichen Leben


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