als eine große Herausforderung, denn wir sprechen von gesellschaftlicher Verantwortung, die hier eingefordert wird.
Ich möchte ein Beispiel bringen, ohne jetzt dieses Beispiel als Negativbeispiel in der Entwicklung für Randgruppen oder für benachteiligte Gruppen unserer Gesellschaft hinzustellen. Aber nehmen Sie einen Rollstuhlfahrer in Wien und schauen Sie, was alles an politischer Kraft investiert wird, um auch diesen Menschen ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Es zeigt sich ja, welche Barrieren immer wieder geschaffen werden, gerade im Hinblick auf Beeinträchtigungen.
Nehmen Sie eine Familie, eine Mutter mit vier Kindern, und vergegenwärtigen Sie sich einmal, wie ihr Alltag in der Realität ausschaut, wobei ich sagen muss, das ist ein sehr theoretisches Beispiel, denn der Durchschnitt unserer Kinderrate liegt bei 1,2.
Da sehen wir, wo eigentlich anzusetzen ist. Es ist die Frage: Sind die Kosten wirklich der entscheidende Grund, warum heute so wenig Kinder zur Welt gebracht werden, warum der Mut zum Kind ganz einfach fehlt? Ich glaube, es ist das gesamte Entwicklungsbild, die Frage der beruflichen Entwicklung, nicht zuletzt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Es zeigt sich sehr klar, dass die Wahlfreiheit in den Mittelpunkt gestellt gehört, denn letztlich sind die Anforderungen und die Vorstellungen sehr individuell und unterschiedlich.
In einer Jugendstudie, die erst unlängst herausgekommen ist, wo untersucht wurde, was sich junge Menschen von der Zukunft wünschen, sind als Ergebnis sehr erstaunliche Werte und Antworten zutage gekommen. Junge Menschen wünschen sich wieder an erster Stelle, Familie zu haben. Sie wünschen sich einen Arbeitsplatz. Sie wünschen sich Freunde und nicht zuletzt auch ein eigenes Heim. Da muss ich schon sehr klar anmerken, das sind Werte, die auch in unserer Entwicklung Bodenständigkeit und Grundwerte darstellen.
Nur – und das möchte ich gleich anfügen –: Wieso scheitern in der Realität so viele Wunschvorstellungen in der Umsetzung? Die Zahlen und Fakten zeigen es klar: Wenn jede zweite Ehe geschieden wird, wenn viele als Single leben, wenn viele es nicht schaffen, diesen Wunsch zu verwirklichen, dann wird es wohl auch an den Rahmenbedingungen liegen, dann wird es an anderen Ursachen liegen, die zu dieser Differenz zwischen Wunsch und Realität führen.
Es zeigt sich natürlich auch, es ist eine finanzielle Belastung, und gerade das prägt immer wieder den Alltag unserer Gesellschaft: Fahren Sie in den Urlaub mit Ihrer Familie, und schauen Sie sich die Kosten an! Familie heißt letztlich auch, Verzicht zu üben, auf gewisse Dinge zu verzichten, aber das, was Kinder, was Familie zurückgeben, ist etwas, was man nicht in finanzieller, in monetärer Hinsicht messen kann.
Daher ist es immer wieder wichtig, zu sagen: Eine gelungene Familienpolitik heißt letztlich, eine gelungene Sozialpolitik zu gestalten. Damit meine ich, dass viele, viele Probleme unserer modernen Gesellschaft schon im Familienverband, in der Familienstruktur gelöst werden könnten beziehungsweise gar nicht erst entstehen müssten.
Wenn man sich all die Kosten anschaut, was für Jugendwohlfahrt, für die Reparatur von falschen Entwicklungen budgetär immer wieder ausgegeben wird, dann, glaube ich, ist es an der Zeit, einmal ehrlich und ganz klar zu sagen: Investieren wir dieses Geld in unsere Familien! Investieren wir dieses Geld in die Entwicklung unserer Familien, die ein Recht haben, diesen Wohlstand, den wir heute genießen dürfen, mit zu erfahren! Natürlich kosten Kinder viel Geld, aber dieses Geld kommt letztlich wieder der Allgemeinheit zugute.
HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite