muss, da sie zu wenig Geld haben. Und die brauchen dann die Krippenplätze, die brauchen dann die Kindergartenplätze.
Ich kann es jetzt nur für Wien sagen, von den Bundesländern weiß ich es nicht so genau, aber von Wien weiß ich, dass da immer noch Krippenplätze fehlen, denn nicht jeder will jeden Krippenplatz, man will sich diesen ja auch qualitativ aussuchen können, und da gibt es Staus. Da gibt es Krippenplätze, die will man aus welchen Gründen auch immer nicht. Es gibt aber auch welche, die so überlaufen sind, dass es eine Wartezeit von zwei Jahren gibt und man sich eigentlich schon in der Schwangerschaft anmelden muss, damit man diesen Krippenplatz überhaupt bekommt. Das ist ein Zustand, der natürlich sehr ungünstig ist und von dem ich hoffe, dass er sich jetzt ein bisschen verbessert.
Wir haben vor nicht allzu langer Zeit eine Enquete abgehalten, in der es um die Gemeinden und auch um den Wegzug gegangen ist, und da waren sich alle Experten und Expertinnen einig: Wenn die Rahmenbedingungen für die Frauen nicht stimmen, sprich: es gibt keine Arbeitsplätze, es gibt keine Kinderbetreuungsplätze, es gibt nicht genügend Schulplätze, dann ziehen die Frauen weg. Und wenn die Frauen wegziehen, ziehen auch die Männer weg. Dann werden die Kinder erst gar nicht geboren oder ziehen mit. Und am Ende stirbt die Gemeinde, und das ist etwas, was wir nicht wollen.
Auf der anderen Seite bin ich schon auch kritisch bei dem Leitbild, möglichst schnell alle Frauen wieder in den Beruf zurückzudrängen. Wie gesagt, wenn es eine Frau will, soll sie es machen, ich werte das nicht als schlecht. Auch wenn ich es besser finde, wenn die Frauen die ersten Jahre zu Hause bei ihren Kindern bleiben, werte ich es nicht als schlecht, wenn eine Frau sagt, ich kann das nicht, oder auch, ich will das nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Es wird zwar immer von allen Parteien betont, dass ihnen die Wahlfreiheit wichtig ist, der SPÖ, der ÖVP, wahrscheinlich auch den Grünen – da habe ich es noch nicht so klar gehört, aber ich nehme es einmal an –, aber wenn wir uns die Realität anschauen, dann ist es halt einfach nicht so. Die Frauen, die zu Hause bleiben wollen, zumindest bis zum Kindergartenalter, also drei Jahre in etwa, die haben es besonders schwer. Warum haben sie es besonders schwer? – Es gibt überhaupt keine Fördermaßnahmen für die Wiedereinsteigerinnen. Man sagt dann immer, es ist so schwer für die Frauen, in den Beruf zurückzukommen, da ihnen diese drei Jahre eben fehlen.
Ich sage: Jeden, der den Beruf wechseln muss, weil es in seiner Sparte keine Arbeitsplatzmöglichkeiten mehr gibt, können wir auch umschulen, den können wir wieder neu einschulen oder weiterschulen. Warum soll denn das bitte bei Frauen, die drei Jahre lang zuhause bleiben, nicht gehen? – Da wird meiner Meinung nach wirklich gar nichts getan.
Ich möchte noch einmal auf die Jugendmonitor-Studie, die auch schon zitiert worden ist, nämlich jene aus dem Jahr 2011, zurückkommen, weil diese meiner Ansicht nach ein bisschen aussagekräftiger ist. Da ging es ja nicht nur darum, was auch schon richtig gesagt worden ist, dass der Wunsch nach Kindern und die Realität auseinanderklaffen, wo Sie auch in einem Interview gesagt haben, diese Lücke gelte es zu schließen. Da gebe ich Ihnen recht. Aber was dann nicht mehr vorgekommen ist, ist, dass viele Eltern ihre Kinder bis drei Jahre zu Hause selber betreuen wollen; es sind 77 Prozent, die das sagen. Da, meine ich, müssen wir etwas tun, damit das diesen Familien auch ermöglicht wird.
Und das Zweite ist: Sie haben damals diese Studie gemacht, Filzmaier hat dann gesagt, die Jugend war schon immer konservativer als angenommen. Es war für mich sehr interessant zu erfahren, dass sich unter anderem 85 Prozent der Frauen vorstellen können, wenn der Mann entsprechend gut verdient, zu Hause zu bleiben, zumin-
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