etwa wenn das Konto überzogen wird, was natürlich einen Zinsaufschlag et cetera bedeutet. – Ich meine also, dieses Thema der Auszahlung ist ganz, ganz wichtig.
Kurz jetzt noch zur Artikel-15a-Vereinbarung, die durchaus einer intensiven Vorlaufzeit und einer Auseinandersetzung mit den Ländern und natürlich auch mit der SPÖ bedarf. Wir konnten uns diesbezüglich jetzt einigen, und ich möchte dazu noch ein paar Punkte ausführen, die vielleicht nicht so bekannt sind.
Erstens bin auch ich eine volle Verfechterin der Wahlfreiheit, ich würde das jetzt vielleicht als Individualität bezeichnen: Jede Familienform ist gewünscht, das soll jeder selbst entscheiden. Aber auch die Art, wie man seine Kinder betreut und wie man sich in der Familie organisiert, soll natürlich selbst gewählt sein, und all das soll in diesem Sinn auch akzeptiert werden.
Wenn wir natürlich in Österreich eine Situation vorfinden, in der die unter dreijährigen Kinder nur zu 23 Prozent einen theoretischen Betreuungsplatz vorfinden, also jedes vierte Kind theoretisch einen Betreuungsplatz haben könnte, dann kann man in diesem Zusammenhang eigentlich nicht von Wahlfreiheit sprechen! Das ist dann eigentlich eine ganz klare Lenkung in die Richtung, dass die Frauen eher länger zu Hause bleiben sollen. – Das kann jeder halten, wie er will, und das ist auch wunderbar für diejenigen, die sich das so überlegt haben und auch die Konsequenzen kennen. Aber ich bin sehr wohl der Meinung, dass wir zumindest das sogenannte Barcelona-Ziel von 33 Prozent Betreuungsrate erreichen sollten, und auch das ist ja noch nicht echte Wahlfreiheit, aber zumindest eine verbesserte Wahlfreiheit.
Wenn wir über Wahlfreiheit sprechen, dann ist es mir besonders wichtig, nicht nur über die klassischen Institutionen wie Kinderkrippe und Kindergarten zu sprechen, sondern auch über andere Möglichkeiten. In diesem Sinne gibt es innovative Projekte wie gemeindeübergreifende Einrichtungen oder auch generationsübergreifende Projekte, die im Zusammenhang mit dieser Artikel-15a-Vereinbarung besonders mit finanziellen Mitteln unterlegt sind.
Zweitens muss man natürlich sagen: Auch die Tageseltern sind mir ein besonderes Anliegen, denn da wir gerade in Österreich mit vielen kleinen Gemeinden nicht die Möglichkeit haben, in jeder Gemeinde eine entsprechende Einrichtung aufzubauen, sind Tageseltern eine sehr individuelle und flexible Möglichkeit für den Jahresbetrieb, aber natürlich auch für den Sommerbetrieb. – Ich glaube, das sollten wir noch stärker ins Bewusstsein und auch in die Öffentlichkeit bringen.
Kurz zur Artikel-15a-Vereinbarung: Es ist dies die größte Ausbauoffensive, die es vom Bund jemals gab. Es werden 305 Millionen zur Verfügung gestellt. Das ist rund sechsmal so viel wie bei der letzten Artikel-15a-Vereinbarung und somit ein deutliches Zeichen in Richtung Kinderbetreuungsausbau – mit einer verbesserten Kofinanzierungsrate; das muss man auch einmal deutlich sagen. War das Verhältnis früher eins zu eins, also ein Euro vom Land und ein Euro vom Bund, so gibt es jetzt einen Euro vom Land und zwei Euro vom Bund im ersten Jahr, und das mit einer auf 35 Prozent erhöhten Rate in den letzten Jahren der Vereinbarung. – Über den Kofinanzierungsschlüssel haben es die Länder also jetzt wesentlich einfacher, Gelder abzuholen.
Ein Wort noch dazu: Dieses Thema wurde nicht gekürzt. Die 45 Millionen, die im Regierungsprogramm in den 350 Millionen enthalten waren, kommen auch diesem Bereich zugute, und zwar über die Sprach- und Entwicklungsstandsfeststellung und –förderung. Es wird also bei Weitem nicht gekürzt, sondern das Geld wird einem eigenen Thema zugeführt. – Das möchte ich auch noch einmal betonen.
Wichtig ist auch, dass wir bei dieser Artikel-15a-Vereinbarung nicht mit Zwang arbeiten, sondern mit Anreizmodellen, und das entspricht meiner politischen Grund-
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