men, die man unter Umständen schließt, so weit verschlechtert, dass man sich eigentlich dafür genieren muss, dass man das politisch überhaupt zulässt. (Beifall bei der FPÖ.)
Zu den einzelnen Themenbereichen: Es gibt auch sehr viel Positives in diesem Strategiebericht. Ich darf als Beispiel die Forststrategie nennen. Das ist ja sehr erfreulich, dass Österreich tatsächlich – das kann man sagen – Europameister, wenn nicht Weltmeister im Bereich der Forstwirtschaft ist. Wir haben hier einen hohen Standard. Da ist es so, dass die bäuerlichen Betriebe, aber auch die Forstbetriebe großartige Arbeit leisten, dass Nachhaltigkeit, wenn es um 100-prozentige Nachhaltigkeit geht, würde ich einmal meinen, im österreichischen Forstwesen wirklich vorhanden ist.
Die Verantwortung eines Bauern oder eines Forstbetriebes wird ernst genommen – bis hin zu der Tatsache, dass es eine Sägeindustrie gibt, die Exportweltmeister ist. Aber wir müssen auch festhalten, dass wir durch den Ausbau der Sägeindustrie natürlich ein großer Holzimporteur geworden sind.
Ich finde auch sehr erfreulich, Herr Minister, dass festgehalten wird, dass eine erweiterte Kontrollfunktion der Europäischen Kommission in Bezug auf die Waldbewirtschaftung abgelehnt wird. Es ist richtig, wir brauchen uns nicht kontrollieren zu lassen, sondern alle anderen Länder sollen sich den österreichischen Standards anpassen. Dann, würde ich meinen, kann Europa im Bereich der Forststrategie tatsächlich eine Nachhaltigkeitsstrategie, mit dem Vorbild Österreich, fahren.
Zum Thema Schulobstprogramm: Ich bin gestern nach unserer Enquete zum „BILLA“ in der Josefstädter Straße gegangen und habe mir zwei „Golden Delicious“ gekauft. Preis pro Kilo: 1,99 €. Du kriegst dort aber auch Äpfel um 2,99 €. Wenn ich das in Schilling umrechne (Ruf bei der SPÖ: Macht man nicht mehr!) – und damit komme ich auch zur Familiendiskussion, die wir heute geführt haben –, dann frage ich mich, wer sich ein Kilo Äpfel um aufgerundet etwa 50 Schilling leisten kann.
Das heißt, wir haben da zu hohe Endverbraucherpreise, die leider nicht beim bäuerlichen Produzenten ankommen, das möchte ich festhalten! Der bekannte Schokoladeerzeuger Zotter stammt ja aus einem Obstanbaubetrieb, und Zotter senior hat den hochwertigen Obstanbau eingestellt, weil er gesagt hat, hochwertiges Obst zu erzeugen ist in Österreich praktisch bäuerlich-wirtschaftlicher Ruin. Erfreulicherweise hat Zotter junior mit Schokolade den Erfolgsweg eingeschlagen. – Faktum ist, dass wir hier einerseits Programme fahren müssen und öffentliches Geld dafür einsetzen müssen, dass ein Schulobstbewusstsein vorhanden ist, aber wenn andererseits die Äpfel 1,99 € oder 2,99 € kosten, dann frage ich mich schon, ob das nicht schön langsam teurer wird als eine importierte Banane. Es ist eben auch eine Sache des Preises, wenn Obst nicht mehr leistbar ist.
Zum Schulmilchprogramm ist zu sagen: Erfreulich, dass es das gibt, dass das Bewusstsein gesteigert wird!
Zur Bio-Verordnung: Da tue ich mich ein bisschen schwer. Ich bin ja leidenschaftlicher Bio-Selbstanbauer mit einem Hausgarten, und mit Freunden haben wir so eine Art Nachbarschaftskooperative mit Hausgärten. Aber ist es Bio, wenn ich Bio-Obst aus Spanien nach Österreich importiere, wenn ich an den Transit und seine Folgen denke? – Ich glaube, dass Bio auch den Anspruch an sich selbst stellen muss, dass es nicht nur um die Produktion geht, sondern auch um die Wege, die ein sogenanntes Bioprodukt nach sich zieht. Ich habe nichts davon, wenn ich aus Sizilien eine angebliche Bio-Orange mit rauchenden und stinkenden Lkw nach Österreich bringe und hier verteile. Da hört sich aus meiner Sicht Bio auf. Ich denke, dass wir im Umgang mit den biologischen Erzeugnissen jedenfalls auch die Vertriebswege und deren Folgen und deren Kosten und deren Verpackung mit einbeziehen müssen. Das ist für
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