BundesratStenographisches Protokoll831. Sitzung / Seite 60

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Wenn ich im Fernsehen sehe, welche Städte für den Verkehr gesperrt worden sind, zum Beispiel in China, dann muss ich sagen, wir leben ja wirklich noch in einem Paradies. Ich sowieso im Nationalpark, keine Frage. (Heiterkeit.) Aber wenn man das sieht, wird einem wirklich übel und man beginnt nachzudenken, was da eigentlich pas­siert. Es wundert mich nicht, dass dort sehr viele Menschen unter der Luftver­schmut­zung leiden und in weiterer Folge auch dadurch zu Tode kommen.

Langfristiges Ziel ist es, bis 2030 die Luftqualitätsrichtwerte der Weltgesundheits­organisation in der gesamten EU zu erreichen.

Zum Thema Wasser: Das ist ein Lieblingsthema von mir, und zwar insofern, als man bei uns – das ist auch bei vielen von Ihnen so – das Wasser aus dem Bach trinken kann, weil es so rein ist. Das Wasser ist unser Lebenselixier. Noch kürzer gesagt: Das Wasser ist Leben!

Wir haben vor einigen Jahren in Zusammenarbeit mit Swarovski bei uns im Natio­nalpark die Wasserschule gegründet. Und diese Wasserschule wird nicht nur regional, sondern auch überregional und jetzt auch international durchgeführt, da sie sehr erfolgreich ist. Das heißt, die Ressource Wasser wird vorgestellt. Es wird inter­aktiv mit Wasser gearbeitet. Kinder, beginnend mit dem Kindergartenalter, Jugendliche bis hin zu Erwachsenen können in dieser Wasserschule lernen, wie man mit Wasser umgehen sollte. Diese Wasserschule ist nicht nur erfolgreich, sondern sehr, sehr erfolgreich.

Ich denke, das ist auch der richtige Weg in die richtige Richtung, denn der von der Europäischen Kommission am 14. November 2012 verabschiedete „Blueprint für den Schutz der europäischen Wasserressourcen“ bildet für die nächsten Jahre die Grundlage für die Wasserpolitik auf EU-Ebene.

Wie schon gesagt, die Bedeutung von Wasser als lebenswichtige Ressource kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Wasser ist ein unverzichtbares Lebenselixier für uns Menschen, für Natur und Wirtschaft, das jedoch nur in begrenztem Maße nutzbar ist. Dies wird besonders deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass nur 2 Prozent des Wassers auf unserer Erde – nur 2 Prozent des Wassers! – Süßwasser sind. Prognosen sprechen davon, dass im Jahr 2030 weltweit schätzungsweise um ein Drittel weniger Wasser zur Verfügung stehen wird. Das heißt, wir werden 2030 einen akuten Wassermangel haben.

Wir wissen, schon jetzt leiden 26 Staaten weltweit unter Wassermangel oder unter Wasserknappheit.

Ziel dieses Blueprints ist es, der EU und den Mitgliedstaaten Richtlinien zur Verfügung zu stellen, die gewährleisten, dass alle Aktivitäten, die Auswirkungen auf das Wasser haben, dem Prinzip der Nachhaltigkeit entsprechen und dass die Verfügbarkeit von Wasser in guter Qualität und gerechter Nutzung sichergestellt wird.

Abschließend: Der Blueprint gibt einen genauen Überblick über die Zielsetzung und den Entwicklungspfad für die europäische Wasserpolitik. Ob sie realisierbar sind, hängt allerdings vom politischen Willen und von der Entschlossenheit der Interessenträger in den kommenden Jahren ab.

Ein bekannter Dichter und Philosoph hat gesagt: „Dieses Jahrhundert“ – dieses Jahrhundert – „wird das Jahrhundert des Wassers sein: wer es hat, wird reich, wer es vergeudet ein Dummkopf und wer es verschmutzt ein Verbrecher sein.“

Das heißt, die nachhaltige Nutzung der begrenzten Ressource Wasser ist lediglich dann gegeben, wenn man von den Süßwasservorräten nur so viel entnimmt, wie durch Niederschläge wieder aufgefüllt wird.

 


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