müssen, um die Zukunftschancen und Lebensgrundlagen der kommenden Generationen zu erhalten, zu sichern und auszubauen.
Ich denke, dass es sehr gute Gründe für die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gibt. Meist sind die Themen gar nicht so kontrovers. Die Forschungsaktivitäten sollen das Ziel haben, die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger zu erhalten oder zu stärken. Österreich braucht einen starken Mittelstand, nur so können wir unser Land langfristig wettbewerbsfähig erhalten. Fördermittel, die diese Entwicklung unterstützen, können nur begrüßt werden.
Die EU will Forschung, Bildung und Innovation miteinander in Beziehung setzen. Auch die vermehrte Internationalisierung der Hochschulbildung durch das angestrebte „Europäische Semester“ ist zu begrüßen. Hochschulbildung, aber auch Bildung im Allgemeinen werden als Faktor für Beschäftigung immer wichtiger werden. In diesem Zusammenhang darf das EU-Programm Erasmus+ nicht unerwähnt bleiben.
Der griechischen Präsidentschaft war, kann man jetzt beinahe schon sagen, es ein besonderes Anliegen, den Forschungsraum voranzutreiben. Wissenschaft war und ist schon immer international gewesen. Es ist aber auch ganz wichtig, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wissenschaft unter dem wachsenden internationalen Konkurrenzdruck zu stärken. Dabei spielt Qualitätssicherung auf allen Bildungsebenen – wie zum Beispiel auf U-Multirank, das basierend auf den Themenfeldern Lehren und Lernen, Forschung, Wissenstransfer, internationale Ausrichtung und regionales Engagement eine Gesamtübersicht bietet – eine große Rolle.
Der Fokus wird im kommenden Jahr auf der Implementierung liegen. Die österreichischen Teilnehmer am Programm „Horizont 2020“ werden in Fragen wie zum Beispiel jener der besseren Zusammenschau zwischen nationalen und europäischen Förderinitiativen sehr tatkräftig durch die Fördergesellschaft FFG unterstützt werden. Die vorgesehene Stärkung der Partnerschaften, sei es jetzt öffentlich/öffentlich, sei es öffentlich/privatrechtlich, begrüße ich besonders.
Wenden wir uns jetzt vielleicht noch dem Ziel von Joint Programming zu. Erfreulicherweise sind viele der strategischen Forschungsagenden fertiggestellt, und man kann nunmehr die Implementierung starten. Die zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimawandel, Energie- und Ernährungssicherheit sowie gesundes Altern sind auf nationaler Ebene allein nicht lösbar. Die Bündelung der Kräfte ist unbedingt notwendig.
Abschließend ist es für mich als stolze Österreicherin – und das spießt sich keinesfalls damit, dass ich eine überzeugte Europäerin bin – unumgänglich, über das Biobank-Netzwerk BBMRI, über die europäischen Biobanken zu reden. Einmal mehr zeigt dieses Projekt die große Leistungsfähigkeit der österreichischen Menschen. Sechs Millionen Proben werden in der größten akademischen Biobank Europas gelagert. Von der EU gefördert, sollen die über Europa verteilten Sammlungen in einer einzigen virtuellen Biobank zusammengeführt und sogar zur weltgrößten biologischen Probenbank werden. Voll Stolz können wir sagen: Auch wenn Graz mit Lissabon, Helsinki, Manchester und London kooperiert, ist das Zentrum und der Knotenpunkt Graz!
Ich wäre keine Frauenpolitikerin, würde ich nicht abschließend sagen: Europa braucht Forscherinnen! Es gibt immer noch proportional zu wenige Frauen in der Forschung. Deswegen freue ich mich über jede Fördermaßnahme, die Abhilfe schafft und einen Weg in die richtige Richtung zeigt.
Ich denke, diese Jahresvorschau hat viele für die Menschen wichtige Themenfelder aufgezeigt. Ich glaube, dies beweist, dass man sich bemüht, Europa innovativer, transparenter und – das hoffe ich als Sozialdemokratin – damit auch gerechter zu machen.
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