BundesratStenographisches Protokoll831. Sitzung / Seite 79

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Auf der anderen Seite hat die jetzige Diskussion den Vorteil, dass Sie damit einen Realcheck machen können, ob das, was im Bericht drinnen steht, der Realität ent­spricht, ob sich das auch in den Medien oder in anderen Programmen und Umset­zungsvorhaben widerspiegelt. – Ich würde sagen: Ja.

Das Vorhaben während des halben Jahres der griechischen Ratspräsidentschaft wurde schon mehrfach erwähnt, ich möchte noch einen Punkt herausnehmen, da er bereits mehrfach – und auch jetzt von Ihnen – angesprochen worden ist, und zwar, dass Griechenland im Rahmen der Ratspräsidentschaft vorgesehen hat, insbesondere in die jeweiligen Rankings der europäischen Hochschulen etwas mehr Objektivität hineinzubringen. Ich habe schon beim letzten Tagesordnungspunkt angemerkt, dass das immer ein Problem ist: Die meisten Rankings sind auf den europäischen, vor allem englischsprachigen Bereich ausgerichtet, daher gibt es schon eine bestimmte qualitative Komponente bei der Bewertung, die unterschiedlich ist, vor allem auch bei der Volluniversität, wo man dann ganz unterschiedliche Betreuungsrelationen be­kommt.

Daher war das sogenannte U-Multirank während der griechischen Präsidentschaft ein wichtiges Thema. Das ist ein Universitätsrankingprogramm, das anders ausschaut als die bisherigen Programme, es kann von den Interessenten mehr oder weniger interaktiv über Internet abgerufen werden, um wirklich einigermaßen objektive Rück­schlüsse ziehen zu können. Es ist in die Themenbereiche oder Dimensionen For­schung, Lehren und Lernen, internationale Ausrichtung, Wissenstransfer und regio­nales Engagement strukturiert. Der erste Realitätscheck ist mit 13. Mai 2014 online gegangen, es wurde also, wie geplant, auch umgesetzt.

Wir haben im Rahmen des Wissenschaftsausschusses mit wesentlichen Verant­wortlichen auch eine intensive Diskussion über die Bedeutung von derartigen Rankings und deren Nutzbarmachung geführt.

Sie haben die Frage gestellt, ob es richtig ist, betreffend den Innovationsbereich das Wort „Überwachung“ zu verwenden. – Ich würde sagen, es gibt vielleicht bessere Worte als „Überwachung“, denn ein Klima, ein Biotop können Sie nicht unbedingt mit derartigen Worten ganz scharf beurteilen. Bestimmte Orientierung bieten auch das Innovation Scoreboard und andere Einrichtungen. Wir hätten ja gerne eine etwas andere Positionierung als den 10. Platz. In Wirklichkeit haben wir uns vom Index her gar nicht verändert und verschlechtert, andere haben allerdings intensive Bemühungen gestartet.

All das hat Vor- und Nachteile. Ich würde sagen – ohne jetzt dem Ausschuss unrecht zu tun –, das gesamte Ranking ist sehr kritisch bewertet worden, sogar kritischer als im Wirtschaftsbereich, wenn man findet, es gäbe keine Objektivität. Ich glaube, wir sind uns aber einig, dass wir im Wesentlichen die Rahmenbedingungen für Innovation verstärken wollen.

Ein Kernanliegen der neuen italienischen Ratspräsidentschaft – und auch im 18-Monats-Programm enthalten – ist die Steigerung der Mobilität. In diesem Zusammen­hang ist Erasmus+ ein wirklich wichtiges Programm, das jetzt auch auf mehrere andere Bereiche konzentriert wurde, um eine bessere Übersichtlichkeit zu haben. Es wurden auch Sport und Jugend aufgenommen, den Hauptpunkt bildet aber nach wie vor der Bereich der Studierenden. Im letzten Programm hatten wir dort 74 000 Absolventen und wollen uns bemühen, diese Zahl im neuen Programm auf 100 000 zu erhöhen.

Es wurde auch die Frage gestellt, ob wir nur Outgoing sind oder ob es auch Incoming und Attraktivität gibt. – Das hält sich mit etwa 5 000 Studenten, die zu uns kommen und von Österreich weggehen, einigermaßen balanciert die Waage. Wir haben das bei anderen Darstellungen – aber nicht in diesem Report – auch schon präzisiert. Wir sind


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