zum Beispiel sogar attraktiver als manche andere Länder, die im Ranking offensichtlich so weit vorne liegen wie das Vereinigte Königreich. Da ist Österreich also durchaus – vielleicht auch wegen der geografischen Lage oder weil Wien und die anderen Städte eine gute Lebensqualität anbieten – interessant.
Wenn wir Identität in Europa haben wollen und die Möglichkeiten auch wirklich gelebt sehen wollen, dann ist Erasmus+ eine wirkliche Chance, und diese wollen wir auch im kommenden Programm nutzen. Sie haben schon die Summen angesprochen, auch dort hat man sich im Endeffekt auf EU-Ebene gesteigert.
Das gilt auch, wenn wir jetzt noch kurz den Bereich Forschung beleuchten, für diesen Punkt. Horizon 2020 hat über 80 Milliarden € zur Verfügung, ist also wesentlich ausgeweitet worden, um dem europäischen Forschungsraum auch größeres Gewicht zu geben. Wir hatten so wie zu Erasmus+ auch für Horizon 2020 im Jänner wirklich gute Auftaktveranstaltungen in der Hofburg, mit rund 1 000 Teilnehmern und den jeweils verantwortlichen Kommissarinnen. Ich glaube, dass wir gute Chancen haben – wir haben im letzten Rahmenprogramm 1 Milliarde € lukriert und wollen im kommenden beziehungsweise dem jetzt schon laufenden 1,5 Milliarden € haben. Das entspricht auch der Ausweitung um die rund 50 Prozent, und ich glaube, dass das wirklich gut angelegt ist. (Präsident Lampel übernimmt wieder den Vorsitz.)
Es wurden auch die Grand Challenges, das Europäische Semester schon erwähnt. Das sind natürliche genau die Wichtigkeiten, um die sogenannte Third Mission zu erfüllen, um nämlich neben Forschung und Lehre auch der Bevölkerung deutlich zu machen, dass Forschung und Wissenschaft auch Probleme lösen können, wie jene, die die demografische Entwicklung mit sich bringt, die CO2-Problematik oder die Ernährungssicherheit. All das steht ja da stärker im Fokus.
Das aus den Programmen abgeleitete Ziel für Österreich haben Sie ja schon teilweise angesprochen, und wir haben es im Bericht auch dargestellt: Wir wollen, was Horizon 2020 anbelangt, die Mittel quantitativ für uns lukrieren. Qualitativ, was die sogenannten Grants anbelangt, haben wir bei den ERC-Grants eine Positionierung an fünfter Stelle. Wir liegen da also über unserer Größenordnung, was für die Qualität im Bereich der Forschung spricht. Die Quote ist ja auch angesprochen worden. Die EU hat eine 40-Prozent-Quote, was Absolventen anbelangt, wir liegen leicht darunter. Ich pflichte auch vielen Rednern bei, die vor mir gesprochen haben: Es geht um die Qualität und um den Qualitätsrahmen insgesamt.
Wir wollen auch die erhöhte Sektordurchlässigkeit. Wir wollen den gesamten – daher auch die Konstellation im Ministerium – Innovationszyklus abdecken, also von der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung bis zu den Unternehmen und zur betrieblichen Verwertung. Das heißt, es braucht dafür auch andere Voraussetzungen bei der Beratung, das macht die FFG. Wir haben bei uns aber auch ein eigenes Beratungsgremium installiert, unter der Leitung von Frau Professor Helga Nowotny, die uns garantieren wird, dass wir nicht kopieren, was andere Länder tun, sondern kapieren, wie man das in anderen, mit uns vergleichbaren Ländern gemacht hat. Wir werden in Alpbach dann die ersten Umsetzungsschritte diskutieren, die dieses Gremium, das ich gerade angesprochen habe, das ERA Council Forum Austria, erarbeitet hat.
Daher glaube ich, dass wir jetzt nicht nur eine Stimmung erzeugen wollen und erzeugt haben, sondern auch die systematischen Grundlagen haben, um uns im Wissenschafts- und Forschungsbereich weiterzuentwickeln. Und weil einige von Ihnen zuvor gemeint haben, man bräuchte und man sollte – Kollege Krusche hat Professor Penninger zitiert – zehn derartige Einrichtungen haben: Wunderbar, ich würde mir noch mehr wünschen, das ist aber alles eine Frage der Finanzierung.
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