Institut für Inklusive Pädagogik, et cetera, haben Ihnen ausgerichtet, dass das jetzt alles noch komplizierter wird.
Das, was wir brauchen, ist, dass Kinder, die Beeinträchtigungen in den verschiedensten Formen haben, integrativ unterrichtet werden. Ich persönlich sage aber schon: Es hat auch die Sonderschule ihren Sinn! – Und bitte unterstellen Sie mir jetzt nicht gleich wieder, wie das gerne gemacht wird, ich wolle die Kinder abschieben und die sollen überhaupt nichts mit den anderen zu tun haben!
Jüngst gab es erst einen Zeitungsbericht, wo sich Eltern beklagt haben, die nicht wollten, dass ihr Kind in eine Integrationsklasse geht, weil sie der Meinung waren, dass es ihrem Kind besser täte, wenn es in einer Sonderschule wäre, weil auf die Defizite besser Rücksicht genommen werden kann, besser eingegangen werden kann. Und eines der Hauptargumente war: Dieses Kind sieht nicht täglich, dass es anders ist als die anderen!
Daher glaube ich, es kann beides Bestand haben. Natürlich ist unser Hauptziel, in einer Klasse alle gemeinsam zu unterrichten, aber man kann es sich auch anschauen – ohne gleich dem Vorwurf ausgesetzt zu sein, das sei so wie in der NS-Vergangenheit, am liebsten würde man sie euthanasieren. Es geht darum, zu sagen, was das Beste und das Richtige für das Kind ist. Das vermisse ich aber in der Diskussion seit Jahren insgesamt. Die Sonderschule hat jetzt leider auch schon so einen schwarzen Fleck bekommen, wo man dieses Wort am liebsten gar nicht mehr in den Mund nehmen möchte.
Zwei Anmerkungen noch: Wofür ich durchaus Verständnis habe, das ist die Kritik an der Abschaffung des § 14 Abs. 1, das Anhörungsrecht bei der Abweichung der Klassenschülerhöchstzahlen.
Der zweite Punkt, wo es jetzt keine Möglichkeit mehr gibt, ist, wenn die Schüler der Schule fernbleiben. Das sollte man überdenken, das glaube ich auch. Das Problem wird in den Ländern unterschiedlich vorhanden sein, aber ich denke schon, dass die Schüler in die Schule gehören. Die sollen etwas lernen, die sollen sich später im Leben ja auch einmal selbst erhalten können, eine Familie gründen können, wo sie zum Erhalt beitragen können.
Ich weiß schon, es hat fast jeder Schüler schon einmal die Schule geschwänzt, aber es ist ein Unterschied, ob ich mir als Schüler einmal einen Tag quasi selber freigebe, oder ob ich tage- und wochenlang gar nicht zur Schule gehe. Oft genug ist es so, dass die Eltern das gar nicht wissen, manchmal wird es leider auch von den Eltern toleriert. Aber ich denke schon, dass man da etwas machen muss, dass man die Kinder wieder zurück in den Unterricht holt. Und wenn die Eltern, das gibt es leider auch, dann uneinsichtig sind, finde ich auch, dass es gewisse Maßnahmen geben sollte.
Noch etwas möchte ich ansprechen, weil es so aktuell ist: die Förderung für die Vienna International School. Sie haben das ja sicher heute auch schon gehört und gelesen. Sie, Frau Ministerin, müssen sparen. Sie müssen ganz schön viel sparen, obwohl wir für Bildung doch Geld brauchen und Geld in die Hand nehmen sollen – aber Sie haben eine ganz ordentliche Sparverordnung bekommen.
Und da muss man sich jetzt – auch ein bisschen im Hinblick auf die Diskussion über die Luxuspensionen vorhin – wundern, wenn die Vienna International School bis jetzt vom Bildungsministerium 5,2 Millionen an Förderungen bekommen hat. Da wurden noch einmal 2,5 Millionen vom Bund draufgelegt. Das heißt, wir reden hier von 7,7 Millionen €. Für wie viele Schüler? – Für 1 400 Schüler. Alle anderen nichtkonfessionellen Privatschulen, die insgesamt 5 900 Schüler haben, bekommen 4,4 Millionen an Förde-
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