an der Referentinnen und Referenten aus Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina teilnehmen werden.
Wenn wir heuer die Erinnerung an historische Ereignisse wachhalten, rücken wir damit auch den unschätzbaren Wert des Friedensprojektes Europäische Union in den Mittelpunkt, zugleich aber auch die Aufgabe und Herausforderung, diese EU weiterzuentwickeln. Auch die Länderkammer trägt Mitverantwortung dafür, wie der gemeinsame europäische Weg fortgesetzt wird. Nicht zuletzt deshalb ist es mir eine besondere Ehre und Freude, im kommenden Halbjahr die Bundesratspräsidentschaft übernehmen zu dürfen.
Was bedeutet „Zukunft gestalten“ in einer modernen, offenen, sozialen Gesellschaft? – In meinen Augen heißt das, sich in einer Zeit, in der die Kluft zwischen Arm und Reich wächst und Gleichstellung zwischen Mann und Frau nach wie vor nicht realisiert ist, konsequent für die Chancengleichheit einzusetzen. Kärnten entsendet zum fünften Mal eine Frau an die Spitze des Bundesrates: Helene Tschitschko bekleidete das Amt drei Mal, Dr. Helga Hieden-Sommer hatte es in der zweiten Hälfte des Jahres 1987 inne.
Die Präsenz von Frauen in der Politik macht den Anspruch auf Gleichberechtigung immer wieder sichtbar. Sie ruft uns in Erinnerung, was durch beharrliches Ringen um Fortschritt erreicht worden ist, aber auch, wie viel noch zu tun ist.
Es gibt eine Reihe von Ebenen, auf denen Frauenförderung geschieht und weiter forciert werden muss. Ich möchte während meiner Präsidentschaft unter anderem auch den Blick auf den Bildungsbereich lenken. Noch immer ist es trotz intensiven Bemühens, Veränderungen herbeizuführen, Realität, dass sich eine Mehrheit der Mädchen bei der Berufswahl auf typische Frauenberufe wie Friseurin, Verkäuferin oder Sekretärin beschränkt. Ich möchte betonen: Das sind sehr wichtige Berufe, aber auch solche, die schlecht bewertet werden, dadurch niedrig entlohnt sind und nur wenig Karrierechancen bieten.
Dies hat weitreichende Konsequenzen, schlägt sich in der Einkommensschere zwischen Mann und Frau nieder und hat Auswirkungen auf die Möglichkeiten der Alterssicherung. Daher gilt es verstärkt Anstrengungen zu unternehmen, Frauen für technische und naturwissenschaftlich ausgerichtete Ausbildungszweige zu interessieren.
Wir müssen uns aber auch fragen, welche Rahmenbedingungen erforderlich sind, damit junge Mädchen neue Wege gehen können. Vielfach sind Frauen deshalb vorwiegend in bestimmten Berufssparten anzutreffen, weil sie sich erhoffen, diese Tätigkeiten besser mit einer Familie in Einklang bringen zu können. Ihnen neue Chancen zu eröffnen bedeutet daher, ein adäquates Kinderbetreuungsangebot zur Verfügung zu stellen. Eine Enquete mit dem Schwerpunkt duale Ausbildung, für die ich Sie schon heute um Ihre Zustimmung bitte, soll alle Facetten dieser Problematik beleuchten und Impulse für Veränderungen geben.
Eine gerechte, zukunftsorientierte Gesellschaft ist für mich aber auch eine, die sich ihrer jüngsten Mitglieder annimmt. Ich werde mich daher dafür einsetzen, dass Kinderrechte nicht mehr unter „ferner liefen“ – unter Anführungszeichen – vorkommen, sondern mehr Gewicht erhalten. Um dies zu gewährleisten, möchte ich die Einrichtung eines eigenen Ausschusses, der sich damit beschäftigen soll, anregen.
Was bedeutet „Zukunft gestalten“ für den österreichischen Bundesrat? – In der Vergangenheit ist die Länderkammer oft infrage gestellt worden. Aus meiner Sicht sollten wir uns in Österreich nicht darauf konzentrieren, wie wir den Parlamentarismus und Föderalismus schwächen, sondern wie wir diese beiden Pfeiler unserer Demokratie stärken können. Die Länderkammer wirkt als wichtiges Bindeglied zu den Gemeinden,
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