BundesratStenographisches Protokoll832. Sitzung / Seite 200

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Ich habe mir das im Detail auf der Homepage der ÖBB angeschaut. Ironischerweise unter dem Punkt „Services“, Unterpunkt „Tarifbestimmungen“, Unterpunkt „Relations­preise“ findet man 23 PDF-Tabellen mit insgesamt 480 Megabyte. Ich habe mir den Buchstaben S angeschaut, der hat 15 405 Seiten Tabellen, von wo man wohin fährt und wie viel das kostet, erste Klasse und zweite Klasse. Ich habe da etwas wahllos herausgegriffen. Wenn man von Simbach am Inn nach Innsbruck-Hauptbahnhof fahren will – auf Seite 6760 steht das, unter S –, dann gibt es drei Möglichkeiten, je nachdem, wie man fährt: einmal um 50,30 €, einmal um 56,70 € und einmal um 60,10 €.

Schaut man dann aber im Online-Reservierungssystem Scotty nach, dann kostet das 39,60 €. Da steht aber der Vermerk dabei, dass für eine Teilstrecke die Ticketbuchung nicht möglich ist, das muss man gesondert kaufen, und das kann Zusatzkosten verursachen.

Also spätestens dann, wenn ich mir das angeschaut habe, bin ich so weit, dass ich sage: Liebe ÖBB, habt’s mich gern, ich setz’ mich ins Auto!

Dass es auch anders geht, beweist die Schweiz. Die SBB hat ihre Tarife auf insgesamt dreieinhalb DIN-A4-Seiten veröffentlicht, von denen eineinhalb Seiten Rechenbeispiele sind.

Diese Art der Verschleierungstaktik der Preispolitik – auf den Tickets werden ja auch keine Preise mehr aufgedruckt, angeblich wegen der besseren Lesbarkeit – ist mir unklar.

Auch die Servicequalität der Österreichcard – die kostet immerhin 1 640 € – wurde deutlich verschlechtert. Im November letzten Jahres ist ein Schreiben an die Besitzer ergangen, in dem lakonisch mitgeteilt wird, dass unter anderem die Zahlungsfunktion der Österreichcard mit 15. Jänner eingestellt wird – das wird mit der SEPA-Umstellung begründet –, und dann fällt auch noch das Club-Bonus-Programm, das häufig verwen­det wurde, weg. Es gibt dann noch eine Reihe von Verschlechterungen, die nicht in diesem Brief stehen: Der Zutritt zu Lounges auf den Bahnhöfen wurde gestrichen, auch die Gratisplatzreservierung für Nachtzüge, und überhaupt hat die Zahl der teilneh­menden Verkehrsunternehmen abgenommen.

Die Verschleierungstaktik scheint bei den ÖBB überhaupt System zu haben, denn im Gegensatz zu früheren Berichten der Schienen-Control findet man keine detaillierte Aufstellung mehr über die gemeinwirtschaftlichen Leistungen in den einzelnen Bundesländern, und im Ausschuss hat es auf diese Frage die Antwort gegeben, es fehlen die Daten seitens der ÖBB. Die letzte Information an den Nationalrat erging für das Jahr 2011.

Bei der Pünktlichkeitsstatistik und den Beschwerden schaut es ja ganz gut aus, die Frage ist jedoch, ob die ÖBB einsichtiger geworden sind und vielleicht sehr viele Entschädigungen abhandeln, ohne dass es zu einer Beschwerde bei der Schienen-Control kommen muss, und hinsichtlich der Pünktlichkeitsstatistik stellt sich auch die Frage, ob die nicht auch durch gewisse Toleranzen in den Fahrplanreserven erkauft wird. (Bundesrätin Kurz: Geh bitte, was soll das heißen?)

Abschließend noch zu einer Frage, die im Ausschuss gestellt wurde, dort nicht beantwortet werden konnte und zu der jetzt die Antwort gekommen ist, nämlich warum die Personalkosten bei gleichbleibendem Personalstand gestiegen sind. Es wurden jetzt einige Punkte angeführt. Ein Punkt ist mir jedoch nicht klar, vielleicht kann mir das noch jemand erklären, nämlich was Sozialkosten zur Vorbereitung des Outsourcings der EDV-Betreuung sind, die zu einer Steigerung der Personalkosten beitragen.

Summa summarum ist natürlich auch der Ausbau der Südbahnstrecke positiv zu beurteilen, gerade für mich als Steirer. Ich weiß, es gibt da Probleme mit den Geneh-


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