BundesratStenographisches Protokoll832. Sitzung / Seite 231

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Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieser Kulturbericht bietet aber auch die Gelegenheit, in der Länderkammer nicht nur die hauptamtlichen Mitarbeiter der sogenannten Hochkultur in Österreich zu würdigen. Die Kultur in Österreich ist ja sehr vernetzt, sie besteht aus einem großen Netzwerk mit vielen Bestandteilen. Ich denke an die Landeskultureinrichtungen, an die Landesausstellungen, an die Landesgalerien, an die Musikschulen und, und, und. Ich könnte das jetzt bis auf die Volks­kultur­einrichtungen hinunterbrechen, auf die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitar­beiter, die mithelfen, damit die gemeinsame Kulturarbeit in dieser Republik gelingt. Da sind wir wirklich gut unterwegs.

Ich glaube, unsere Kulturarbeit braucht beides, braucht den Bereich, der im Kultur­bericht behandelt wird, der im Kulturbericht detailliert gewürdigt wird, der mit Zahlen und Daten versehen ist, und das Kulturnetzwerk auf dem sogenannten flachen Land, in den Ländern, in den Gemeinden, bis hinunter in die Vereine, die unsere Kultur lebens­wert machen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ein sehr gescheiter Mensch hat einmal gesagt – dieses Zitat ist nicht von mir –: Die Wirtschaft brauchen wir zum Leben, die Kultur brauchen wir zum Erleben. Der Mensch braucht auch Erlebnisse. Der Mensch braucht mehr als nur die Wirtschaft und die Arbeit. Die Arbeit ist Mittel zum Zweck, auch um Kultur zu erleben, wenn man sich weiterentwickelt.

Ich möchte in diesem Zusammenhang auch sagen – ich möchte auch einen anderen Teil herausgreifen, den Denkmalschutz, der auch sehr wertvolle Arbeit leistet und auch in Ihr Ressort fällt –, dass ich bedauere, dass im Bereich des Denkmalschutzes das Unter-Schutz-Stellen meistens die Hauptarbeit ist, dass man aber der Finanzierung dieser Projekte nicht ganz so nachkommt wie dem Unter-Schutz-Stellen.

Ich bin der Meinung, wenn wir sagen, dass ein Objekt im allgemeinen Interesse erhalten werden soll und bestimmte Beschränkungen für dieses Objekt auferlegt werden, dann muss die öffentliche Hand bereit sein, die entsprechenden Erhaltungs­maß­nahmen zu einem großen Teil mitzufinanzieren.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kultur ist alles, was das Notwendigste und das Notwendige überschreitet. Und wir sind in diesem Bereich wirklich sehr gut unter­wegs.

Ich möchte noch eine Anmerkung machen: Herr Bundesminister, ich habe gemeinsam mit Kollegen Todt vor vielen Jahren – es war am 20. Juli 2007 – einen Entschließungs­antrag eingebracht, nämlich das Anliegen von drei Landeshauptleuten in Österreich, von Landeshauptmann Häupl, Landeshauptmann Pröll und Landeshauptmann Püh­ringer – alle sind noch im Amt und haben immer noch dieses Ansinnen –, dass der Donaulimes zum Weltkulturerbe erklärt werden soll. Der Entschließungsantrag wurde in der Länderkammer – sehr symbolhaft, weil das auch mehrere Länder betrifft – einstimmig beschlossen.

Wir haben, Herr Kollege Todt, vor zwei Jahren auch eine Erinnerung eingebracht. Und Ihre Vorgängerin, Herr Bundesminister, hat gesagt, dass das unmittelbar vor dem Abschluss steht, nämlich dieses Projekt Donaulimes als Weltkulturerbe einzureichen. In der Zwischenzeit haben wir erfahren, dass die österreichische Mehlspeisküche jetzt Weltkulturerbe geworden ist, hinsichtlich des Donaulimes warten wir noch immer darauf. (Zwischenruf.) – Eine positive Sache, selbstverständlich. Wir konnten gestern beim Kärntner Abend ja wieder einen Teil der österreichischen Mehlspeisküche ge­nießen.

 


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