BundesratStenographisches Protokoll832. Sitzung / Seite 233

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Zum Bericht allgemein: Der Bericht ist durch eine aktuelle Meldung überlagert wor­den – ich halte mich hier an den Text der heutigen Ausgabe des „Standard“ –, es heißt:

„Alle wussten vom Bundestheater-Desaster“ – offensichtlich nicht die Regierung.

„Controlling-Mängel, Planungsfehler, zu hohe Ausgaben und eine eher sinnlose Effizienzanalyse“.

Ich zitiere weiter: „Der lang erwartete Rechnungshofbericht“ – er ist gestern oder vor­gestern eingetroffen – „über die Bundestheaterholding fiel wie angekündigt aus. Ver­nichtend.“

Und weiters: „Weit massiver fällt die mannigfaltige Kritik am Kulturressort aus – also an Claudia Schmied“.

Zu Claudia Schmied im Zusammenhang mit der Kommunalkredit kann ich jetzt nichts sagen, da habe ich keine Erinnerungswerte beziehungsweise habe ich mir das nicht angesehen, aber hier im Bundesrat ist mir ihr Desinteresse am Denkmal aufgefallen. Es gibt den Tag des Denkmals, aber das hat sie gar nicht gewusst.

Weiters wird hier ausgeführt: „Wie bereits davor unter ÖVP-Kunststaatssekretär Franz Morak wurde der Vertrag von Springer ohne vorherige Ausschreibung verlängert.“ – Franz Morak war offensichtlich ein besserer Popstar. Sein Lied „Wo ist der Chef dieser seltsamen Anstalt“ klingt mir heute noch im Ohr und trifft offensichtlich auf dieses Bundestheater-Desaster zu, mit dem wir uns heute hier bemühen müssen.

Wir könnten sagen, das ist uns alles wurst, ist es aber nicht, denn es geht immer um Steuergeld, das wir da bezahlen müssen.

Nun zum Bericht, ich schlage Seite 131 auf – es ist, wie gesagt, äußerst mühsam, all das zu finden. Ich bitte wirklich, sehr geehrter Herr Minister, ein Sachregister zur Verfügung zu stellen. (Bundesrat Kneifel: Hat er eh schon aufgeschrieben!) – Danke vielmals, dass du mich hier ergänzt.

Der Bericht über die Bundestheater Holding GmbH besteht aus sechs Seiten. Der Rechnungshofbericht über das Bundestheater ist insgesamt so dick wie dieser gesamte Bericht. Auf diesen sechs Seiten sind drei Seiten Stricherlliste, wer ist ein Mann und wer ist eine Frau. Ist das so wichtig? – Okay.

Dann verlange ich zumindest, dass das andere, das Bundestheater-Desaster, genau analysiert wird. Sie beziehungsweise der dafür Verantwortliche schreibt hier – das überschneidet sich ja mit Ihrer Vorgängerin –: „Zu den Hauptaufgaben der Bundestheater Holding zählen:“ – und dann – „das konzernweite Controlling“.

Ich möchte keiner der hier genannten Personen nahetreten, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die hier angeführten Personen ein konzernweites Controlling verantworten können. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Sie müssen Kunst und Wirtschaft trennen! Das ist der springende Punkt, beide bedingen einander, aber es gehört getrennt. Das ist also wie ein Hohn, ein Slapstick dieser Aufführungen.

Konzernweites Controlling muss outgesourct werden, weg von der Kunst. Das ist jetzt kein Angriff gegen die Kunst, sondern das gehört einfach weg. Das gehört zu einem Wirtschaftsprüfer – ich möchte jetzt hier keinen nennen und keinen strapazieren – oder zu Unternehmensberatungsagenturen, aber bitte nicht hier herein. (Präsidentin Blatnik übernimmt wieder den Vorsitz.)

Zum Burgtheater – ich gehe ja oft vorbei, aber ich habe, ehrlich gesagt, kein Bedürfnis, dort hineinzugehen. Dass ich das letzte Mal dort in einer Vorstellung war, das liegt


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