schon länger zurück, ich bin in der Halbzeit gegangen, weil es einfach schwach war. Daher wundert es mich auch nicht, dass der jetzt – ohne den Namen zu nennen – von Ihnen zu Recht gefeuerte Direktor ein Regiehonorar in der Höhe von 40 000 € bekommen hat. (Zwischenruf des Bundesrates Schreuder.) – Ich zitiere, ja. (Bundesrat Schreuder: Wie heißt er?) – Matthias Hartmann, aber ich glaube, du kennst ihn.
Ich würde hier doch Internationalität vorschlagen, wie das üblich ist. Solch ein Spielplan mit permanentem Wechsel, importierten Schauspielern, das ist ein Kommen und Gehen, ist unheimlich teuer. In London wird ein Stück angesetzt und für mehrere Jahre gespielt. Das sollte auch für das Burgtheater gelten. (Bundesrat Schennach: Aber nein!) Man sollte weniger Stücke machen, die ständig gespielt werden, aber es sollte kein permanentes Kommen und Gehen sein. Und die Auslastung ist noch dazu extrem gering.
Nehmen Sie das English Theatre. Das English Theatre ist ein kleiner Betrieb, ein Familienbetrieb (Bundesrat Schennach: Ja, aber es gibt in England ein Theater, und da spielen sie seit … Jahren das gleiche Stück, aber das ist kein großes Haus!), mit fast 100 Prozent Auslastung, und das ist zehnmal besser. Ein privat organisiertes Theater ist oftmals besser als ein staatliches, ein mit Steuern finanziertes Theater, das praktisch zum Selbstbedienungsladen mutiert.
In einem Punkt gebe ich dir recht, Kollege Schennach: Es gehören mehr Mittel für die Erweiterung der musealen Sammlungen hier in Österreich aufgestellt. Wir brauchen ein größeres Budget, wir brauchen Erweiterungen. Fast alle musealen Sammlungen Österreichs und Wiens stammen noch aus der Monarchie. Ich erinnere an das Naturhistorische Museum, das ausschließlich aus der Privatsammlung des Kaisers Franz Stephan von Lothringen stammt.
In diesem Sinne ersuchen wir um eine Umschichtung.
Der Bericht ist nicht schlecht, ich möchte ihn jetzt nicht schlechtmachen. Er ist gut formuliert, er ist umfangreich. Er zeigt, dass Österreich wirklich viel Kultur hat, ein Kulturerbe hat, auf das wir stolz sein können. Aber eine Veruntreuung, eine, ja, eine Verunreinigung im Sinne des Rechnungshofberichts in jeder Hinsicht (Bundesrätin Grimling: Was?), dieses lehnen wir auch in jeder Hinsicht ab. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Bundesrätin Grimling: Was?)
22.32
Präsidentin Ana Blatnik: Als Nächster zu Wort gemeldet hat sich Herr Bundesrat Schreuder. Ich erteile es ihm.
22.32
Bundesrat Marco Schreuder (Grüne, Wien): Frau Präsidentin! Herr Minister Ostermayer! Herr Minister Brandstetter! Also ich bin von der vorhergehenden Rede ein bisschen irritiert, muss ich ehrlich gestehen. (Bundesrätin Grimling: Ja! – Bundesminister Ostermayer: Das verstehe ich!) Wobei ich natürlich auch den Rechnungshofbericht zum Thema machen wollte, no na net, wir sind ja Opposition, das eint uns.
Allerdings gibt es eine Sache, Herr Kollege, etwas, das ein Kulturpolitiker nie machen darf: den persönlichen Geschmack als Maßstab nehmen. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf: Genau! – Bundesrätin Kurz: So ist es!)
Es gibt Dinge, die mag ich auch nicht. Mir gefällt auch manchmal etwas nicht, ich bin auch schon manchmal in der Pause gegangen und habe gehofft, das fällt niemandem auf. Ich war auch manchmal begeistert und traurig, dass etwas vorbei war. Aber das ist der persönliche Geschmack. Das ist der individuelle Zugang zu Kunst und Kultur.
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