die Aufnahmeprüfung einmal probiert, weil ich so fasziniert war von dieser Möglichkeit, Geschichten zu erzählen.
Warum erzähle ich jetzt diese persönliche Geschichte? – Ich glaube, dass es tatsächlich an der Zeit ist, vor allem nach diesem Rechnungshofbericht, über die Verteilung, wie viel Geld wir für welche Institutionen zur Verfügung stellen, ganz grundsätzlich zu diskutieren. Und das ist ja das, was wir aus dem Rechnungshofbericht lernen. Ich könnte jetzt auch viele Anschuldigungen machen, dazu sind jetzt schon genug OTS hinausgejagt worden, das interessiert mich jetzt aber nicht. Ich finde, viel interessanter, als Vorwürfe zu machen, ist die Frage: Was können wir daraus lernen? Das ist doch viel interessanter.
Ich glaube, diese doch schon sehr lange vorhandene Idee: Wenn mein Geld nicht reicht, werden die Subventionen schon erhöht werden!, geht nicht mehr. Eine Institution wie die Bundestheater kann nicht im Grunde genommen fast das gesamte oder den Großteil der Subventionen für die Darstellenden auffressen und dann immer noch mehr brauchen. Das erinnert mich ein bisschen an diesen berühmten Spruch: Wurscht wie viel du verdienst, Schulden machst du immer!, oder: Wurscht wie viel du verdienst, du gibst es immer aus!
Und so ähnlich kam mir das schon auch vor, wenn man dann auch sieht, wie kleine Bühnen, kleine Theater mit ganz wenig Geld – auch nicht immer gut – bezaubernde Dinge machen.
Natürlich kann man die Staatsoper oder das Burgtheater nicht zusperren. Wäre ja auch blöd. – Nein, nein, das sind wunderbare Bühnen. Das Burgtheater war auch ein Grund dafür, warum ich ans Reinhardt Seminar gegangen bin. Gert Voss – erinnern wir uns bitte an ihn! –: ein großer Schauspieler!
Die Thomas Bernhard-Inszenierungen. – Oh, wie habe ich damals in meiner Jugend dadurch eigentlich das Theater kennengelernt. (Bundesrat Pisec: Keine Wertung!)
Nein, ich will damit nur sagen, es muss für Sie ja nicht Thomas Bernhard sein. Es kann für Sie eine Shakespeare-Inszenierung sein. Es kann für Sie eine Mozartoper in der Staatsoper sein. Es kann für jemanden anderen ein zeitgenössisches Stück in einem Kellertheater sein.
Ich will nur sagen, der Zugang zur Kultur kann die Menschen ja auch dazu bringen, das kennenzulernen. Ich will ja auch nicht werten im Sinne von, was nicht gefördert werden soll und was gefördert werden soll, sondern, was Kultur und Kunst auch kann.
Aber ich glaube nicht, dass Geld das Wichtigste ist. Es ist aber so, dass immer mehr Subventionen verlangen, dass immer mehr inszenieren, dass es immer größere Inszenierungen, dass es immer teurere Bühnenbilder gibt. Ich kann mich erinnern, bei den Salzburger Festspielen – das ist auch schon länger her, das gebe ich zu – hat ein Regisseur auf Folgendes bestanden: Weil ihm der Kunstregen nicht gefiel, hat er Kontaktlinsen regnen lassen, weil das besser aussah. Das kostete alleine, ich weiß nicht wie viele Tausende von Euro. Es stellt sich auch manchmal die Sinnfrage, sage ich einmal.
Manchmal wünschte ich mir, alle Kulturpolitiker und Kulturpolitikerinnen, aber vor allem auch die Intendantinnen und Intendanten von großen Häusern, würden dieses alte Buch „Das arme Theater“ aus dem Jahr 1969 von Jerzy Grotowski und Peter Brook noch einmal lesen, weil ich glaube, dass es noch reicher macht, wenn wir mit vorhandenen Möglichkeiten, die wir fair verteilen, gut umgehen, dass auch die kleineren Bühnen, auch die kleineren Museen, auch die kleineren Kunstschaffenden und vor allem die kreativen Köpfe etwas davon haben, dass auch Mittel in die Ausbildung
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