BundesratStenographisches Protokoll832. Sitzung / Seite 237

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dieser kreativen Köpfe hineinfließen und nicht alles in großen Institutionen, wie wir jetzt wissen, leider auch versickert.

Das war es. Ich bin leidenschaftlich, wenn es um Kultur geht, ich gebe es zu. Ich bin gespannt, wie Sie das lösen, Herr – jetzt hätte ich beinahe wieder Staatssekretär gesagt, alte Gewohnheit. Herr Minister, Entschuldigung! Ich bin gespannt, wie Sie mit diesem Erbe umgehen. Ich will Ihnen persönlich, auch wenn ich mir jetzt mehr Trans­parenz in der ganzen Abwicklung wünsche, wirklich wünschen, dass das so gehandelt wird, dass auch ein neuer Esprit, auch durch die großen Kunsthäuser geht, dass es nicht immer um den Apparat selber geht, sondern um die Kunst, die man schafft. Und die kann man manchmal mit ganz einfachen Mitteln machen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Bundesräten von SPÖ und ÖVP.)

22.43


Präsidentin Ana Blatnik: Als Nächster zu Wort gemeldet hat sich Herr Bun­desminister Dr. Ostermayer. Ich erteile ihm dieses.

 


22.43.17

Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und öffentlichen Dienst Dr. Josef Ostermayer: Hochgeschätzte Frau Präsidentin! Hochgeschätzter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Bundesrätinnen und Bundesräte! Eigentlich wollte ich mich nach Stefan Schennach und Gottfried Kneifel zu Wort melden und mich für die Worte, auch für die vielen positiven Worte bedanken.

Herrn Bundesrat Kneifel wollte ich noch mittteilen – weil ich damit gerechnet habe, dass das Thema römischer Limes kommen könnte –, dass das Ministerium sehr intensiv daran arbeitet, dass aber die Einreichungskriterien für die Verleihung des Siegels „Weltkulturerbe“ komplexer geworden sind, dass intensive Vorarbeiten ge­macht werden, dass derzeit an der exakten Abgrenzung der Kern- und Pufferzonen gearbeitet wird und so weiter. Also die Vorarbeiten laufen, weil wir die Absicht haben, dass noch in dieser Legislaturperiode die Einreichung stattfindet, so früh wie möglich.

Ich wollte mich auch deshalb kurzhalten, obwohl ich – ich gestehe es Ihnen – mit, glaube ich, viel Empathie sehr lange anlässlich dieser Berichte über Kunst- und Kultur reden könnte, aber aus Rücksicht auf Herrn Bundesminister Brandstetter, der schon einige Zeit wartet, würde ich mich gerne kurzhalten. (Heiterkeit.)

Gerade hat – das kenne ich und ich weiß, dass das sehr ausgeprägt ist – Herr Bun­desrat Schreuder Gert Voss und dessen schauspielerischen Qualitäten erwähnt. Ich habe Gert Voss als Schauspieler schätzen gelernt, und ich durfte ihn im März auch als Mensch persönlich kennenlernen und hatte seither regelmäßig Kontakt. Ich hätte mein nächstes Treffen mit ihm am 3. September gehabt, wenn er nicht vorigen Sonntag leider viel zu früh, verstorben wäre.

Wenn man sich all diese Dinge vor Augen führt, dann hätte ich gehofft, dass ich mich verhört habe, als Sie (in Richtung des Bundesrates Pisec) im Zusammenhang mit Kunst und Kultur das Wort „Verunreinigung“ verwendet haben. (Zwischenruf der Bundesrätin Mühlwerth. – Bundesrat Kneifel: Das hat er aber gesagt!)

Ich habe es leider nicht überhört und habe mich leider nicht verhört. Aber es gibt ja die These, dass nur das herauskommen kann, was auch drinnen ist. Ich hoffe, dass das nicht zutrifft.

Aber ich wollte mich schon am Beginn, als Sie zu reden begonnen haben, zu Wort melden, weil Sie gesagt haben: irgendein Kunstarchitekt Hollein. – Hans Hollein war der bisher einzige österreichische Architekt, der den Pritzker-Preis bekommen hat. Der Pritzker-Preis ist so etwas wie der Nobelpreis für Architektur. (Bundesrat Pisec: Ich weiß!)

 


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