BundesratStenographisches Protokoll833. Sitzung / Seite 23

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kann, dass viele Ängste abgebaut werden, dass aber auch viel Informationsdefizit, das jetzt noch vorhanden ist, beseitigt werden kann.

Die anderen Bereiche, die wir in Schladming diskutiert haben, bringen sehr wohl sehr neue Wege, wie wir aufgezeigt haben. – Ich darf in einem kurzen Ausflug noch sagen, dass wir im Moment drei Formen der ganztägigen Schule vorfinden, nämlich die Halb­tagsschule mit Hortbetreuung, die Ländersache ist, die Halbtagsschule mit Bundes­nachmittagsangeboten, wobei das Geld vom Bund kommt, und die verschränkte ganz­tägige Schule, bei der die Abwechslung zwischen Lernzeiten und Freizeiten in den Stun­denplänen vorgegeben ist.

Diese letzte Form wird noch am wenigsten in Anspruch genommen. Für die beiden an­deren Formen nehmen wir viel Geld in die Hand, um auch Bildungsnachteile auszuglei­chen und vor allem für Eltern Vereinbarkeitsfragen zu lösen und auch einen Benefit an­zubieten, dass sie ihre Kinder nicht mit teurer Nachhilfe durch die Schulzeit bringen müssen, sondern dass vieles quasi während des Tages am Arbeitsplatz für die Schü­lerinnen und Schüler beziehungsweise von diesen, aber auch von den Lehrerinnen und Lehrern erledigt werden soll. Diesbezüglich haben wir noch einen gewissen Nachhol­bedarf. So geht es etwa auch um die Frage der unterschiedlichen Schulerhalterschaft, in den Ländern sind es die Kommunen, beim Bund geschieht das durchs Ressort selbst. Außerdem entsprechen viele Gebäude halt nicht den modernsten Anforderun­gen. Aus diesem Grund ist es natürlich eine Herausforderung, die Arbeitsplatz‑ bezie­hungsweise Schulraumgestaltung so zu forcieren, dass die Bedingungen für alle glei­chermaßen gut sind.

Ich durfte in den letzten zwei Wochen einige hochmoderne neue Bildungscampussys­teme besuchen. So etwas hätten wir uns, wie wir da sitzen, wahrscheinlich in unserer Kindheit auch nicht vorstellen können! Da gibt es „Marktplätze“, um die herum Bil­dungsräume mit Glaswänden gestaltet sind, wo alle allen anderen beim Arbeiten zuse­hen können. Im Hinblick darauf wurde mir erzählt, dass es zu Beginn ziemlich viele Bedenken gab, was geschieht, wenn man einander beim Arbeiten ständig sieht, und ob da nicht der Eindruck entstehen könnte, dass da zu wenig getan wird. Pädagoginnen und Pädagogen haben mir jedoch erzählt, dass man es nach zwei, drei Tagen als normal empfindet, dass man einander sieht, denn man trifft sich ja auch jeden Tag in den gleichen Gruppen. So kann beispielsweise ein Kind auf dem Bauch liegend seine Rechenaufgaben erledigen, es kann in der Kuschelecke etwas gelesen werden, oder es findet Frontalunterricht im klassischen Sinn statt, wobei der Lehrer oder die Lehrerin vorne stehen und die Kinder neues Wissen aufnehmen. Ich glaube nämlich, gerade die Mischung macht es aus!

Die Schulraumgestaltung ist auch ein Beispiel dafür, dass sich die schon bestehende Bund-Länder-Arbeitsgruppe vorgenommen hat, sich die Schulautonomie, die Schul­raumgestaltung, die Personalverwaltung, die Schulverwaltung an sich vorzuknöpfen – wenn ich das so sagen darf –, um uns quasi zuzuarbeiten, die wir uns in einer neuen politischen Runde mittelfristige Ziele setzen wollen. Wir haben sehr viele Bildungsziele in Österreich. Es geht jetzt aber vor allem darum, diese zusammenzuführen und fest­zustellen, was wir in wie vielen Monaten und Jahren erreichen wollen.

Abschließend möchte ich festhalten: Im Bereich der Bildung kann man nicht von einem Schuljahr ins andere messen, wie sich etwas verändert hat. Dieser Prozess erstreckt sich zumindest über eine ganze Alterskohorte, über vier Schulstufen, erst dann sieht man ein Ergebnis. Wir sehen auch an den PISA-Ergebnissen und an den Schul‑ und Bildungsstandards, die wir auch im nächsten Jahr fortsetzen wollen, dass man an gro­ßen internationalen Vergleichen durchaus teilnehmen kann, die nicht nur die Wissens­abfrage, sondern auch sehr viel Soziales beinhalten, dass man im Ländervergleich


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