kann, dass viele Ängste abgebaut werden, dass aber auch viel Informationsdefizit, das jetzt noch vorhanden ist, beseitigt werden kann.
Die anderen Bereiche, die wir in Schladming diskutiert haben, bringen sehr wohl sehr neue Wege, wie wir aufgezeigt haben. – Ich darf in einem kurzen Ausflug noch sagen, dass wir im Moment drei Formen der ganztägigen Schule vorfinden, nämlich die Halbtagsschule mit Hortbetreuung, die Ländersache ist, die Halbtagsschule mit Bundesnachmittagsangeboten, wobei das Geld vom Bund kommt, und die verschränkte ganztägige Schule, bei der die Abwechslung zwischen Lernzeiten und Freizeiten in den Stundenplänen vorgegeben ist.
Diese letzte Form wird noch am wenigsten in Anspruch genommen. Für die beiden anderen Formen nehmen wir viel Geld in die Hand, um auch Bildungsnachteile auszugleichen und vor allem für Eltern Vereinbarkeitsfragen zu lösen und auch einen Benefit anzubieten, dass sie ihre Kinder nicht mit teurer Nachhilfe durch die Schulzeit bringen müssen, sondern dass vieles quasi während des Tages am Arbeitsplatz für die Schülerinnen und Schüler beziehungsweise von diesen, aber auch von den Lehrerinnen und Lehrern erledigt werden soll. Diesbezüglich haben wir noch einen gewissen Nachholbedarf. So geht es etwa auch um die Frage der unterschiedlichen Schulerhalterschaft, in den Ländern sind es die Kommunen, beim Bund geschieht das durchs Ressort selbst. Außerdem entsprechen viele Gebäude halt nicht den modernsten Anforderungen. Aus diesem Grund ist es natürlich eine Herausforderung, die Arbeitsplatz‑ beziehungsweise Schulraumgestaltung so zu forcieren, dass die Bedingungen für alle gleichermaßen gut sind.
Ich durfte in den letzten zwei Wochen einige hochmoderne neue Bildungscampussysteme besuchen. So etwas hätten wir uns, wie wir da sitzen, wahrscheinlich in unserer Kindheit auch nicht vorstellen können! Da gibt es „Marktplätze“, um die herum Bildungsräume mit Glaswänden gestaltet sind, wo alle allen anderen beim Arbeiten zusehen können. Im Hinblick darauf wurde mir erzählt, dass es zu Beginn ziemlich viele Bedenken gab, was geschieht, wenn man einander beim Arbeiten ständig sieht, und ob da nicht der Eindruck entstehen könnte, dass da zu wenig getan wird. Pädagoginnen und Pädagogen haben mir jedoch erzählt, dass man es nach zwei, drei Tagen als normal empfindet, dass man einander sieht, denn man trifft sich ja auch jeden Tag in den gleichen Gruppen. So kann beispielsweise ein Kind auf dem Bauch liegend seine Rechenaufgaben erledigen, es kann in der Kuschelecke etwas gelesen werden, oder es findet Frontalunterricht im klassischen Sinn statt, wobei der Lehrer oder die Lehrerin vorne stehen und die Kinder neues Wissen aufnehmen. Ich glaube nämlich, gerade die Mischung macht es aus!
Die Schulraumgestaltung ist auch ein Beispiel dafür, dass sich die schon bestehende Bund-Länder-Arbeitsgruppe vorgenommen hat, sich die Schulautonomie, die Schulraumgestaltung, die Personalverwaltung, die Schulverwaltung an sich vorzuknöpfen – wenn ich das so sagen darf –, um uns quasi zuzuarbeiten, die wir uns in einer neuen politischen Runde mittelfristige Ziele setzen wollen. Wir haben sehr viele Bildungsziele in Österreich. Es geht jetzt aber vor allem darum, diese zusammenzuführen und festzustellen, was wir in wie vielen Monaten und Jahren erreichen wollen.
Abschließend möchte ich festhalten: Im Bereich der Bildung kann man nicht von einem Schuljahr ins andere messen, wie sich etwas verändert hat. Dieser Prozess erstreckt sich zumindest über eine ganze Alterskohorte, über vier Schulstufen, erst dann sieht man ein Ergebnis. Wir sehen auch an den PISA-Ergebnissen und an den Schul‑ und Bildungsstandards, die wir auch im nächsten Jahr fortsetzen wollen, dass man an großen internationalen Vergleichen durchaus teilnehmen kann, die nicht nur die Wissensabfrage, sondern auch sehr viel Soziales beinhalten, dass man im Ländervergleich
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