die individuelle und ganzheitliche Förderung der Kleinsten eingegangen: Sie werden in ihrer individuellen Entwicklung und bei ihren persönlichen Lernprozessen unterstützt.
Genau wie Kollegen Schreuder, der jetzt nicht da ist, ist auch mir persönlich ein positiver Zugang zum Lernen sehr wichtig. Wir alle wissen aus wissenschaftlichen Studien, dass die ersten Wochen der Lernerfahrung in der Institution Schule – soweit ich in Erinnerung habe, sind es die ersten acht Wochen – die Einstellung zum Lernen für das ganze Leben prägen. Kinder, die in dieser Phase positive Erfahrungen machen, werden im ganzen Leben positiv zum Lernen eingestellt sein. Und genauso sieht es natürlich auf der anderen Seite aus.
Es ist mir auch wichtig, dass der Leistungsdruck, damit die Kinder dann in die richtige Schule gehen können, der jetzt schon immer früher beginnt, verringert wird. Deshalb sind wir auch so sehr dafür, dass die Kinder nicht mit zehn Jahren getrennt werden. Wir machen diese Erfahrung in unseren Schulen: Es fängt immer früher an. Kinder werden schon in der dritten Klasse der Volksschule stark unter Druck gesetzt, damit sie dann den Übergang in das berühmte Gymnasium schaffen. Es ist aber für die persönliche Lernerfahrung ganz wichtig, dass dieser Leistungsdruck für die Kleineren wegfällt.
Ziel dieses Arbeitsprogramms ist es aber auch, neben kognitiven, motorischen, körperlichen, emotionalen und sozialen Aspekten – das haben auch meine Vorredner schon besprochen – die Aspekte der sprachlichen Entwicklung besonders zu berücksichtigen.
Werte Kolleginnen und Kollegen! Eine durchgängige Sprachförderung fördert die Bildungssprache Deutsch, nutzt aber auch die Potenziale der Mehrsprachigkeit, denn auch das ist wissenschaftlich fundiert und erwiesen: Nur Kinder, die ihre Muttersprache gut beherrschen, haben die Chance, andere Sprachen gut zu erlernen.
Mit diesem Programm werden nun auch Maßnahmen gesetzt, die die Entwicklung der Sprach‑ und Lesekompetenz bereits im Kindergarten fördern, und durch die neue Schuleingangsphase erfolgt eine enge Verknüpfung mit der Schule. Kinder mit Sprachförderbedarf werden intensiv unterstützt, damit sie diese Eingangsphase erfolgreich abschließen können. Dafür nimmt die Bundesregierung viel Geld in die Hand – das hat auch Kollege Köberl schon betont – und unterstützt mit 45 Millionen aus den Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Frauen und des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres diese Projekte.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Aber auch den Eltern wird ein pädagogisches und organisatorisches Angebot gemacht: Durch bessere Zusammenarbeit wird ihnen für den gemeinsamen Übergang Unterstützung angeboten.
Diese ehrgeizigen Ziele werden in einem Stufenplan ab diesem Schuljahr an 35 Standorten in Österreich umgesetzt, in Oberösterreich in Weyer und in Kronstorf, und zwei Schulen machen auch in der Gemeinde von Bürgermeister Jachs, in Freistadt, mit, was uns Oberösterreicher natürlich ganz besonders freut. Ab 2016 sollen diese an allen österreichischen Grundschulen umgesetzt sein. Dabei wird auch großes Augenmerk auf die Fort‑ und Weiterbildung der PädagogInnen gelegt werden.
Dieser „Schulstart NEU“ orientiert sich natürlich an den Grundsatzzielen des Bundesministeriums für Bildung und Frauen, welche eine allgemeine Erhöhung des Bildungsniveaus in Österreich und eine Verbesserung der Chancen und Geschlechtergerechtigkeit beinhalten.
Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, es sind dies ambitionierte Ziele für unsere Kleinsten, und das ist natürlich auch ein spannendes Programm für die Pädagoginnen und Pädagogen im Kindergarten und in der Grundschule sowie eine große Unter-
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