und dass jeder Betrieb 5 Prozent seiner Fläche als sogenannte ökologische Vorrangfläche bewirtschaften muss.
Es wird im neuen System keine produktionsbezogenen Prämien geben. Und sehr positiv zu bewerten ist, dass die Junglandwirte – die Zukunft im bäuerlichen Bereich – eine höhere Prämie, eine höhere Unterstützung erhalten werden, um für Investitionen und für den Betriebseinstieg besser gerüstet zu sein. Klarerweise sollen auch investive Maßnahmen besser gefördert werden, zudem sind nach wie vor Marktordnungsmaßnahmen vorgesehen.
Geschätzte Damen und Herren, das ist der wirtschaftliche Bereich. Ich glaube aber, Landwirtschaft braucht Zukunft und nicht Rückzugsstrategie, nicht Wachsen oder Weichen ist die Frage, und dazu zählt vielleicht auch das Klima in unserem Land. Es befremdet mich sehr oft und hat mich in meiner eigenen Gemeinde befremdet, wenn für viele Themen vor allem im Umweltbereich die Landwirtschaft sehr gerne als Verursacher und verantwortlich herangezogen wird. Als es in meiner Heimatgemeinde darum ging, dass das Wasser im Wasserversorgungsnetz nicht den Anforderungen entsprach, war sofort der Ruf nach Düngemittelbeschränkungen, nach Begrenzungen da, weil doch nur die Bauern die Verursacher sein können. – Es waren und sind nicht die Bauern, weil klar nachgewiesen wurde, dass im Zuge von Umbaumaßnahmen Keime in das Grundwasser gelangten – nicht durch den Bodeneintrag, nicht aus einem Brunnen, sondern durch Baumaßnahmen.
Geschätzte Damen und Herren, und ich sage das hinaus in die Bevölkerung: Suchen wir bei Umweltproblemen, sei es im Bereich Pflanzenschutz, sei es beim Grundwasser, sei es auch in der Tierhaltung, nicht immer den Verursacher in der Landwirtschaft, denn sehr oft sind die Verursacher woanders zu finden!
Wir brauchen eine positive ländliche Entwicklung. Auch hier sind Maßnahmen vorgesehen, die positiv zu beurteilen sind, nämlich Wissenstransfer, Innovationsförderung. Wir müssen in der Landwirtschaft die Produktion verändern. Wir brauchen neue Produkte, aber wir brauchen von der Produktion über die Verarbeitung in Zusammenarbeit mit Betrieben im ländlichen Raum bis hin zur Vermarktung eine Erhöhung der Wertschöpfungskette. Wir brauchen Produkte mit Herkunftsgeschichte und Namen, die dann einen Wert und letztlich auch einen Preis haben, Herr Kollege! Wir wissen alle, was zum Beispiel bei der Weinwirtschaft passiert ist. Die Weinwirtschaft ist das positive Beispiel, dass man mit Qualität erfolgreich sein und auch ein positives Image erzielen kann.
Heute steht im „Kurier“ in einem Artikel, dass das Schwein bald zu 100 Prozent aus Österreich kommt. Worum geht es da? – Künftig sind für frisches, gekühltes oder gefrorenes Fleisch die Bezeichnungen „aufgezogen in“ und „geschlachtet in“ vorgeschrieben, damit es zu keinen Verwechslungen der Produktion kommen kann. Nur wenn ein Tier in Österreich geboren, gemästet und geschlachtet worden ist, darf dies als Ursprungsland angegeben werden. Ich glaube, darauf sollten wir verstärkt unser Augenmerk richten.
Es gibt positive Beispiele. Ich habe im Sommer einen Biobetrieb besichtigt, der von der Produktion über die Verarbeitung bis hin zur Dienstleistung, indem er seine Bioprodukte in Form von Biokistln den Konsumenten vor die Haustür stellt, alles selbst macht. Wir haben dann nachgerechnet: Er hat pro Hektar eine Arbeitskraft beschäftigt. Das heißt, es ist nicht nur Wertschöpfung, sondern auch Arbeitsplatzsicherung im ländlichen Raum gegeben.
Es gibt viele positive Beispiele aus meinem eigenen heimatlichen Umfeld, ob es die Produktion von Ziegenkäse, von Eis, von Bachsaiblingen oder Apfelschaumwein ist. All das sind neue Wege, die wir einschlagen müssen, neue Wege, die auch entsprechend
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