schaut, dann schaut es nämlich schon wieder ganz anders aus, da sind wir von Gleichberechtigung weit entfernt. Frauen machen, wie ich gerade ausgeführt habe, sehr, sehr viel der Arbeit in landwirtschaftlichen Betrieben, besitzen aber nur rund 5 Prozent der Flächen. Das habe ich jetzt nicht aus dem Grünen Bericht, sondern aus einer Tagung, die im Bericht zitiert wurde, und zwar „Frauen am Land“, die Anfang letzten Jahres in Wien stattgefunden hat. – Landwirtschaft ist nämlich in Österreich immer noch eine Männerdomäne, in erster Linie aber aufgrund der Besitzverhältnisse, aufgrund der Anteile von Männern in Gremien und aufgrund der Anteile von Männern in der Sichtbarkeit von bäuerlicher Arbeit im öffentlichen Leben und nicht aufgrund der Arbeitsaufteilung. Das nur als kleiner Denkanstoß.
Zum zweiten Tagesordnungspunkt, den Maßnahmen für 2015, weiß ich eigentlich nicht genau, was ich sagen soll, denn ohne Präambel und ohne Darstellung der Einkommensentwicklung 2013 bleiben nur mehr acht Seiten übrig. Es ist eine sehr übersichtliche Erklärung, was die GAP – die Gemeinsame Agrarpolitik – ist und wie das Programm 2014 bis 2020 ungefähr aussehen soll. Aber es sind vor allem Schlagwörter mit je einem Absatz dazu, ohne konkrete absolute Zahlen, weil ja auch die Verhandlungen auf europäischer Ebene noch nicht abgeschlossen sind. Deshalb stellt sich für mich auch die Frage, warum dieser Bericht jetzt schon erstellt wurde, wenn man eigentlich nicht wirklich etwas hineinschreiben kann.
Zum Beispiel habe ich gerade den Rückgang an Bio-Betrieben beschrieben. Bei der ländlichen Entwicklung wird im Rahmen des Agrarumweltprogramms angekündigt, dass die Bio-Landwirtschaft weiter ausgebaut wird. Das steht einfach als Satz einmal so drinnen – aber ohne konkrete Zahlen, ohne Flächenziele, ohne Ausführungen, wie das Ganze ungefähr stattfinden sollte. Im letzten Jahr haben knapp 600 Bio-Betriebe zugesperrt. Wie will man diese rückläufigen Zahlen erstens wieder hereinbekommen und zweitens gleichzeitig auch noch steigern?
Als aktuelles Beispiel gerade von Anfang dieser Woche möchte ich nur anführen, dass das neue Koalitionsprogramm in Vorarlberg eine Verdoppelung der Zahl der bestehenden Bio-Betriebe und eine Verdoppelung der Zahl der derzeitigen Bio-KonsumentInnen im Ländle vorsieht. Das heißt, es gibt ambitioniertere Ziele in Österreich.
Relativ wenig steht auch zum Klimaschutz. In den Maßnahmen gibt es nämlich nur den Satz: „Klimaschutz wurde im Programm breit verankert.“ Dahinter stehen dann nur zwei kurze Beispiele, wie etwa Emissionsverminderung aufgrund schonender Bodenbewirtschaftung beziehungsweise CO2-Speicherung im Boden durch Humusaufbau. Das will ich Ihnen jetzt natürlich auch nicht vorenthalten. Was darin jetzt aber eine Maßnahme für 2015 ist, kann ich nicht wirklich erkennen.
Wir Grünen haben im Nationalrat einen Antrag eingebracht, dass es hier zu einer Umschichtung der Mittel kommen sollte, nämlich von den Investitionsförderungen weg hin zum Klimaschutz, und auch, dass diese Investitionsförderungen im Rahmen der ländlichen Entwicklung nur an Betriebe vergeben werden, die am ÖPUL-Programm teilnehmen. Wir sind nämlich der Meinung, dass Investitionsförderungen aus der ländlichen Entwicklung auf keinen Fall zu einer Beeinträchtigung der Umwelt oder der Zerstörung der Biodiversität beitragen dürfen, wenn auf der anderen Seite viel Geld für Förderungen genau zum Erhalt von Biodiversität und Umweltschutz ausgegeben wird. Es darf hier auf keinen Fall zu gegenläufigen Förderungen kommen. Es ist natürlich klar, dass vor allem ökologische und tierschutzrelevante Investitionen besonders gefördert und bei solchen Förderungen der Beitrag des Projektes zu Klima, Wasserschutz und Biodiversität berücksichtigt werden soll.
Sehr geehrter Herr Minister! Wir sind mit allen Punkten in den Maßnahmen für 2015 einverstanden, werden aber, ganz gegen unsere Gewohnheit, hier einen Bericht ableh-
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