BundesratStenographisches Protokoll833. Sitzung / Seite 100

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Panzerbataillon mit zwölf Leopard-Panzern übrig. Zwölf Leopard-Panzer, meine sehr geehrten Damen und Herren! Da wäre es besser, sie gleich direkt ins Heeresge­schichtliche Museum zu schicken. Das hat überhaupt keinen Sinn mehr, das ist völlig lachhaft. Im Jahr 1996, damals ebenfalls – ich darf daran erinnern – große Koalition, wurden 114 angekauft, heute sind im Endeffekt zwölf übrig. So kann man den Auf­gaben der militärischen Landesverteidigung nicht nachkommen, und so kann man auch nicht argumentieren, dass dem Artikel 79 des Bundes-Verfassungsgesetzes nachge­kommen werden kann. Das ist einmal das eine.

Weiters sind da natürlich auch sehr viele Dinge dabei, die, würde ich einmal sagen, nicht direkt mit der militärischen Landesverteidigung zu tun haben, aber sehr wohl zur Identitätsstiftung in diesem Land beitragen. Dazu zählen natürlich die Militärkapellen. Wenn Sie mich jetzt fragen, ob wir uns ein Bundesheer oder ob wir uns Militärkapellen leisten können, dann sage ich Ihnen: Selbstverständlich, mir ist es wichtiger, dass wir uns ein Bundesheer leisten. Aber es ist auch legitim, dass die Länder sagen, sie wollen ihre Militärkapellen haben.

Herr Bundesminister, das ist auch nicht unspannend: Sie haben angekündigt, das Mili­tärgymnasium in Wiener Neustadt schließen zu wollen. Es ist interessant, dass das vonseiten der SPÖ kommt, weil gerade die SPÖ ja laufend fordert, dass wir mehr in Bildung investieren müssen.

Es gibt zurzeit keine konkreten Zahlen, es gibt nur kolportierte Zahlen: Der Erhalt des Militärgymnasiums in Wiener Neustadt kostet rund 200 000 € pro Jahr. Da wechselt ganz kurz der Bundesminister seine Jacke, zieht die Bundesheerjacke aus, nimmt die Sportministerjacke her, dreht sich um und gibt der neu gegründeten Liese Prokop Pri­vatschule eine Unterstützung als Sportminister in der Höhe von 10,7 Millionen €. Bitte, verstehen Sie mich nicht falsch, ich gönne das dieser Schule wirklich, sie hat sich das verdient und das ist auch notwendig, aber wenn man sich diese Gewichtung ansieht, wenn Sie sagen, 200 000 € haben wir nicht, aber 10,7 Millionen € haben wir dort schon, dann ist das etwas, Herr Bundesminister, wo Sie sich nicht mit Ruhm bekle­ckern. Das ist wirklich unglaublich.

Ich habe weitere Anfragen an den Herrn Bundesminister gestellt, und zwar ging es da­rum, wie viel Geld für Werbung vonseiten des Verteidigungsministeriums ausgegeben wird. Dazu habe ich vier Fragen an den Bundesminister gestellt, leider Gottes hat er nur zwei Fragen beantwortet, die anderen zwei wurden nicht beantwortet. Sie wurden zusammenfassend beantwortet, aber sie wurden nicht explizit aufgelistet, so wie es eigentlich im Zuge des Interpellationsrechtes auch mein gutes Recht wäre, das zu ver­langen, und eigentlich hätte das Ministerium das auch so zu beantworten.

Da hören wir, dass vom 1. Jänner bis zum 23. Juli 2014 77 000 € für verschiedene Publikationen, für Online-Werbung ausgegeben wurden. Das heißt: 77 000 € sind dafür ausgegeben worden, dass dann ein solch schönes Inserat (der Redner zeigt dieses) auf der Plattform www.wetter.at abzurufen ist. Das Jahr endet nicht, wie wir wissen, En­de Juli, und wenn wir das hochrechnen, dann kommen wir schon in Richtung 100 000 €. Das heißt, wir haben auf der einen Seite 200 000 €, die die Schule in Wiener Neustadt kosten würde, auf der anderen Seite blasen wir 100 000 € für Internet-Werbung hinaus.

In der Anfragebeantwortung schreibt der Herr Bundesminister: Na ja, es ist ja auch Aufgabe des Ministeriums, Werbung zu machen, Werbung ist Öffentlichkeitsarbeit. Da­zu besteht eine Verpflichtung.

Herr Bundesminister! Wissen Sie, was die beste Öffentlichkeitsarbeit des österreichi­schen Bundesheeres ist? – Die beste Öffentlichkeitsdarstellung ist – abgesehen von den Einsätzen bei Hochwasser, beim Katastrophenschutz, beim Lawinenschutz, wo man wirklich auch feststellen muss, dass die österreichischen Soldaten großartige Ar-


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