Sozialminister jetzt hier ist. Es gibt die ganz großen Challenges, und dazu gehören zum Beispiel die Antworten auf die Fragen: Wie leben wir? Wie werden wir 2030 leben? Aber wie werden wir vor allem 2050 leben? – Wir werden dann zu über 75 Prozent in den Städten wohnen.
2030 wird nicht einmal mehr die Hälfte der Leute einen Führerschein haben, weil er gar nicht mehr notwendig sein wird, nicht als Mobilitätsanspruch und schon gar nicht als Statussymbol. Bereits heute haben wir enorme Rückläufe bei den Führerschein-Neuerwerbungen. Der Besitz eines Autos ist für einen Jugendlichen in der Stadt kein Ziel mehr. Es gibt andere Autos, die man sich ganz schnell nimmt und auch wieder stehen lässt.
Es wird wahrscheinlich eine riesige Herausforderung sein, die Menschen von den Städten auf das Land zu bringen, und da werden wir auch neue Formen der Mobilität haben.
Die Haushalte werden sich verändern. Wir werden eine dramatische Zunahme von Single-Haushalten haben.
Im Bereich Technik: Wir sind ja hier alle mit iPhones und Handys ausgestattet. Diese Technologie ist 20 Jahre alt, gilt aber schon wieder als uralt, weil die nächste Technologie hinter der nächsten Kurve wartet. Wir haben da eine unglaubliche Geschwindigkeitszunahme.
Die Wohnformen werden sich verändern.
Dann kommt natürlich die ganz große Herausforderung für einen Sozialminister bei den großen Challenges: Sie heißt Ageing. Das heißt, die Zahl der über 60-Jährigen wird sich verdreifachen. Die Lebenserwartung ist 80 plus.
Wenn wir alle Parameter heranziehen, dann können wir etwas sagen: 2050 hat die Welt zehn Milliarden Menschen. Es wird einen Kampf um Rohstoffe geben. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass die Frage nach Energie, nach verfügbarem Trinkwasser eines der Top-Themen und Priorities wird und dass Armut wachsen wird. Das sagt auch dieser Bericht. Das sage nicht ich, das sagt dieser Bericht.
Ich möchte an der Stelle Herrn Androsch und Herrn Skalicky für diese unglaubliche Arbeit danken, die sie hier gemacht haben!
Wenn wir bei den großen Challenges sind, 2030 bis 2050, dann schlägt hier natürlich etwas komplett hinein, und das nennen wir Klimawandel. Der Klimawandel wird die Welt verändern!
Österreich ist, im Gegensatz zum Beispiel zu Russland als einer rohstofforientierten Ökonomie, eine wissensbasierte Ökonomie. Das ist schon der ganz große, spannende Ansatz, und da setzt dieser Bericht des Rates für Forschung und Technologieentwicklung an. Hier muss man etwas unterstreichen, und das, was wir hier unterstreichen müssen, ist: Wenn wir diese großen Challenges hernehmen, dann müssen wir die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften fördern, denn diese geben Antworten auf Ageing, auf Migration! Unsere Gesellschaft im Jahre 2050 wird das Wort „Migration“ gar nicht mehr kennen, weil sie sowieso eine durchmischte Gesellschaft ist.
Wenn wir schauen, wie Österreich hier abschneidet, zum Beispiel im Bereich der Demokratieentwicklung: Wie werden wir 2030 wählen? – Mit Sicherheit Internet-basiert! Mit Sicherheit, ob wir es heute wollen, ob wir es uns heute vorstellen können. Es gibt heute Demokratien in Europa, die gar keine andere Form des Wählens als das Internet haben, zum Beispiel Estland.
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