also des ehemaligen Völkerkundemuseums, jedenfalls im Vergleich zum jetzigen Stand, schon zugesagt worden waren.
Ich habe dann die Frage gestellt, wie es mit der Finanzierung der Betriebskosten nach Fertigstellung aussehen werde, und da wurde gesagt: Das ist nicht im Budget und ist auch nicht über die Mutter Kunsthistorisches Museum finanzierbar. Darauf habe ich gesagt: Dann hätte ich gerne eine Idee, wie man das aus dem Budget des Kunsthistorischen Museums, sozusagen aus den Basisabgeltungen, finanzieren kann beziehungsweise ob man reduzieren muss. Ich ersuchte, dass man sich das überlegen soll.
Dann kam ein Vorschlag, dass man das Weltmuseum nicht von 2 900 auf 7 000, sondern von 2 900 auf 3 900 – plus 1 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, wie ich jetzt dazu sagen muss – erweitert. Das sollte in diesem Vorschlag finanzierbar sein aus den Geldern des Kunsthistorischen Museums, das ja quasi ein Konzern ist, zu welchem das Weltmuseum, die Schatzkammer, die Hofjagd- und Rüstkammer, die Sammlung alter Musikinstrumente und das Schloss Ambras gehören; irgendetwas habe ich noch vergessen, aber egal.
Dann kam ein neuer Vorschlag, und ich habe gesagt, dass ich gern möchte, dass man auch überlegt, ob man in dem Komplex der Neuen Burg, in dem ja auch die Nationalbibliothek, die Sammlung alter Musikinstrumente, das Ephesos Museum und die Hofjagd- und Rüstkammer beheimatet sind, nicht auch ein Haus der Geschichte realisieren kann, was – so sagen die einen – schon seit mehr als 20 Jahren diskutiert wird beziehungsweise – so sagen die anderen – wovon Karl Renner schon am Beginn der Zweiten Republik geredet hat.
Dann kam ein Vorschlag, gemäß welchem man ungefähr 3 000 Quadratmeter für ein Haus der Geschichte im ersten Obergeschoß zur Verfügung stellen könnte. Das ist auch historisch spannend, weil sich dort auch dieser berühmte Balkon befindet, der im März 1938 benutzt wurde.
Ich habe dann gemeinsam mit der Generaldirektorin der Österreichischen
Nationalbibliothek ein Kuratoriumsmitglied, Herrn Oliver Rathkolb, gebeten,
ob er sich das überlegen kann. Dieser hat daraufhin eine Kommission
aus österreichischen, europäischen, internationalen HistorikerInnen
und ExpertInnen zusammengestellt, die bis zum Sommer ein Umsetzungskonzept vorlegen sollen. – Er sprach zwar von
Ende Mai, ich mein-
te aber, dass wir lieber eine Frist bis zum Sommer setzen. Und in der
Folge müssen dann natürlich auch entsprechende Kostenschätzungen
vorgenommen und sozusagen die Leistungen ausgeschrieben werden.
In Krems bei der Regierungsklausur haben wir gesagt, dass wir eine Gruppe einsetzen, in der alle, die damit zu tun haben, zusammengeholt werden. Das ist nämlich eine sehr komplexe Geschichte: Es geht um das Kunsthistorische Museum, um die Nationalbibliothek, um das Staatsarchiv, um die Bundesimmobiliengesellschaft, um die Burghauptmannschaft und um das Finanzministerium. Wegen des Burgtors geht es auch um das Verteidigungs- und Innenressort, und man könnte sagen, dass es auch um die Universitäten geht, denn wenn wir auch einen Tiefenspeicher mitdenken – und einen solchen muss man mitdenken, wenn man über dieses komplexe Gebilde Heldenplatz redet –, dann gehören die Universitäten auch alle dazu.
Der nächste Schritt ist jetzt die Einladung dieser Gruppe, und nachdem dann das Umsetzungskonzept der Historikerkommission vorliegt, werden wir schauen, wie ein Zeitablauf ausschauen kann, damit wir es – und das wäre mein Wunschtermin, wenn wir es realisieren – bis 2018 umsetzen können. Das wäre der Zeitpunkt des Jubiläums 100 Jahre Erste Republik, und das betrifft den Kerninhalt des Hauses der Geschichte. Dieses ist nämlich ein Haus der Republik, vielleicht ein Haus des 20. Jahrhunderts, und es gibt jetzt die Diskussion der Historiker, wie weit nach vorne die Basis dieses Zeitraums gehen soll.
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