BundesratStenographisches Protokoll840. Sitzung / Seite 97

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kungen in diesem Bereich gibt, sondern es geht vielmehr um die Befähigung bereits von Kindern und jungen Menschen, mit Medien und auch mit den Gefahren, die es natürlich auch gibt, umzugehen. Die Vermittlung von Medienkompetenz ist da garan­tiert ein wichtiger Ansatzpunkt.

Nur kurz: Ich war letzte Woche bei einer Parkbetreuung in Wien und habe dort einen Workshop mit Kindern gemacht. Schon sehr kleine Kinder erzählen, dass sie beim gro­ßen Bruder mitschauen, wenn dieser gewaltverherrlichende Spiele spielt oder Filme anschaut. Und das zu verbieten, ist sehr schwierig. Die Vermittlung von Medienkom­petenz ist da sicher der richtige Weg. Und auch die Bestrebungen von Saferinternet mit diesen vielen Workshops sind zu begrüßen, auch die Tatsache, dass das Ministerium bei einem Finanzierungsausfall eingesprungen ist. Ich denke mir, das sind die richtigen Akzente, die gesetzt werden.

Dass in Zukunft vermehrt auch Familien und Erziehungsberechtigte und Eltern mit die­sem Thema konfrontiert werden, auch das finde ich wichtig. Es gibt sehr viel Unsi­cherheit bei Eltern, wie sie mit diesem Thema umgehen sollen. Da braucht es Bil­dungsarbeit und Angebote, Informationen an Eltern und Erziehungsberechtigte.

Das zweite große Thema wurde schon angesprochen, ich erwähne es nur kurz. Das Thema der Jugendbeschäftigung in Europa ist natürlich ein länderübergreifendes The­ma und eine Herausforderung, der auch auf EU-Ebene begegnet werden muss. Dass es auch hier um ein ministeriumsübergreifendes Thema geht und nicht die direkte Zu­ständigkeit Ihres Ministeriums vorliegt, liegt auf der Hand. Aber das Ministerium setzt da wieder ergänzende Maßnahmen, um Jugendliche zu unterstützen. Besonders inter­essant scheint für mich zu sein, dass Fähigkeiten und Kompetenzen, die sich Kinder und junge Menschen in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit erwerben – auch ich bin eine ehrenamtliche Mitarbeiterin im außerschulischen Kinder- und Jugend­bereich –, auch sichtbar gemacht und anerkannt werden.

Im non-formalen Bereich, im informellen Bereich wird Großartiges gelernt. Das Pro­blem ist eben, wie man das für das Berufsleben so darstellen kann, dass das auch an­erkannt wird. Und da wünsche ich mir noch mehr Ideen beziehungsweise auch einen Schritt vonseiten der Wirtschaft, der in die Richtung geht, dass dieses ehrenamtliche Engagement und diese Lernerfolge auch anerkannt werden. Da gibt es Ideen für Frei­stellungsmöglichkeiten, etwa eine Ehrenamtskarenz oder Ehrenamtsurlaubswochen, und so weiter, einfach, um dieses Engagement zu dotieren. Da könnte noch mehr ini­tiiert werden.

Interessant finde ich auch die aus meiner Sicht in diesem Zusammenhang sehr neue Idee, die Idee des WIK:I, eine Art Portfolio für junge Menschen, wo junge Menschen selbst reflektieren, was kann ich, wo sind meine Stärken, was kann ich einbringen, um dies eben auch für einen potenziellen Arbeitgeber sichtbar zu machen. Das scheint mir sehr wichtig zu sein.

Oftmals frage ich mich, wie sehr diese Angebote auch die sozusagen bildungsferneren Jugendlichen ansprechen, wie wir es noch besser schaffen können, genau zu jenen Jugendlichen, die sich besonders schwer tun, sich positiv zu präsentieren, einen Zu­gang zu finden. Ich denke mir, da lohnen sich jede Idee und jede Anstrengung.

Das Programm Erasmus+, mit dem die Mobilität junger Menschen, Auslandsaufent­halte und so weiter gefördert wird, läuft seit Jahren sehr gut in Österreich, und das ist natürlich sehr begrüßenswert. Ich weiß, es wird da viel versucht, aber auch hier stellt sich die Frage: Wie kommt man an die Jugendlichen heran, die sich möglicherweise von so einem Angebot nicht in erster Linie angesprochen fühlen? Also auch da weiter nachzudenken lohnt sich.

Was wir schon sehr lange bei Erasmus+ kritisieren, ist die untere Altersgrenze. In dem Bereich, wo ich ehrenamtlich tätig bin, gibt es durchaus auch schon Austauschpro-


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