Ich bin selber ehrenamtlich aktiv, und zwar als Vorsitzende in einem Verein, und in diesem Zusammenhang ist es mir ein besonderes Anliegen, vor allem auf das freiwillige Engagement junger Menschen hinzuweisen und dieses auch zu fördern. Es geht da nicht nur kurzfristig um den Nachwuchs für Organisationen, sondern es geht auch darum, jungen Menschen zu ermöglichen, dass sie verschiedene Kompetenzen erwerben und Erfahrungen sammeln, die sie einerseits für ihr privates Leben, aber auch für ihr berufliches Leben verwenden können. Das muss noch mehr gefördert und wertgeschätzt werden. Es muss auch geeignete Maßnahmen geben, dieses Engagement dokumentieren zu können, damit es quasi dann auch im wirtschaftlichen Leben vorgewiesen werden kann. Es sind in diesem Bericht neue Formen der Portfolio-Arbeit et cetera erwähnt, und ich finde, in diesem Bereich kann man noch einiges an Energie investieren, um das zu optimieren.
Als freiwillig Engagierter im außerschulischen Kinder- und Jugendbereich fällt mir auf, dass es innerhalb der verschiedenen Betätigungsfelder im Ehrenamt eine gewisse Wertigkeit gibt. So nehme ich wahr, dass der Sportbereich beispielsweise anderen Bereichen im Ehrenamt vorangestellt wird oder privilegiert behandelt wird. Das ist wahrscheinlich auch deshalb so, weil die Ergebnisse im Sportbereich offensichtlicher sind, schneller zu feiern sind, während das in der Kinder- und Jugendarbeit nicht der Fall ist. Dort sind die Ergebnisse nicht so schnell erreichbar und somit herzeigbar und auch nicht so offensichtlich, was aber nur kurzfristig der Fall ist, denn die Ergebnisse in der offenen Kinder- und Jugendarbeit sind nachhaltiger.
Der Wert dieser Arbeit ist unbestritten. Da werden gerade benachteiligte Kinder hereingeholt, und es werden ihnen Angebote gemacht, wo sie keine Leistung erbringen müssen, wo man niederschwellig andocken kann. Sie erleben da Gemeinschaft, Abenteuer und fangen an, Verantwortung zu übernehmen, erwerben soziale Kompetenzen. Dies sind Fähigkeiten und Fertigkeiten, die unsere Gesellschaft dringend brauchen kann.
Dieser Bereich der Kinder- und Jugendarbeit verdient meiner Meinung nach noch eine gewisse Aufwertung und auch eine Gleichstellung mit den anderen Bereichen, und ich möchte ein paar Wünsche von Vereinen und Organisationen in diesem Bereich hier deponieren. Möglicherweise sind das auch Punkte, die dann im dritten Bericht behandelt werden können.
Es wird gewünscht, dass eine vereinfachte Freistellung von ehrenamtlich Engagierten für konkrete Einsätze, aber auch für die Betätigung in Kinder- und Jugendorganisationen ermöglicht wird.
Es wird die Anerkennung des freiwilligen Engagements hinsichtlich Toleranzsemester oder Beihilfen im Studium gewünscht.
Es wäre sehr hilfreich, eine zusätzliche Urlaubswoche für ehrenamtlich Engagierte einzuführen, damit diese mehr Zeit haben, sich einzubringen. Auch die Ehrenamtskarenz ist ein Modell, das in den betreffenden Organisationen öfters diskutiert wird.
Nicht zuletzt wünschen wir uns eine Gleichstellung mit dem Sportbereich, was die Regelung für Aufwandsentschädigungen betrifft.
Um noch mehr Menschen für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen, würde es mir sehr sinnvoll erscheinen, verstärkt auch Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit zu geben, an ehrenamtlichen Organisationen anzudocken, möglicherweise sogar im Rahmen der Schule dort schnuppern zu dürfen, freiwilliges Engagement ausprobieren zu dürfen, denn wir brauchen diese Freiwilligen. Speziell wenn man sich die Bevölkerungsentwicklung und die Bevölkerungsstruktur der Zukunft anschaut, kann man sagen: Da lohnt sich jede Investition! – Danke schön. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
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