BundesratStenographisches Protokoll843. Sitzung / Seite 181

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Meine Damen und Herren! Wir reden über Wertschöpfung. Wir reden über das, was unter dem Strich herausschaut, und nicht über Nächtigungen. (Bundesrätin Junker: Aber die Nächtigungen sind ja auch zurückgegangen!) – Müsst ihr Tiroler immer glau­ben, dass ihr das Erbrecht darauf habt, Tourismus zu betreiben?

Eines ist sicher klar, dass die Wertschöpfung wichtiger ist als die Nächtigungen, oder? Nicht? – Ich will nicht tausend Nächtigungen haben und weniger verdienen. Das will ich sicher nicht, oder? Ich will mehr verdienen und 900 Nächtigungen haben. Da sind wir uns einig. (Neuerlicher Zwischenruf der Bundesrätin Junker.)

Ich habe mit einem Tiroler Unternehmer zu tun, der heißt Schultz. Ich habe von ihm gelernt, was Zahlen anbelangt, und der kennt sich wahrscheinlich aus, der größte Lift­betreiber in Österreich; nur, um das auch festzuhalten.

Wo liegt jetzt meiner Meinung nach das Rezept – und ich glaube, es zu kennen –? Das ist a) die Spezialisierung im Tourismus und b) die Qualität. Wenn ich die Qualität und die Spezialisierung zusammenbekomme, dann habe ich auch einen guten Preis, und dann kann ich in weiterer Folge auch Gäste im In- und Ausland anwerben. Es ist ja leider oft so, wenn wir anfangen, herumzujammern, beschäftigen wir uns wieder selber, versuchen Regionen zu verändern, zusammenzulegen, aber wir vergessen, dass wir auf den Markt hinausgehen und versuchen sollen, die Leute auf diesen Markt zu be­kommen und zu überzeugen, dass sie zu uns nach Österreich kommen.

Ich möchte nur an zwei Beispielen etwas festhalten, was Spezialisierung anbelangt. Das ist zum einen Mal – das hast du selber gesagt – der Radtourismus. Ich denke, dass das ein Angebot im Bereich der Gesundheit ist, das sicher in Österreich gewach­sen ist. Ich kann es nur von Kärnten sagen, weil ich da Geschäftsführer von „Radland Kärnten“ war und wir sehr, sehr viele Packages verkauft haben, nachdem der damalige Landeshauptmann die Wege asphaltiert hat, denn sonst hätten wir es nicht machen können. In weiterer Folge haben wir natürlich auch Betriebe dazu gehabt, die entlang dieser Destination gelegen sind, also im Bereich der Drau, die wir dann ausgelastet ha­ben. Da haben wir auch die Möglichkeit gehabt, nicht nur gute Betriebe auszulasten, sondern wir haben dort dann auch qualitativ schlechtere Betriebe für Packages bereit­stellen können.

Das Zweite – und das kennen Sie selbst auch – ist der Gesundheitstourismus. Öster­reichweit gibt es eine tolle Initiative, und da ist sehr, sehr viel Geld investiert worden. Das wissen wir vom Burgenland, der Steiermark, von Tirol und von Kärnten, und dort hat Professionalisierung wirklich stattgefunden.

Und wenn man den Überbegriff „Gesundheitsbetriebe“ hernimmt: Das sind die Well­nessbetriebe und die Kurbetriebe. Und es sind in weiterer Folge die Gesundheitsho­tels, und da spezielle Kliniken, die eine tolle Performance haben, auf dem Markt reüs­sieren und dann auch einen guten Preis erzielen können. Das alles ist in diesem Be­richt auch dargestellt.

Wenn ich von Professionalisierung und Spezialisierung rede, dann rede ich bei den Ge­sundheitsbetrieben von wirklich speziellen Angeboten betreffend Bewegung, Ernäh­rung, Entspannung, Körperpflege, südöstliche Anwendungsmethoden. Wenn wir in die­sen Bereich im Tourismus weiter investieren, so wie das gemacht worden ist, dann, glaube ich, sind wir auf dem richtigen Weg, und die Wettbewerbsfähigkeit der öster­reichischen Hotellerie wird durch diese Spezialisierung auch gestärkt. Da bedarf es aber auch der Unterstützung und der Tourismusförderung.

Dazu möchte ich Ihnen zum Abschluss noch ein paar Zahlen nennen: Im Jahr 2014 wurden 940 Förderungsfälle bei einer Förderbarkeit von 19 Millionen € positiv erledigt. Das waren Kleinbetriebe, also KMUs im mittleren Bereich, 226 Jungunternehmer konn-


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