Vorredner vollkommen recht – allein von den Nächtigungszahlen ausgehen kann, sondern natürlich berücksichtigen muss, wie viel pro Nacht ausgegeben wird, und von der Wertschöpfungskette; das ist vollkommen richtig. Da gibt es sinkende Ausgaben trotz Übernachtungsplus.
Das ist richtig, aber auch da darf man die internationale Entwicklung nicht außer Acht lassen, und das sind natürlich die immer präsenteren Internetportale und Preisvergleiche. Das direkte schnelle Preisevergleichen über diese Portale hat natürlich dramatische Auswirkungen, schafft Preisdruck auf Betriebe, man muss natürlich auch auf diesen Portalen konkurrieren können. Das ist sicher eine Herausforderung für viele, denn dieses Im-Paket-Buchen ist tatsächlich das, was die Leute vermehrt machen. Die Leute reisen häufiger, kürzer, und sie wollen Pakete haben. Das ist auch etwas, was man in diesem Tourismusbericht sehr deutlich nachlesen kann.
Einen Einfluss darf man, glaube ich, auch nicht unerwähnt lassen, nämlich das Wetter. Gerade Österreich ist ziemlich abhängig vom Wetter, und ich erinnere nur ungern an den Sommer 2014 – auch ich habe nämlich Urlaub in den Bergen gemacht. Es war kein sehr schöner Sommer, das muss man ganz offen so sagen. (Bundesrat Mayer: Aber du hast es überlebt, oder?) Heuer wird er dafür umso schöner, davon gehe ich aus.
Auch Schneereichtum oder Schneearmut sind eine ganz entscheidende Frage für den österreichischen Tourismus. Herr Kollege Dörfler hat ja behauptet, dass die Grünen gegen jeden Schilift wären. Also, das ist regional sehr unterschiedlich, das muss man auch betonen. Da muss man schon auch sagen, die Menschen kommen nach Österreich wegen der intakten und schönen alpinen Natur, und wenn wir diese zerstören, dann werden sie nicht mehr kommen. Nirgendwo sonst ist Ökologie so nachhaltig, also Langzeitökonomie, wie im Tourismus.
Wenn Sie im Sommer in Schigebieten unterwegs sind, ist das manchmal schon ein trauriges Bild, was da in Bergregionen zu sehen ist, das sollte man an dieser Stelle auch ganz deutlich sagen. Und den Klimawandel kann man auch nicht verleugnen. Ich glaube tatsächlich, dass gerade im alpinen Bereich der Sommertourismus in Zukunft eine stärkere Rolle spielen wird als der Wintertourismus. Das ist so.
Nichtsdestotrotz: Der Tourismus in Österreich kann sich sehen lassen. Ich selbst bin ja Wiener. Städtetourismus ist ganz klar der Tourismusmotor in Österreich – neben dem Gesundheitstourismus. Die zwei sind die tragenden Säulen und die Motoren für das, was in den vergangenen Jahren wirklich erfolgreich funktioniert hat.
Wir nehmen den Bericht übrigens sehr gerne zur Kenntnis, denn dieser ist sehr informativ und sehr gut geschrieben, ich möchte mich dafür auch bedanken.
Natürlich wirft jeder Bericht auch offene Fragen auf. Diese offenen Fragen betreffen aus unserer Sicht den absolut boomenden Bereich – auch passend zu diesem Gesundheitstourismus – Radtourismus, den wir natürlich sehr begrüßen. Hierbei finden wir vor allem, dass sich beispielsweise die ÖBB hinsichtlich der Fahrradmitnahme bei den Railjets geradezu in einem Schneckentempo bewegt. Es ist nicht zu verstehen, weshalb eine Fahrradmitnahme in den meisten Railjets noch immer nicht möglich ist. Das finden wir sehr bedauerlich.
Es wird ja immer wieder auf das Projekt der einheitlichen Radwegekennzeichnung hingewiesen, auch im Bericht. Da warten wir allerdings noch auf eine bundesweite Umsetzung, die wir für dringend notwendig halten.
Eine weitere offene Frage, die sich aus dem Bericht ergibt, ist die sogenannte Donauraumstrategie. Der Donauraum ist natürlich – übrigens gerade auch in Kombination mit dem Fahrrad – eine hervorragende Tourismusregion geworden: von Passau bis nach Hainburg. Inwieweit diese touristischen Projekte, die in der Donauraumstrategie geplant
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