delt sich der Tourismus. Gerade auch der österreichische Tourismus ist in einem starken Wandel begriffen.
Kollege Schreuder hat schon darauf hingewiesen: Wir haben einige starke Minus. Und wenn man, wie vorhin schon die Diskussion war, auch einmal über den Mehrwert spricht und wenn wir uns unser starkes Minus anschauen: Die Eltern und Kinder des deutschen Wirtschaftswunders schwächeln. Das heißt, die Zahl der deutschen Touristen, die ja immer die große Bank war, geht kontinuierlich zurück. Aber auch der japanische Tourismus in Österreich geht zurück und, was schon gesagt wurde, mit 8 Prozent Einbruch ebenso der russische.
Beim russischen Tourismus gibt es etwas ganz Besonderes, nämlich die Wertschöpfung, jene der russischen Touristen war viermal höher als jene der deutschen. Das sind schon wichtige Zahlen.
Und wenn jetzt wieder welche kommen und Grenzen hochziehen und Schlagbäume errichten wollen, dann sollte man eines nicht vergessen: dass wir relativ gute Berichte haben, hängt damit zusammen, dass unsere Nachbarn jetzt zu uns kommen, zum Beispiel aus Tschechien, der Slowakei, Polen und Kroatien.
Unter Reinhard Todts Präsidentschaft hatten wir eine Tourismus-Enquete. Die Chefin der Österreichischen Hoteliervereinigung hat hier gesagt, dass es ganz wichtig sein wird, wie internationale Touristen weltweit zu Visa und leicht zu Visa – für die großen Gruppenreisen aus Asien – kommen. Dort, wo zum ersten Mal das Flugzeug landet, bleiben sie eine Nacht, aber sie fliegen auch von dort wieder ab, womit man zwei Nächte hat, alle anderen Staaten und Städte haben dann nur eine Nacht. Das ist etwas, was, glaube ich, ganz wichtig ist.
Im internationalen Vergleich muss man sagen, dass der österreichische Marktanteil – das kann man nicht beschönigen – derzeit auf die historische Tiefmarke absinkt. Diesen Dingen müssen wir uns stellen.
Wenn wir uns zum Beispiel die Nächtigungen anschauen, sehen wir, die innerösterreichischen Nächtigungen sind noch immer starke zweite Bank – das hilft. Wenn wir uns das aber international anschauen, sehen wir, es verlieren zwei Kontinente: Europa und Afrika. Asien und Amerika boomen. Wobei wir – ganz bitter – ein Stagnieren im Tourismus bei Italien, unserem zweitwichtigsten Handelspartner, und dem Vereinigten Königreich haben. Das Vereinigte Königreich ist weltweit überhaupt die Nummer eins im Tourismus geworden.
Der Städtetourismus wurde schon angesprochen, dazu möchte ich später noch etwas sagen. Schauen wir uns einmal die Beschäftigtenlage an. Im Tourismus in Österreich sind rund 200 000 Leute beschäftigt, das heißt, wir haben im Tourismus die größten oder eine der höchsten Transferleistungen mit 25 Prozent – 44 800 Transferleistungen im Tourismus. Ohne Migration, ohne die Saisoniers – 88 000 – würde der Tourismus ohnedies nicht funktionieren.
Selbst bei 88 000 Menschen mit ausländischem Hintergrund sind noch immer Stellen offen und können noch immer nicht besetzt werden. Was aber bei den Tourismuszahlen und dem Einkommen besonders bedenklich ist, ist das dramatische Ansteigen der Zahl der geringfügig Beschäftigten: von 18 900 auf 54 300 geringfügig Beschäftigte in einem Jahr! Da heißt es dann: Wie schaut es am Ende des Lebens aus? Da müssen wir sagen, es ist auch eine sozialpolitische Frage, eine beschäftigungspolitische Frage. Das hängt auch damit zusammen, dass wir immer stärker einen Unternehmenseigentümerwandel haben, weil die Kinder in Familienbetrieben die Hotels nicht mehr übernehmen wollen und die Hotels an internationale Ketten weitergereicht werden.
Nun muss ich als Wiener, als Letzter hier, zum Kollegen Pisec sagen: Haben Sie heute die Kristallkugel von Frau Mühlwerth für diese Rede ausgeborgt oder wie sind Sie auf
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