ge sage – das ist vielleicht eine gute Gelegenheit, die Wintersaison ist ja abgeschlossen. Wir haben die ersten Zahlen für die Sommersaison aus dem Mai.
Ich möchte ein paar Aspekte aufzeigen, warum man die Zahlen vielleicht auch ein bisschen differenzierter lesen und immer auf den Mittel- bis Langfristvergleich in der Statistik achten sollte. Ich habe das im Herbst schon einmal beim Bericht des letzten Jahres, den wir damals ein bisschen später debattiert haben, angemerkt: Das Wetter spielt eine große Rolle, je nach Bundesland, dafür, wie sich das entwickelt.
Die Entwicklungen sind, wenn Sie sich kurz die letzten zehn Jahre – nur die letzten zehn, aber man kann es auch auf 20, 30 ansehen – genauer anschauen, pro Bundesland immer sehr unterschiedlich. Es gibt Jahre, da machen manche Bundesländer ein Minus und andere machen ein Plus, und dann dreht sich das wieder. In manchen Jahren ist das Plus in manchen Bundesländern überproportional hoch.
Man kann es sich nicht genau erklären. Wenn man genau nachfragt, dann kann man es sich vielleicht schon erklären. Da spielen besonders große Veranstaltungen, das Wetter und bestimmte Initiativen eine Rolle. Das Wetter ist zum Beispiel in der Wintersaison in den einzelnen Bundesländern manchmal unterschiedlich, zum Beispiel das Wetter Alpenhauptkamm Nordseite im Vergleich zur Südseite. Wenn da jeder gleich für sich selbst sagt, dass in seinem Bundesland und dem Jahr alles super ist, dann ist das okay. Da kann man sich natürlich rühmen, wenn man sich hinstellt. Aber es ist natürlich differenziert zu betrachten.
Genauso die Einbettung im globalen Bereich: Du hast angesprochen (in Richtung des Bundesrates Schennach), wie es mit dem Anteil aussieht, also Österreich im Vergleich 1995/1996 zu jetzt am Weltmarkt. Das ist natürlich anders, weil in den letzten 20 Jahren eine Reihe neuer Nationen auch auf den touristischen Märkten auf den Plan getreten sind und dort plötzlich mit großen Volumina in die Statistik aufgenommen werden – China allen voran.
Dort ist zum Beispiel das Verhältnis des Inlandstourismus zum Auslandstourismus tatsächlich 99,5 zu 0,5. Also von 1 000 touristischen Personen in China sind nur 50 aus dem Ausland – Entschuldigung –, nur fünf aus dem Ausland: 995 aus dem Inland, fünf aus dem Ausland. Wer schon einmal irgendwo in Innerchina war und sich dort nicht nur klassisch Peking, sondern irgendwelche Sehenswürdigkeiten des Landes angeschaut hat, der wird manchmal festgestellt haben, dass er sich mit der kleinen Gruppe – sozusagen wegen des riesigen Ameisenhaufens der Inlandstouristen rundherum – wie der Einzige aus dem Westen vorkommt. In China gibt es nämlich mittlerweile eine richtig große, kaufkräftige Mitte, 700 bis 800 Millionen Menschen, die auch reisen wollen und sich zuerst natürlich einmal dieses riesige China anschauen.
All diese Zahlen gehen natürlich in den letzten Jahren in die Statistiken ein, und das verschiebt sich natürlich. Noch einmal: Jetzt reden wir nur über China. Das ist ein Markt von 1,3 Milliarden. Indien hat 1 Milliarde, Indonesien 260 Millionen. Viele dieser Länder sind aufstrebend und entwickeln einen Mittelstand, eine kaufkräftige Klasse. Das verschiebt das natürlich. Das muss man sozusagen bei diesen Entwicklungen immer miteinbeziehen. Der Punkt ist ja angesprochen worden: Geht die Wertschöpfung zurück oder nicht?
Wenn wir uns zum Beispiel die letzten zehn Jahre anschauen, dann sehen wir, dass die Wertschöpfung in Summe um 28 Prozent gestiegen ist. Da brauchen wir uns im Prinzip eigentlich nicht zu genieren, weil auch die Zahl der Nächtigungen um 28 Prozent gestiegen ist. Ich bitte noch einmal, sich nicht nur die Veränderungen vom Vorjahr zum heurigen Jahr anzuschauen – also in diesem Fall 2013/2014 –, sondern immer die Frage zu stellen: Wie hat sich das entlang einer Kurve über die Jahre hinweg entwickelt?
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