Da gab es mal ein Plus, da gab es mal ein Minus – in den jeweiligen Bundesländern unterschiedlich. Aber ich glaube, dass der Tourismus in Summe noch immer – ein Dank an die gesamte Tourismuswirtschaft! – eine wunderbare Stütze der österreichischen Wirtschaft ist, weil sich das tatsächlich nicht nur nächtigungszahlenmäßig und ankunftszahlenmäßig, sondern auch wertschöpfungszahlenmäßig über dem Gesamtwachstum der österreichischen Volkswirtschaft, über dem BIP-Wachstum, bewegt. Und das ist die eigentliche gute Nachricht. (Zwischenruf des Bundesrates Schennach.)
Schon, Sie haben vollkommen recht. Ja, die Gesamtwirtschaft schwächelt sozusagen, aber seien wir froh, dass es im Tourismus nicht der Fall ist; seien wir auch froh – es ist von zwei Vorrednern angesprochen worden –, dass wir 780 Millionen € – wohl aber zum Teil gefördert – Investitionen gehabt haben, die auch in sehr unterschiedlichen Bereichen ganz wichtig sind. Es sind aber gute und richtige Investitionen für die Zukunft.
Lassen Sie mich vielleicht noch etwas zur aktuellen Situation sagen. Ich weiß nicht, ob Sie alle die Zahlen schon vernommen haben. Wir haben wieder einen Rekord bei den Nächtigungen. Die Touristiker selbst bezeichnen das immer gerne als Rekord. Es gab einen Anstieg von 2,1 Prozent in der Wintersaison auf 65,8 Millionen Nächtigungen und 3,6 Prozent Anstieg bei den Ankünften auf 17,5 Millionen.
Hier noch einmal: Wir wissen, wir sind in Europa Wintertourismusland Nummer 1 vor Frankreich, aber diesen Vergleich – weil Sie das gerade vorhin angesprochen haben – Griechenland/Österreich würde ich in diesem Zusammenhang nicht anstellen. Ja, wir sind ein spezialisiertes Land im Winterbereich, aber die Nächtigungszahlen im Winter- und Sommerbereich sind fast gleich hoch.
Es würde also sozusagen der Eindruck entstehen, wir sind ein auf Winter spezialisiertes Land und der Sommer spielt bei uns keine Rolle. Die Zwischensaison ist das Problem des österreichischen Tourismus, weil unsere Sommersaison von den Nächtigungszahlen fast genauso stark wie die Wintersaison ist. Beim Vergleich des Marktanteils haben wir aber im Winterbereich natürlich aufgrund der Nummer 1-Funktion einen viel größeren Marktanteil.
Ich gebe einen kleinen Ausblick auf den Sommer. Der Mai war heuer sehr gut. Durch frühe Pfingsten, Sie wissen das alle, gab es um 10 Prozent mehr Gäste und um 9 Prozent mehr Nächtigungen. Der Wettergott muss natürlich jetzt im Sommer wieder mitspielen. Wir wissen das, aber wir hoffen, dass der Sommer auch ein guter wird. Die Vorbuchungslage ist auch sehr gut, trotz der verstärkten Kurzfristbuchung über das Internet. Schauen wir sozusagen, was da geschieht.
Man kann eine erfolgreiche Bilanz ziehen, was den Song Contest betrifft – nicht für die österreichischen Teilnehmer, aber für den österreichischen Tourismus schon. Es gab 200 Millionen Zuseher weltweit, über 6 Millionen abgesetzte Tweets, und er wurde im Internet wahnsinnig viral beworben. Ich glaube, das war nicht nur für die Stadt Wien an sich eine wunderbare Werbung, sondern für das gesamte Land.
Es wurde – das war auch damals im Herbst Thema, als wir das hier gemeinsam besprochen haben –, glaube ich, ein guter Deal gemacht. ORF und Österreich Werbung haben zusammen darauf geachtet, dass ganz Österreich im Vorfeld und in den unterschiedlichsten Formaten beworben wird – sehr viel digital, weil man da im neuen Medienbereich sehr viel machen muss. Das war eine unschätzbare Werbung, so etwas hat man nur einmal. Wer weiß, wann da wieder jemand gewinnen wird. Ich glaube also, unter diesem Aspekt war das für den Tourismusstandort eine sehr, sehr gute Werbung.
Allein 1 700 Medienvertreter und Blogger waren da, die, glaube ich, ein sehr eindrucksvolles Bild mitgenommen haben – eben nicht nur von der Stadt, sondern vom gesamten Land. Sie tragen das natürlich mit. Ich glaube, da hat sich unser Sonderbudget vom Haus von 900 000 €, das wir da auch mit verwendet haben, wirklich gerechnet.
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