die Hände in die Hosentaschen und schauen einmal, denn wir sind alleine. Österreich alleine kann nichts tun.
Gott sei Dank sind wir nicht alleine! Wir sind mitten in Europa. Wir sind in der Europäischen Union. Und die Europäischen Union ist eine der stärksten Wirtschaftsmächte in dieser Welt. – Das ist erstens schon einmal etwas Wichtiges.
Zweitens befinden wir uns auf einer Straße, und diese Straße führt nach Paris. Und in Paris soll es nun nach diesen mühsamen Etappen in Lima, Doha und auch in Südafrika zu diesem universellen Abkommen kommen.
Ich selber habe in Doha an den Verhandlungen quasi in Vertretung des gesamten Europarates teilgenommen und festgestellt, wie entsetzlich schwierig diese Schritte waren und dass die Industriestaaten jenen, die von diesem Klimawandel am meisten betroffen sind, nämlich den Entwicklungsländern, in Südafrika etwas versprochen haben. Und es ist Gott sei Dank der Europäischen Union gelungen, damals angeführt vom deutschen Umweltminister, der von sich aus beziehungsweise seitens Deutschlands einseitig die Differenz ins Spiel gebracht hat, in Doha den Zug noch einmal auf Schiene zu bringen.
Es ist also etwas geschehen. Es stimmt nicht, wenn man heute herauskommt und sagt: Es hat ja keinen Sinn, wenn China und die USA nichts tun. – Das stimmt nämlich nicht! In Lima ist China in die Vorlage gegangen, und das ist ein unglaublich spannender Prozess: Zum ersten Mal akzeptiert man in China, dass sie einer der größten Emittenten sind und dass sie in Verhandlungen treten! Und auch die Obama-Administration ihrerseits hat jetzt bereits in den Vorverhandlungen zu Paris signalisiert, dass sie sich nun hier einklinkt.
Ich meine, es gibt immer irgendwelche Obskuranten, die irgendwelche Studien schreiben. Diese kann man sich im Internet nahezu unter dem Titel „Obskure Studien“ bestellen. (Bundesrat Samt: Das ist ja ungeheuerlich! – Zwischenruf der Bundesrätin Mühlwerth.)
Daran haben Hunderte gearbeitet, und dann findet man halt trotzdem einen, der unter Hunderten mitbeauftragt wurde und Gegenteiliges behauptet. Ich kenne einen Abgeordneten Ihrer Fraktion, der nächtelang erzählen kann, dass das alles rund um den Klimawandel eine Verschwörungstheorie ist und dass es all das nicht gibt. Er bezieht das auf Millionen Jahre und behauptet, dass all das nur unter ganz bestimmten Blickwinkeln erarbeitet wurde.
Kommen wir jetzt einmal zu Österreich: Es gibt überhaupt niemand Namhaften, der bezweifelt, dass wir vor einem dramatischen Klimawandel stehen. Wenn Sie das noch immer nicht glauben, dann schauen Sie sich an, dass quasi ein Stück Deutschlands Tag für Tag an den Polen abschmilzt beziehungsweise dass manche Staaten zu existieren aufgehört haben, dass die Malediven genau noch fünf Zentimeter haben, weshalb die Regierung bei der letzten Ministerratssitzung mit Gasflaschen unter den Meeresspiegel gegangen ist, um das zu signalisieren. Es hat bereits ein Staat zu existieren aufgehört und hat sich in Neuseeland exterritorial neu formiert. Das geht jetzt in einem unglaublich rapiden Tempo. Und wenn wir alle in Paris verbindliche Maßnahmen stoppen, dann bedarf es, um zum Ausgangspunkt von Kyoto betreffend Klimawandel zu kommen, 80 Jahre.
Und jetzt kommen wir schon in unsere Region: Die Alpen sind eines der sensibelsten und am meisten gefährdeten Gebiete im Hinblick auf den Klimawandel, und das gilt auch für die Mittelmeerregion. Im Hinblick darauf ist das, was wir heute im Zusammenhang mit Flüchtlingen erleben, nur eine Mini-Ouvertüre, denn wenn sich das
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