lange darüber reden, wie groß die Bedeutung des Umweltfaktors ist, wieviel man in diese Infrastruktur investieren kann.
Ich kann als Bürgermeister einer Gemeinde und Planungsverbandsobmann einfach nur sagen, dass wir uns intensivst auch in Osttirol mit diesem Thema beschäftigen und gegen die Abwanderung kämpfen. Dort sind wir eigentlich – so wie viele andere Regionen auch – zum Schluss gekommen, dass es drei Schlüsselfaktoren gibt, die für die Abwanderung im ländlichen Raum verantwortlich sind.
Das Erste ist, Frauen entsprechende Möglichkeiten zu bieten. Das ist jetzt nicht unbedingt ein infrastrukturelles Thema, aber natürlich hat das auch mit dem Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen im technischen Bereich zu tun.
Ich möchte hier auf das Thema Internet eingehen, dieses allerdings nur ganz kurz streifen, weil ich glaube, dass sich später mein Kollege noch näher mit diesem Thema befassen wird. Wir müssen schnelle Internetverbindungen auch im ländlichen Raum schaffen, damit wir dort dieselben Arbeitsbedingungen haben, wie wir sie in unseren Städten und Ballungszentren vorfinden. Da geschieht sehr viel über die Telekomanbieter, aber es gibt natürlich auch diverse Förderprogramme der Republik und des Landes. Auch Tirol beschäftigt sich intensiv mit diesem Thema und hat vor, in den nächsten Jahren rund 100 Millionen € in den Ausbau zu investieren.
Das nächste Thema ist natürlich die Verkehrsinfrastruktur, das könnte man auch wieder herabbrechen auf die Landesebene, beispielsweise den Ausbau von Flughäfen. Klagenfurt ist natürlich ein Thema, nicht nur für einen Abgeordneten, der aus dem Süden kommt, der auch auf derartige Flugverbindungen angewiesen ist. Klagenfurt hat beispielsweise in den letzten Jahren die Reduktion der Zahl seiner Flugpassagiere von 500 000 auf 250 000 zur Kenntnis nehmen müssen. Das ist natürlich auch ein wichtiger Faktor für die südlichen Bundesländer.
Ich kann auch die Ausführungen des Kollegen Novak unterstreichen, dass es nicht nur den Brenner Basistunnel als wichtiges Projekt in Österreich gibt, sondern auf der Südschiene natürlich auch den Koralmtunnel und den Semmering Basistunnel.
Wieder herabgebrochen auf die Ebene eines Bezirkes: Die ÖBB haben vor, in Tirol bis zum Jahre 2021 rund 2,8 Milliarden € zu investieren. Auch das wird wieder circa 40 000 Arbeitsplätze bringen und absichern. Als Beispiel darf ich hier unsere Bezirkshauptstadt Lienz anführen. Dort ist ein großes Mobilitätszentrum geplant, das den öffentlichen Personennahverkehr in einer peripheren Region natürlich auch wesentlich stärken wird.
Sie alle wissen, dass Österreich nicht nur bei der Spesenabrechnung für Bundesräte von den Distanzen her in Zeitzonen unterteilt wird, und so macht es natürlich einen Unterschied, ob man hier in Wien mit dem Fahrrad zufahren kann, oder ob man aus Vorarlberg oder aus Matrei in Osttirol anreisen muss: Mit dem Fahrzeug wären das circa fünf Stunden! Sie sind dann auch manchmal darauf angewiesen, hier zu übernachten. Unser Fraktionsvorsitzender schmunzelt. Das sieht natürlich auch für einen Abgeordneten aus der Peripherie anders aus. Aber es geht nicht um unsere Befindlichkeiten, es geht um die Problemstellungen der Bevölkerung: Wie können wir die Lebensbedingungen unserer Bevölkerung in ganz Österreich durch den Ausbau von Infrastruktur verbessern?
Da komme ich von der ÖBB-Infrastruktur zur Straßeninfrastruktur: Diese darf ich wieder auf die Bezirksebene herabbrechen, als Beispiel nicht nur nach dem Eintritt von Katastrophenschäden. Wir haben jetzt auch die Bilder im Kopf, was sich derzeit in Bayern aufgrund der Unwetter abspielt. Derartige Anlässe sind natürlich immer mit persönlichen Tragödien und Unglücksfällen verbunden, aber sie bieten auch eine riesige Chance, die Infrastruktur in der Folge wieder aufzubauen. Das fördert nicht nur die Wirt-
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