BundesratStenographisches Protokoll854. Sitzung / Seite 21

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nämlich schon ein bisschen nach 4 Uhr (Bundesrat Pfister: Aber es war entspannt! – Bundesminister Leichtfried: Aber das war es wert!) – das war es wert, ich fahre ja öf­ters mit der Bahn –, denn die Bahn hat auf der Strecke zwischen Graz und Wien na­türlich einen Nachteil: Sie ist mit Abstand das langsamste Verkehrsmittel. (Bundesrat Dörfler: Noch!) – Noch, richtig, noch, denn, und das ist die freudige Botschaft, die wir alle kennen, mit dem Semmering-Basistunnel wird sich die Fahrzeit erheblich verrin­gern, und das ist auch dringend notwendig.

Trotzdem muss man derzeit noch immer ein bisschen ein Idealist sein, wenn man mit der Bahn von Graz nach Wien fährt, denn man hat – wie bereits gesagt – einen grö­ßeren Zeitaufwand als mit anderen Verkehrsmitteln und die Bahn ist, verglichen mit dem Busangebot, auch nicht das günstigste Verkehrsmittel; der Bus ist um einiges günstiger und zudem um einiges flexibler.

Noch zusätzlichen Idealismus benötigt man für die Fahrt mit der Bahn aufgrund der Tatsache, dass entlang der Bahnstrecke eine zweite Infrastrukturschiene fehlt, nämlich die des durchgängigen Breitband- und Mobiltelefonieangebots, und das ist wirklich ei­nes der Versäumnisse der ÖBB. Wenn man von Graz nach Wien fährt, dann kann man über einen längeren Zeitraum durchgehend gar nicht telefonieren.

Da muss ich sagen, das haben die ÖBB leider versäumt. Dabei ist es durchaus ein Entscheidungskriterium, gerade wenn ich beruflich unterwegs bin, ob ich auf der Fahrt die Zeit auch für wichtige Arbeiten, für Telefonate nutzen kann. Das ist eines der Man­kos der ÖBB, auch entlang manch anderer Strecken, und da würde ich dich, Herr Bun­desminister, wirklich inständig bitten, auch in deinem Bereich diesbezüglich Einfluss zu nehmen, diesen Ausbau voranzutreiben – ich weiß, der Ausbau erfolgt gerade, man sieht sogar die Baumaschinen entlang der Semmeringstrecke auffahren (Bundesminis­ter Leichtfried: Ja!), um die Internetverkabelung und damit die Internetversorgung zu verbessern –, denn das ist entlang dieser wichtigen Verkehrsrouten auch ein sehr wich­tiges Angebot.

Wie es die Vorrednerinnen und Vorredner bereits ausgeführt haben: Gerade auch für ländliche Räume ist Infrastruktur ein wesentliches Erfolgsmerkmal, und so wie wir pul­sierende Zentren brauchen – Wien für Österreich und die Landeshauptstädte, wie Graz für die Steiermark, als pulsierende Herzen –, so brauchen wir auch einen guten, pul­sierenden infrastrukturellen Blutkreislauf in allen Regionen Österreichs, in allen Regio­nen unseres Landes.

Wir wissen, und das hast du auch selbst schon gesagt, Herr Bundesminister: Dort, wo es eine gute Infrastruktur gibt, gibt es auch die beste Entwicklung. Ich komme selbst aus einer Region etwa 50 Kilometer südlich von Graz, und wir sind genau die Profiteu­re dieser Infrastruktur. Südlich von Graz kreuzen sich zwei Autobahnen, die A 9 und die A 2. Südlich von Graz haben wir einen Flughafen, auch nicht unwichtig (in Richtung des Bundesrates Krusche), und südlich von Graz haben wir zum Beispiel auch das Cargo Center Graz in Werndorf.

Am Beispiel dieses Raums sieht man: Genau dieser Raum südlich von Graz ist einer der drei am stärksten wachsenden Wirtschaftsräume Österreichs, und das hat eben ge­nau mit dieser technischen Infrastruktur zu tun.

Infrastruktur ist also ein Mittel zum Zweck, ein Mittel dafür, dass es Arbeitsplätze in der Region gibt, denn wir können in der Steiermark noch so viele Gemeinden zusammen­legen, wir können noch so viele Kindergärten in ländlichen Räumen bauen, wenn wir keine Arbeitsplätze in den ländlichen Räumen haben, dann werden die Leute trotzdem abwandern, und Arbeitsplätze sind unabdingbar verbunden mit einer guten Infrastruktur.

Da muss es auch eine Gleichstellung zwischen städtischen Räumen und ländlichen Räu­men geben. So wie es in Wien als bevölkerungsreichster Stadt Österreichs möglich ist,


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