Interpretation, es gehe einfach darum, dieser Problematik mit Menschlichkeit und Humanität zu begegnen, gleichzeitig aber das Bedürfnis der Bevölkerung nach subjektiver Sicherheit ernst zu nehmen, und es sei für Sie sehr wichtig, den Fokus auch auf Integrationsmaßnahmen zu legen. – Das ist ein Zitat, das ich hier gerne zum Besten gebe.
Aber es gibt jetzt von Ihnen – und Sie haben es heute angesprochen, Sie haben hier relativ lange über Integration und Asyl gesprochen, was ein wichtiges Thema ist, das gebe ich durchaus zu – eine neue Interpretation des Asylgesetzes. Ihr Statement dazu im Pressefoyer ist jetzt zeitgleich mit dem Inkrafttreten des Asylgesetzes am 1. Juni gekommen, und da sprachen Sie von 11 000 Asylberechtigten. Inzwischen sind es aber 20 000 Asylberechtigte, mit verschiedenem Zugang, entweder als Asylwerber oder subsidiär Schutzbedürftige. Da gibt es natürlich eine Problematik, wenn wir immer nur von dieser Zahl ausgehen und dann bei den 37 500 angelangt sind. Denn in Wirklichkeit geht es um die Menschen, die hier bei uns sind, und nicht nur um Asylberechtigte. Und wenn wir das dann weiter potenzieren, bis wir 37 500 Asylberechtigte haben, dann haben wir in Wirklichkeit über 100 000 Menschen im Land, so wie im letzten Jahr. Das ist der große Unterschied, den es da bei der Interpretation gibt! Also da gibt es meiner Meinung nach nicht den großen Spielraum, von dem Sie, Herr Bundeskanzler, gesprochen haben.
Ich denke, dass Sie da die Journalisten und auch den Innenminister und den Verteidigungsminister schon auf dem falschen Fuß erwischt haben, um es in der Fußballersprache zu sagen. Na ja, es sei so.
Auf jeden Fall ist das Problem sicher Dublin III, wo wir das Gefühl haben, dass Dublin III momentan nur auf dem Papier besteht. Es hat mich auch Kollege Stefan Schennach, Mitglied des Europarates und Bundesrates, der heute nicht hier ist, vor drei EU-Ausschüssen klar darauf hingewiesen – und er muss es ja wissen –, dass seiner Meinung nach Dublin III tot ist. Und wenn das ein Experte sagt, dann muss man das auch ernst nehmen. Er kommt ja bekanntlich nicht aus meiner Fraktion.
Ich meine, es ist wichtig, dass wir da eine gemeinsame Sprachregelung in der Regierung haben. Es geht darum, die Fakten den Menschen auch entsprechend zur Kenntnis zu bringen und nicht jetzt schon wieder mit verschiedenen Interpretationen, was Zahlen anbelangt, was Größenordnungen anbelangt, was Richtwerte oder Obergrenzen anbelangt, zu kommen, denn das wollen die Menschen in Wirklichkeit nicht. Die Menschen wollen klare Botschaften, klare Lösungen. Wir haben im Asylbereich jetzt eine Lösung, so wie sie der Vizekanzler geschildert hat, und diese gilt es auch entsprechend umzusetzen, daran gilt es zu arbeiten.
In den Ländern und in den Gemeinden ist die Problematik natürlich eine andere. Wir sind aufgefordert, Menschen gemäß unserer gesetzlichen Bestimmungen unterzubringen, ihnen entsprechendes Quartier zu besorgen, und das stellt uns zusehends vor ganz große, ja vor riesige Herausforderungen.
Sie haben, Herr Bundeskanzler, auch die Brandstiftung in einem Asylheim erwähnt, was wirklich zu verurteilen ist. Da gilt es, mit allen gesetzlichen Möglichkeiten die Täter auszuforschen. Ich hoffe, dass solche Dinge nie mehr passieren. Das ist dringend abzustellen. Wir wollen nicht solche Verhältnisse, wie es sie in Deutschland gibt, wo nahezu jedes Asylheim mit derartigen Attacken entweder brandgeschatzt oder stark beschädigt wird.
Wir haben die schwierige Aufgabe, diese Menschen, die aus Zeltstädten und zum Teil aus der Obdachlosigkeit herkommen, in den Gemeinden, in den Ländern zu versorgen, sie unterzubringen und zu integrieren, und da ist längst nicht jede Unterkunft möglich. Es sollen keine Zelte sein, es sollen keine Container sein, es sollen keine alten Fabri-
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