verbunden mit dem Kennenlernen der Welt. Das scheint derzeit – das zeigt uns die Faktenlage – tatsächlich nicht ganz einfach zu sein.
Die regionale Entwicklung: Es gibt ein Konzentrieren der touristischen Zentren. Wien ist der große Sieger der letzten Jahre, mit enormen Zuwachsraten jedes Jahr. Das hat natürlich mit der Kultur, mit Großveranstaltungen, mit Verkehrsinfrastrukturangeboten, mit bunter Gastronomie, mit Museen und mit Hotelinvestitionen internationaler Investoren zu tun. Im Gegensatz dazu stirbt im ländlichen Bereich vielfach die Gastronomie weg. Ich denke in diesem Zusammenhang an meine Heimatgemeinde Himmelberg, wo in den letzten Jahren sieben Gastronomiebetriebe ausgekocht haben, also vom Markt verschwunden sind. Das heißt, das Angebot wird im ländlichen Raum immer unattraktiver. Wo es keinen Kaufmann gibt, wo nichts angeboten wird, ist der ländliche Raum als Standort für den touristischen Markt natürlich nicht unbedingt attraktiv. Die Stadt hat Kulturzentren, Museen, große Kulturveranstaltungen, am Land gibt es diese kaum oder wenig, das ist natürlich ein Nachteil. (Vizepräsident Gödl übernimmt den Vorsitz.)
Großveranstaltungen wie die beiden Ski-Weltmeisterschaften in Schladming – eine Region, die sich sehr erfreulich entwickelt hat, aus meiner Sicht aber eine Stadt am Land ist – und der jährliche Nachtslalom haben die Marke Schladming sehr attraktiv gemacht. Die Kombination aus Stadt am Land mit hervorragender Infrastruktur und Natur ist in Summe sehr passend. Es zeigt sich dort, dass Stadt am Land als Konzept sehr erfolgreich sein kann.
Das Wachstum oder die Marktanteile in Österreich haben sich auch verschoben: Großer Sieger ist Wien, die Verlierer sind Kärnten und Tirol. Erstaunlich ist, dass beide Bundesländer, Kärnten als sehr beliebte Sommerdestination und Tirol, das Tourismusland Nummer eins, innerhalb der österreichischen Marktverschiebung oder Marktentwicklung verloren haben.
Es ist auch noch der Arbeitsmarkt zu beleuchten: Gestern war in einer Wiener Gratiszeitung zu lesen, dass ein sehr bekannter Gastronom einen riesigen Mitarbeiterbedarf hat. Er sucht einige Mitarbeiter und inseriert quasi im Hause selbst: „Du kannst die Uhr lesen, musst nicht alle drei Minuten eine WhatsApp schreiben oder dein Facebook checken, du beherrschst die Grundrechenarten, kannst dich in deutscher Sprache perfekt verständigen …“ – Das ist sozusagen das Anforderungsprofil, um in der Gastronomie überhaupt jemanden aufnehmen zu können. Da fragt man sich schon, wie ernst ein Arbeitsplatz heute überhaupt genommen wird.
Weiters sagt er in diesem Interview: „Die Branche leidet an einem permanenten Mangel an vernünftigen Mitarbeitern. Vielen Jungen sind Freizeit und Handy das Wichtigste, der Job leidet massiv.“
Es war heute auch interessant, ein bisschen die linke Position zu hören. Ein Gewerkschafter träumt von irgendetwas – von Maschinensteuer und Co. Ich bin aber der Meinung, Herr Bundesminister, dass wir nur mit Fleiß, hohen Bildungsstandards und mit Ehrgeiz den Wettbewerb der Zukunft gewinnen werden. Mit Twittern, WhatsApp-Schreiben und Nicht-rechnen-Können werden wir nicht einmal die billigsten Jobs halten können. Das ist ein Anforderungsprofil und auch eine Bildungsfrage. Es geht nicht nur um klassisches Wissen, sondern auch um emotionales Wissen und Verantwortungsgefühl. Zu wissen, dass ein Arbeitsplatz etwas wert ist und ich dort auch Leistung zu erbringen habe, das ist wohl auch eine Voraussetzung. Das ist der Hilfeschrei eines gastronomischen Betriebes.
Ähnlich ein weiterer Gastronom: „Heute geschlossen – Kein Personal aber 500.000 Arbeitslose. Sorry, Der Wirt!“ – Das ist auch ein Unternehmer, der nicht in der Lage ist, sein Personal so aufzustocken, wie er es brauchen würde.
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