BundesratStenographisches Protokoll855. Sitzung / Seite 67

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ebenso klar. Aber ich sage eines und etwas Wesentliches dazu: Wir haben in Öster­reich Voraussetzungen, die uns im Tourismus wahnsinnig helfen. Und wenn du gegen­wärtig mit deinen Gästen redest, dann sagen sie dir: Bei euch ist die sicherheits­politische Lage noch in Ordnung. Hier kann ich noch mit meinen Kindern Urlaub machen. Das sollte man auch positiv bewerten. Und jeder Euro, der bei uns in die Sicherheit der Republik investiert wird, ist ein gut verwendeter Euro, der uns auch im Tourismus weiterhilft, da dies bei der Urlaubsentscheidung sehr wohl berücksichtigt wird. Genauso wie eine gut funktionierende Gesundheitsversorgung etwas Wesent­liches ist, vor allem für Familien mit Kindern. Bei diesen sind wir in der Urlaubsauswahl sehr populär. Auch das sollte man berücksichtigen. Dass das alles Geld kostet und sich nicht von alleine finanzieren lässt, ist uns Touristikern auch bewusst und auch, dass es dafür eine gewisse Steuerleistung geben muss.

Ich will jetzt nicht zu sehr in die Vergangenheit abschweifen, denn diese ist schon vorbei. Ich will mehr in die Zukunft schauen und klären, wie wir unser Tourismusland Österreich und die einzelnen Bundesländer weiterentwickeln können. Ich sage euch ganz offen, wir werden weiter in die Qualität investieren müssen. Der Bericht hat uns gezeigt, dass gerade Betriebe, die in Qualität investiert haben, deutliche Steigerungen bei den Nächtigungszahlen haben. Ich rede da nicht von Vier- und Fünf-Stern-Betrie­ben, sondern zum Beispiel vom Urlaub am Bauernhof, wo viel Geld investiert worden ist, um die Qualität zu steigern, ebenso in die Campingbetriebe. Wir haben in Österreich die Top-10-Betriebe Europas.

Wo viel Geld investiert worden ist, zeigt sich ein deutlicher Zuwachs bei den Näch­tigungszahlen, und das zeigt auch, dass diese Investitionen sinnvoll sind. Und da wir schon bei Investitionen in die Qualität sind: Da ist heuer mehr Geld investiert worden als in den letzten Jahren. Das zeigt, die Tourismuswirtschaft investiert wieder, und das hat auch gewisse Gründe. Die ÖHT arbeitet hervorragend mit den einzelnen Landes­för­derungsinstitutionen zusammen. Auch wenn der Kreditzinssatz relativ niedrig ist mit 3 Prozent im Durchschnitt, werden Geld und vor allen Dingen Sicherheit zur Verfügung gestellt für die Betriebe, und das ist das Wesentlichste. Deswegen sind allein in Kärn­ten heuer die Investitionen – bitte, Gerhard, da musst du zuhören! – in die Touris­muswirtschaft um 15 Prozent gestiegen. Das ist keine Kleinigkeit und hat auch einen Grund: Die Förderpolitik – und bei dieser Gelegenheit auch ein Dankeschön an unseren Tourismusminister und Wirtschaftsminister – ist in Ordnung und ordentlich aufgestellt. Das sollte man auch nicht vergessen.

Was ich noch sagen wollte – da wir immer von der Entbürokratisierung geredet haben –, ist: Das, was Gabriel Obernosterer im Bereich der Mithilfe der Familienange­hörigen im Betrieb zustande gebracht hat, ist für mich ein wesentlicher Punkt und ein großartiger Schritt in die richtige Richtung. Dafür danke ich dir, denn es ist für uns wesentlich, dass unsere Familienmitglieder mit- und aushelfen können, ohne dass wir große bürokratische Hürden und Kosten haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Und das sollte man unbedingt auch anerkennen, das ist etwas Wesentliches.

Etwas, was ich für die Zukunft noch hinzufügen will: Wir sollten uns dessen bewusst sein, dass die Sommerfrische, die eine Zeit lang total out war, wieder im Kommen ist. Das Klima wird wärmer, auch in Europa. Manche Südländer werden es im Sommer zu Hause nicht mehr aushalten, und die Gäste werden dementsprechend wieder unsere kühlen Alpentäler, Berge und kühlen Seen bevorzugen, um die Sommerfrische zu genießen. Wir müssen in das Radwegekonzept investieren, auch in die Kultur und in den städtischen Tourismus. Wir wissen ganz genau, dass gerade die Städte Salzburg, aber auch Graz und Wien einen totalen Zulauf haben. Die Gäste wollen sich unser Österreich anschauen. Natürlich resultiert daraus auch ein dementsprechender Aufent­haltsrückgang, aber darauf müssen wir reagieren. Das ist weltweit so, nicht nur bei uns


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