Es gibt noch viele Zahlen, die man erwähnen könnte, aber ich möchte noch ganz kurz auf das Thema Beschäftigung eingehen, damit wir, die wir hier heraußen stehen, nicht immer das Gleiche sagen. Wir haben gesehen, dass österreichweit im Jahresdurchschnitt 202 900 unselbständig Beschäftigte im Tourismus tätig waren. Da muss man auch dazusagen, dass das um 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr sind; das entspricht einem Anteil an den aktiv unselbständig Beschäftigten von 5,9 Prozent.
Die Beschäftigung im touristischen Bereich in Österreich ist auch durch einen hohen Frauenanteil, nämlich 58 Prozent, gekennzeichnet, leider sind aber – es gibt nicht immer nur Licht, sondern auch Schatten – auch da in den Spitzenpositionen nicht immer Frauen zu finden, etwa auf Geschäftsführerebene in Tourismus-Verbänden oder wie Petra Stolba von der Österreich Werbung; sie ist übrigens eine hervorragende Spezialistin, was den touristischen Bereich anbelangt.
Da muss man nun doch feststellen, dass gerade dieser Beruf mit der Familie anscheinend sehr schwer zu vereinbaren ist. Es fehlt oft an familienfreundlichen Bedingungen für Frauen, die in Betrieben arbeiten, wobei ich aber gleich an dieser Stelle noch einmal feststellen will und sollte: Es gibt sehr, sehr viele Betriebe, die nicht nur in die Hardware, sondern auch in die Software investieren, nämlich in Weiterbildung für die Mitarbeiter, um in ihrem Betrieb wirklich qualifiziertes Personal für die Zukunft halten zu können.
Was mir persönlich beim Lesen dieses Berichts aufgefallen ist, ist, dass die geringfügige Beschäftigung zugenommen hat. Die Zahl der geringfügig Beschäftigten ist seit 2008 um 60,8 Prozent auf 56 730 gestiegen. Das ist doch ein Anteil, der meiner Meinung nach ein bisschen besorgniserregend ist, weil es zumeist auf Kosten der Frauen geht. Allgemein bieten die Tourismusbetriebe den Beschäftigten nur zum geringen Teil die Möglichkeit, das ganze Jahr über beschäftigt zu sein. Betriebe werden gesperrt, keine Frage; das heißt, dass man dann stempeln gehen muss und später wieder in dieses Arbeitsverhältnis einsteigen kann.
Der Tourismusbereich ist sehr stark auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Ihr Anteil in dieser Branche beträgt 46,2 Prozent; er ist somit vergleichsweise sehr hoch und weiter steigend.
Kollege Dörfler hat, glaube ich, über die Lehrstellen gesprochen. Es hat mich ein bisschen gewundert, dass es nicht möglich ist, auf diesem Markt zu reüssieren. Vielleicht fehlt die Attraktivität. Man muss es wieder attraktiv machen, im Tourismus zu arbeiten, denn im Jahresdurchschnitt 2015 standen 1 485 offene Lehrstellen in Tourismusberufen zur Verfügung, während es nur 469 Lehrstellensuchende in diesem Bereich gab.
Es sind also weitere Maßnahmen zu setzen, um die Attraktivität der Berufe im Tourismus zu steigern. Es gilt, vermehrt auf die Chancengleichheit, vor allem für Frauen, und auf eine faire Entlohnung zu achten sowie bereits bestehende Lehrinitiativen weiter auszubauen.
Drei Sätze noch dazu, denn es geht ja schlussendlich um das Angebot: Das Angebot aus ökologischer Sicht ist in dem Bereich, wo ich herkomme, auf dem Land, in den Nationalparks, ein hervorragendes. Ich glaube nicht, dass nur die Städte alleine betrachtet positive Zuwachsraten haben, sondern wenn man auf dem Land in einer Nische arbeitet, wenn man so wie bei uns in Nationalparks arbeitet, wenn man den Bereich Urlaub auf dem Bauernhof hernimmt oder viele andere Angebote, die in diesem Bereich sehr positiv auf dem Markt reüssieren können, dann sieht man, dass die Möglichkeit besteht, dort wirklich Wertschöpfung zu erzielen, wenn man fleißig ist.
Die aktuellen Trends – daran habe auch ich mitgewirkt –, etwa das Thema Radwege: Wenn man weiß, dass die vielen Radwege – sei es der Drauradweg bei uns, der
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