BundesratStenographisches Protokoll855. Sitzung / Seite 75

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Gleichzeitig braucht es aber auch immer wieder die Innovation, sei es das Mountain­biken, sei es das Angebot an Klettergärten und Ähnlichem, und das gibt es auch tatsächlich.

Sie merken meine Begeisterung. Ich bin ja seit über 40 Jahren touristisch tätig, ver­suche eben, Österreich an die Touristen zu verkaufen, zu vermitteln, und bin immer wieder begeistert von dem, was einem geboten wird, was man tatsächlich an Beher­bergungsbetrieben, an Restaurantbetrieben und eben an Verschiedenstem, was man heute unter Events zusammenfasst, vermitteln kann.

Die Bedeutung des Tourismus für die Wirtschaft allgemein kann man, glaube ich, gar nicht überschätzen. Fahren Sie einmal ins Zentralmassiv in Frankreich, wo das nicht existiert und wo es wirklich völlig verlassene Gebiete gibt. Da glauben Sie, Sie sind in Sibirien gelandet. Da ist der Tourismus der wesentliche Unterschied, der bei uns praktisch überall großartig funktioniert.

Es gibt aber auch Probleme, ich denke, auch die sollte man ansprechen, und sie werden im Bericht auch angesprochen, zum Beispiel, dass uns derzeit ein Angebot in der Mitte fehlt. Es ist zu einer großen Ausweitung des Angebots im Vier-, Fünfsterne­tourismus gekommen, aber im mittleren Bereich fehlt das Angebot. Es fehlt zum Beispiel ein Angebot für den sportlichen Gast, den Wintergast, den Skifahrer, der eigentlich nur Skifahren gehen will und ein sauberes Bett braucht, aber die restlichen Angebote nicht. Man versucht, nachzurüsten, aber da hat sich eine Lücke aufgetan.

Natürlich haben Entwicklungen wie Airbnb eine neue Situation für die Privatzim­mervermietung geschaffen, mit der umzugehen ist. Es gibt auch rechtliche Probleme: Werden da die entsprechenden Abgaben bezahlt? Wie schaut es mit Widmungen in der Raumordnung aus? Es gibt also auch neue Entwicklungen, die neue Herausfor­derungen darstellen. Bezüglich Buchungsplattformen wurde bereits erwähnt, dass es schon Maßnahmen gibt.

Was die Aufenthaltsdauer, das Sinken der Aufenthaltsdauer betrifft, denke ich nicht, dass da wirklich aktiv gegengesteuert werden kann und sich diese wesentlich verlän­gern lassen wird.

Die Internationalisierung ist wirklich unglaublich. Wenn man sich das Touristenbild in Salzburg vor 15, 20 Jahren und heute anschaut, so zeigt sich da ein Riesenunter­schied. Positiv ist, wenn man nicht nur von einem oder zwei Herkunftsmärkten abhän­gig ist, aber es stellt natürlich auch alle, die im Tourismus arbeiten, vor große Heraus­forderungen. Es ist ein Unterschied, arabische Gäste, Gäste aus dem Fernen Osten, aus China zu betreuen oder eben einen deutschen oder französischen Gast.

Grenzkontrollen können durchaus zu einem Problem werden, wenn sich das tat­sächlich weiter so entwickelt. Gerade der Gast, der den Kurzaufenthalt sucht und der das österreichische Angebot übers Wochenende nutzen will, möchte dann nicht stundenlang im Grenzstau stehen und wird das sicherlich nicht akzeptieren.

Die Expertenmeinung im Bericht, dass beim Binnenreiseverkehr von Sättigung und daher Stagnation auszugehen ist, teile ich ganz und gar nicht. Gerade was die Älteren – und wir werden natürlich alle älter – betrifft, gibt es durchaus noch Luft nach oben. Da besteht weiterhin ein Wachstumspotenzial, aber auch für das jüngere Publikum erweitert sich das Angebot. Da ist meiner Meinung nach noch keine Wachstumsgrenze erreicht.

Es gibt jedoch sehr wohl Wachstumsgrenzen, und da gibt es eigentlich immer Prob­leme, wenn man das Touristikern gegenüber anspricht, im Städtetourismus zum


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