BundesratStenographisches Protokoll855. Sitzung / Seite 108

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werden müssen. Nicht das Zurücklehnen, das Ausruhen in der sozialen Hängematte und das Auf-sich-Einwirken-Lassen des wirtschaftlichen Erfolges Europas werden die Strategie der Zukunft sein. Viel mehr wird es notwendig sein, dass wir auch selbst einen Beitrag zu diesen erfolgreichen Entwicklungen leisten.

Wir stehen im Wettbewerb mit Ländern wie China, Regionen wie Asien und anderen stark aufstrebenden Räumen, wo eine größere Perspektive und eine vermehrte Anstrengung seitens der Bevölkerung gelebt wird, um mehr im Leben zu erreichen, mehr zu erhalten und Wohlstand zu genießen.

Es ist eine Zielsetzung, dass wir auch der Jugend klarmachen, dass das Erfolgsrezept der Vergangenheit keine Selbstverständlichkeit ist, der Beitrag jedes Einzelnen auch mitgetragen werden muss und Leistung letztlich auch der Ansporn ist, mehr zu erreichen und im Ranking nicht nach unten zu rutschen.

Keine Gleichmacherei – Vielfalt ist das Motto! Es muss immer wieder klar ange­sprochen werden: Vielfalt heißt zu guter Letzt auch, neue Wege zu gehen und andere Denkweisen zuzulassen.

Grenzenloses Reisen, viel mehr kennenlernen, andere Lebenswelten erkennen – das alles ist ein wesentlicher Schwerpunkt, der hier gesetzt wird, weil damit auch neue Sichtweisen den Horizont jedes Einzelnen erweitern.

Den Horizont erweitern heißt, sehr aktuell gesprochen, Toleranz üben – eine Toleranz, die wir in der heutigen Zeit nicht nur diskutieren, sondern auch leben müssen. Inner­halb eines grenzenlosen Europas ist eine solche Toleranz mehr denn je gefordert und daher auch ein Thema, welches gerade dieser Bericht im Sinne der Familien- und Jugendpolitik klar anspricht.

Abschließend sei noch ein Punkt, der enormes Potenzial bringt, angesprochen. Es sind die Fragen des digitalen Zeitalters, das angebrochen ist, des digitalen Entwickelns und Netzwerkens und letztlich des vernetzten Binnenmarktes, der zum Ziel hat, nicht Menschen, sondern Daten wandern zu lassen. Es soll damit klar aufgezeigt werden, dass die Möglichkeit, digitale Daten noch stärker im Berufs- und Wirtschaftsleben einzusetzen, viele Chancen gerade für unsere Jugend bietet.

Die Jugend wächst in einem Umfeld auf, in welchem sie im Umgang mit elektronischen Medien und der modernen Entwicklung mittlerweile ganz andere Spielregeln hervor­bringt als jene, die wir noch in unserer Empfindung, in unserem Aufwachsen erlebt haben.

Daher abschließend zum Schwerpunktthema Jugendarbeit: Es wurde kurz in der vorhergehenden Frage, was dieses Schwerpunktthema Jugendarbeit bringt, ange­sprochen.

Ich glaube, Österreich hat sehr klar gezeigt: Die 1,5 Millionen Jobs, die gegründet und geschaffen wurden, sind ein Erfolg. 1,5 Millionen Jobs für junge Menschen im Bereich der Jugendarbeit, Jugendzentren, Kreativ-Workshops, also letztlich in der Individualität ihrer Einsatzmöglichkeiten, wo junge Menschen ihrem Naturell, nämlich Freiheit zu leben und auch Neues zu erfahren, Raum geben können. Das ist mit Sicherheit ein Beweis dafür, Frau Minister, dass diese Jugendarbeit ein Erfolg ist.

Ich glaube, darauf kann man aufbauen, denn eines bringt es auch mit sich: 1,5 Mil­lio­nen Jobs heißt auch, dass 160 000 Ehrenamtliche zusätzlich im Boot sind. In Summe bringt das den Erfolg, dass es nicht nur um den monetären Reiz und Erfolg geht, sondern ganz einfach auch um die Persönlichkeitserfahrung sowie darum, dass Jugendliche eine Aufgabe haben und im Umgang mit anderen Menschen Selbst­bewusstsein und Kreativität erlernen.

 


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