BundesratStenographisches Protokoll855. Sitzung / Seite 125

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Zum Kulturauftrag: Schauen wir uns einmal die Zahlen an, wie viele zum Beispiel ins Linzer oder ins Innsbrucker Landestheater gehen! Die Übertragungen von „Fidelio“, die Übertragungen von Puccinis „Turandot“, aber auch – jetzt kommen wir ins zeitge­nössische Genre – die Verleihung des Nestroy-Preises sind Highlights der Kulturver­mittlung, die der ORF leistet und die auch in seinem Auftrag enthalten sind. Es ist nicht so, dass man sagen muss: Wir müssen jetzt auf die Knie fallen!, aber es ist eine Leistung, er erfüllt diese Leistung, und wir haben einen Leistungsbericht zu bewerten.

Wenn man etwas kritisch anmerken soll und muss, dann muss man sagen: Es arbeiten mir zu viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für 350 € im Monat im Unternehmen. Viel­leicht sollte man gerade bei diesen Freelancern schauen, dass die Gehälter angehoben werden, und vielleicht sollte man schauen, dass sich in den oberen Etagen die Frauen­quote verbessert. (Beifall der Bundesräte Blatnik, Posch-Gruska und Stögmüller.)

Zum Schluss sei gesagt – das kann ich jetzt nur mehr streifen –: Schauen Sie sich den Public-Value-Bericht des ORF an! Der zeigt, dass die Verantwortung des Unter­nehmens wahrgenommen wird, nämlich die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Gesellschaft und Unternehmen. Dieser Public-Value-Report und der CSR-Report des ORF sind feinste Sahne und unterstreichen noch einmal die Bedeutung dessen, dass wir einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben, und sie unterstreichen auch, dass wir mit Ö1 den weltbesten Sender hier im Lande haben, der einen Marktanteil von 10 Pro­zent, in Wien sogar von 16 Prozent hat. Das ist einmalig auf der Welt. Und wenn man sich die Golden Awards aller internationalen Preise anschaut, dann sieht man, dass Redakteurinnen und Redakteure von Ö1 immer wieder mittendrin sind.

Übrigens – nur so nebenbei – war ich 2015 fasziniert davon, wie man parallel zum Eurovision Song Contest einen Birds’ Song Contest machen konnte. Das ist Inno­vation – Innovation wie „DIE.NACHT“, „Science Busters“, „Willkommen Österreich“, „Wastecooking“ oder „Universum History“.

Zu diesem Entschließungsantrag: Mein Gott, das private Match zwischen FPÖ und Armin Wolf erreicht uns sozusagen so, wie der Winter den Herbst ablöst und der Frühling den Winter ablöst, aber ich will etwas Seriöses dazu sagen. Die offiziellen Gagen können wir ja nachlesen: Dienstklasse 18 hat 140 000 € brutto Jahresverdienst. Das kann man ja bitte nachlesen. Aber wenn wir tatsächlich all die Gagen unserer diversen Moderatoren – die ja mit ihrem Bild eine Seher- und Seherinnenbildung zustande bringen – veröffentlichen, dann hätten wir ganz schnell viel weniger, denn dann würde man in Deutschland sehen, wie wenig unsere Leute verdienen.

Wenn man den ORF und die ARD vergleicht, dann sieht man, dass beide Sende­anstalten ziemlich genau den gleichen Output haben, und beide ernähren sich von öffentlichen Gebühren. Zählt man aber die Einwohner Deutschlands, dann zählt man länger, als wenn man die Einwohner Österreichs zählt. Darum ist klar, warum man zum Beispiel in Deutschland andere Preise zahlen kann. Würden wir das hier veröffent­lichen, hätten wir blitzschnell eine unglaubliche Abwanderung von Spitzenleuten, und deshalb ist das Unsinn.

Es ist richtig, dass die Managergagen öffentlich sind, aber bitte nicht diese, außer ihr wollt, dass wichtige Gesichter, wichtige Moderatoren, wichtige Sendungsmacher das Land verlassen. Es haben ohnedies schon ganz viele aus dem österreichischen Medienbereich in Deutschland Fuß gefasst. Noch mehr Braindrain nach Deutschland ist, glaube ich, nicht sinnvoll.

Deswegen werden wir diesen Entschließungsantrag ablehnen und ihn in der Schub­lade „FPÖ gegen Armin Wolf“ ablegen (Heiterkeit), und da liegt er dann gut. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Bundesräten von ÖVP und Grünen.)

16.01

 


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