BundesratStenographisches Protokoll855. Sitzung / Seite 124

HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite

und Stellvertreter, die Sprecherinnen und Sprecher des Publikums. Wir haben uns über ein Unternehmen zu unterhalten. Und da kann ich nur sagen: Wow, das ist ein Topbericht, der sagt, dass der ORF trotz massiver Konkurrenz sowohl im regionalen als auch im nationalen Bereich Marktführer ist, nämlich 92 Prozent … (Bundesrat Dörfler: Stimmen die Zahlen?!) – Lieber Gerhard Dörfler, ich glaube, als ehemaliger Landeshauptmann bist du bestens informiert. Ich war auch einmal Kuratoriumsmitglied. Wir sind beide bestens informiert und wissen, dass das unabhängige Institute sind, die diese Zahlen erheben. (Zwischenruf des Bundesrates Dörfler.) Deshalb lassen wir solche Zwischenrufe lieber daheim, denn es entspricht nicht deiner Redlichkeit, so einen Zwischenruf zu machen. (Bundesrat Dörfler: Ist das falsch, was die „Kleine Zeitung“ berichtet hat?! – Zwischenruf der Bundesrätin Mühlwerth.)

Wenn wir uns den Österreich-Bezug anschauen: Dieser liegt im Gesamten bei ungefähr 58,5 Prozent und im Hauptabendprogramm sogar bei etwa 74 Prozent. Wenn wir uns anschauen, dass der Gewinn und die Einnahmen des ORF positiv sind und dass auch die Werbeeinnahmen in schwierigen Zeiten gehalten werden konnten, dann erkennen wir, dass uns hier eine enorme Leistungsbilanz vorliegt.

Wir reden vom Jahr 2015, in dem auf den ORF eines der größten Dinge zugekommen ist, das unser Land bisher nur zweimal getroffen hat, nämlich die Übertragung des Eurovision Song Contests, der über 200 Millionen Menschen erreicht hat und eine gewaltige Herausforderung für das Unternehmen war. Das sind alles Erfolge in der Bilanz, die wir einfach sehen müssen.

Außerdem hat der ORF etwas in der Welt geschaffen, was einmalig ist, das soge­nannte Humanitarian Broadcasting. Im Jahre 2015, mitten in der Flüchtlingskrise, startet jener ORF, der schon mit „Nachbar in Not“ und jährlich mit „Licht ins Dunkel“ hilft, „Helfen. Wie wir.“, und damit hat er eine unglaubliche Initiative unterstützt, die schon in der Bevölkerung da war.

Wir kommen zum nächsten Punkt, nämlich dass der ORF nicht nur die deutsch­sprachigen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu versorgen hat, sondern auch autoch­thone, alte Minderheiten und auch unsere neuen Minderheiten. Die Kooperation mit Volksgruppensendungen ist etwas, was nur der öffentlich-rechtliche Rundfunk macht.

Ja, es ist ein riesiger Markt, ein riesiger Druck da; und man muss sagen – und ich sage das auch hier in dieser Rede –: Hut ab, wie sich PULS 4 entwickelt hat – der ORF würde sich wahrscheinlich eine Corinna Milborn wünschen –, aber auch Hut ab, was der ORF insgesamt leistet. Schauen wir uns die ganzen Initiativen an, die vom ORF ausgehen und die er nicht machen müsste, wie zum Beispiel die „Lange Nacht der Museen“! In dieser Nacht, die der ORF veranstaltet, kommen so viele Menschen ins Museum, wie sie über das ganze Jahr verteilt nicht kommen. Folgendes muss ich jetzt vielleicht zu Gerhard Dörfler noch sagen: Die „Lange Nacht der Blasmusik“ (Heiterkeit bei der SPÖ), die „Lange Nacht der Kirchen“ – das sind alles Folgeunternehmungen eines Impulses, der vom ORF ausgegangen ist.

Es gäbe keine erfolgreiche österreichische Filmwirtschaft ohne die starke Partnerschaft des ORF. Und ich weise nur darauf hin, dass 2015 – wir sprechen hier nur über 2015 – einer der mittlerweile unglaublich erfolgreichen Filme mit Tobias Moretti, „Das finstere Tal“, produziert wurde. (Bundesrat Dörfler: Der Moretti ist gut!) Der Film hatte 600 000 Zuseherinnen und Zuseher bei der Erstausstrahlung allein im ORF – 600 000 Zuseherinnen und Zuseher! Ich rede gar nicht vom Kinoerfolg. Weiters produzierte der ORF „Amour Fou“, aber auch – vielleicht gefällt das Herrn Raml besser – das Remake „Im weißen Rössl“ (allgemeine Heiterkeit) oder Kurt Palms „Bad Fucking“. (Bundesrat Mayer: Ab jetzt geht nur mehr „Vorstadtweiber“! – Allgemeine Heiterkeit und Zwischenruf bei der SPÖ.)

 


HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite