BundesratStenographisches Protokoll855. Sitzung / Seite 159

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Licht am Rednerpult hört auf zu blinken.) – Ich lasse mich von der Lampe nicht beirren. Ich glaube, da haben sie uns beide zusammengerechnet. (Allgemeine Heiterkeit.)

Ein großes Problem derzeit ist ja, dass – und das wurde schon gesagt – ein hoher Pro­zentsatz der in Österreich Beschäftigten mit Migrationshintergrund unter ihrer eigent­lichen Qualifikation beschäftigt wird. Das ist eigentlich eine große Ressourcenver­geudung, weil wir da viele Potenziale hätten, die wir verwenden könnten.

Vor allem in Mangelberufen wären wir oft sehr interessiert und haben dringenden Bedarf, diese Menschen in den Arbeitsprozess einzubringen. Es ist schade, dass wir diese Potenziale nicht nützen. Zudem haben wir auf dem Arbeitsmarkt gerade im Bereich der Niedrigqualifizierten ohnehin einen sehr großen Druck. Dieser Druck wird auch noch erhöht, weil wir da eben Leute in Niedrigqualifikationen verwenden, obwohl sie höhere Qualifikationen anbieten könnten.

Es geht da keineswegs, so wie es manchmal gesagt wird, um ein großzügiges Ver­schenken von irgendwelchen Qualifikationen, sondern vor allem um eine sinnvolle Beschleunigung und Vereinfachung der Anerkennungsverfahren für Migranten. Eine Verbesserung sowohl für die Migranten als auch für die Arbeitgeberinnen und Arbeit­geber wäre das Ziel. Das sollte sich mit dieser Regelung auch entsprechend ent­wickeln.

Natürlich muss – und da sind wir uns, glaube ich, alle einig – unabhängig von derar­tigen Maßnahmen weiter sehr intensiv daran gearbeitet werden, dass die Situation der Menschen vor allem in den Herkunftsländern verbessert wird, unter anderem durch mehr Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit, wie das ja auch gerade in der jüngsten Vergangenheit angegangen und gemacht wurde, und dass man ent­sprechen­de Maßnahmen vor Ort setzt, wofür sich unser Außenminister sehr einsetzt und sich auch in der internationalen Zusammenarbeit und Entwicklung sehr starkmacht. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle sehr herzlich bedanken. (Beifall bei der ÖVP.)

Zur Vienna International School möchte ich ebenfalls noch eine kurze Anmerkung machen und ein paar Sätze und Gedanken sagen: Grundsätzlich sollten wir in Öster­reich heilfroh sein, dass wir in Wien den Sitz von 37 internationalen Organisationen haben. In Österreich und speziell in Wien haben wir eine sehr hohe Anzahl von inter­nationalen Organisationen. Wir dürfen froh und stolz sein, dass es trotz größter Kon­kur­renz aus vielen Staaten immer wieder gelingt und in den letzten Jahren hervor­ragend gelungen ist, diese Organisationen in Österreich zu halten. Es sind sogar noch neue Organisationen dazugekommen, was sehr erfreulich ist.

Neben den damit zweifellos verbundenen politischen Vorteilen ergeben sich daraus auch ganz große wirtschaftliche Vorteile. Laut einer Studie von Ernst & Young hängen zirka 10 000 Jobs direkt oder indirekt damit zusammen. Daraus ergibt sich, wie diese Studie errechnet, jährlich ein volkswirtschaftlicher Nutzen von zirka 1,4 Milliarden € – 1,4 Milliarden € pro Jahr für die Republik Österreich, Tendenz steigend.

Daher ist es natürlich umso wichtiger, dass wir im Umkehrschluss gute Bedingungen für die Beschäftigten dieser internationalen Organisationen in Österreich und speziell in Wien anbieten. Es ist deswegen sehr wichtig, dass wir die entsprechenden Verträge, die es mit diesen Organisationen gibt, bestens einhalten und erfüllen.

Zirka 1 400 Schulplätze bietet dabei die Vienna International School an. Die Kosten, die der Republik dafür entstehen, sind nur ein kleiner Bruchteil des volkswirtschaft­lichen Vorteils, den ich zuvor schon erwähnt habe. Gerade gute Schulen und Bildungs­mög­lichkeiten sind für internationale Organisationen zweifellos ein ganz wesentlicher Gradmesser eines interessanten Standortes. Das ist etwas, was in Österreich sehr gut funktioniert.

 


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