auf den alten EU-Klimazielen, die Klimaerwärmung auf höchstens 2 Grad Celsius zu beschränken, während das Übereinkommen von Paris einen Stopp bei einer Erwärmung von 1,5°Grad Celsius vorsieht. Es stellt sich allerdings ohnedies die Frage, ob die EU aufgrund der gelebten Philosophie des Wirtschaftens – so ist etwa der freie Warenverkehr unantastbar – dazu imstande ist, Klimaschutzweltmeister zu werden.
Die Fragen, die sich in diesem Zusammenhang aufdrängen, lauten: Müsste im Sinne des Umwelt- und des Klimaschutzes nicht nachhaltiges, ressourcenschonendes Wirtschaften die oberste Prämisse darstellen und zum Beispiel das Herumführen von Waren in ganz Europa obsolet machen? Müssten nicht eigentlich Verträge wie TTIP oder CETA zuallererst auf ihre Klimaschutztauglichkeit überprüft werden?
Wirtschaft wäre, nimmt man Umwelt- und Klimaschutz wirklich ernst, in vielen Bereichen radikal anders zu sehen, und damit ist nicht bloß der Ausbau der Produktion sowie des Betriebs von Sonnenkollektoren, Elektroautos und Windrädern gemeint.
Im Umweltausschuss hat meine Kollegin Blatnik in die Runde hinein gefragt, ob man den Menschen nicht gerade aufgrund dessen, dass in Zukunft wohl nicht alle Klimaziele umsetzbar sind, erklären kann, wie und was man dazu beitragen kann. Mallnitz, eine Nationalparkgemeinde in den Hohen Tauern, deren Bürgermeister ich bin, ist schon lange Mitglied beim Klima-Bündnis und versucht, das zu leben. Wir haben in Mallnitz die erste Klimaschule Österreichs gegründet, eröffnet von unserem damaligen Bundespräsidenten Fischer, und wir haben auch die erste Wasserschule Österreichs gegründet, in Zusammenarbeit mit Swarovski, die nicht nur in der Schule in Mallnitz in Kärnten, sondern weltweit agieren, um den Kindern und Erwachsenen zu erklären, was die Ressource Wasser, dieser wertvolle Rohstoff, für uns im Leben bedeutet.
Ich glaube, dass wir uns in Österreich oft über die Qualität und über die Verfügbarkeit des Wassers keine Gedanken machen. Ganz anders ist die Situation ja, wie wir wissen, weltweit. Von 7,4 Milliarden Menschen haben 783 Millionen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Wer weiß denn schon, wenn wir vom blauen Planeten reden, dass von dem Wassermassen auf der Erde rund 97,5 Prozent Salzwasser sind und nur 2,5 Prozent Süßwasser, und davon sind noch zwei Drittel im Polareis gebunden. Die Ressource Wasser wird also in Zukunft eine wesentliche Rolle in unserem Leben spielen, und wir alle wissen, dass es Kriege auf dieser Welt schon wegen kleinerer Dinge gegeben hat.
Ich habe da noch einen Bericht über Österreich, und darüber müssen wir uns, glaube ich, auch Gedanken machen. Wir müssen feststellen, dass jeden Tag Flächen in einer Größenordnung von 31 Fußballfeldern verbaut werden. Unser Land ist mittlerweile Europameister im Zubetonieren und Zerstören von fruchtbaren Böden, und schon jetzt gibt es nicht mehr genügend Äcker, um alle Bürger im Notfall mit Lebensmitteln zu versorgen. Auch darüber müssen wir uns Gedanken machen. Das alles sollte mit einfließen, um Menschen darauf hinzuweisen oder auch zu schulen, in der Zukunft anders zu denken und anders zu handeln.
Dieses Abkommen ist nicht der Schlusspunkt der internationalen Klimabemühungen, sondern es ist erst der Beginn. Rechtlich verpflichtet der Vertrag zu keiner einzigen Tonne Emissionsreduktion, außer man ratifiziert ihn. Die Zusagen basieren auf Freiwilligkeit, Verweigerern drohen keine Konsequenzen. Ein Regierungswechsel in Amerika könnte zum Beispiel die Republikaner an die Macht bringen, diese haben zu diesem Thema überhaupt keine Einstellung. Amerika und China zusammen produzieren 40 Prozent des CO2-Ausstoßes – wenn die nicht dabei sind, haben wir ja so oder so schon das größte Problem.
Das heißt, die Kruste, die sich über der internationalen Klimapolitik gebildet hat, ist erst einmal aufgebrochen. Auftrieb und Optimismus sind im Grunde genommen wieder spür-
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