BundesratStenographisches Protokoll856. Sitzung / Seite 52

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Spezies, die sich nicht schnell genug an die neuen Gegebenheiten angepasst haben, verschwunden sind.

Grundsätzlich ist auch festzuhalten, dass viele Faktoren, die Änderungen unseres Klimas auf der Erde verursachen, von uns nicht beeinflussbar sind. Das ist in der Dis­kussion bis jetzt zu kurz gekommen. Das sind keine Theorien, das sind Fakten, das Klima hängt nämlich auch von der Sonnenaktivität, der Umlaufbahn der Erde um die Sonne, die nicht stabil ist, sondern variiert, ab. Änderungen verursachen auch die Ver­änderungen der Lage der Erdachse, die Plattentektonik oder eben auch Vulkanaus­brüche. Diese Liste ist unvollständig, was aber auch nicht wichtig ist. Wichtig ist nur, zu zeigen, dass es viele natürliche Faktoren gibt, die das Klima beeinflussen, die aber der Mensch nicht steuern kann.

Die Wissenschaft hat in letzter Zeit mehrfach nachweisen können, dass es in der Menschheitsgeschichte bereits mehrmals zu rasch auftretenden Änderungen des Kli­mas mit unterschiedlichen Einflüssen auf die Lebensgewohnheiten und die Entwick­lung der Menschen gekommen ist.

Tatsache ist aber auch – und da gehen wir dann wieder d’accord, denke ich –, dass der Mensch durch den vermehrten Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 und Methan diese Veränderungen in der Natur zumindest mit beeinflusst hat. Es gilt das physikali­sche Grundprinzip von Wirkung und Gegenwirkung. Es ist ja logisch, dass zum Bei­spiel die explosive Zunahme des Pkw-Verkehrs der letzten Jahrzehnte, die gerade am Beispiel der Südosttangente deutlich wird, aber auch die Zunahme des Flugverkehrs und der daraus resultierende Ausstoß von Abgasen nicht ohne Folgen für die Umwelt bleiben.

Deshalb ist es richtig und gut, sich Gedanken über mögliche geeignete Gegenmaßnah­men zu machen. Es macht auch keinen Sinn, die Hände zu verschränken, sich zu­rückzulehnen und darauf hinzuweisen, dass die anderen auch nichts tun. Man darf und muss und hat vor allem die Verpflichtung im Interesse unserer Kinder, damit zu begin­nen, seinen Beitrag zu leisten, damit der Klimawandel nicht weiter verstärkt und durch eigenes Verschulden noch beschleunigt wird.

Man muss aber auch bereit sein, darüber nachzudenken, dass der Klimawandel nicht nur von Menschen verursacht ist, sondern durch von uns nicht beeinflussbare Faktoren ausgelöst wird. Man hat daher auch Überlegungen anzustellen, wie man sich an die neuen Gegebenheiten anpasst, sollte sich herausstellen, dass der Klimawandel nicht aufzuhalten und der Temperaturanstieg trotz aller Bemühungen nicht zu stoppen ist. (Bundesrat Schennach: … ist nicht beeinflussbar! – Bundesrat Jenewein: Wie viel Prozent Einfluss hat denn das Auto?! – Zwischenruf des Bundesrates Schennach. – Bundesrätin Mühlwerth: Der Herr Schennach kennt sich aus!)

Ehe man an die Umsetzung des Übereinkommens von Paris schreitet, sollte man sich dennoch auch über mögliche Folgen für unsere Wirtschaft und unsere Bevölkerung Ge­danken machen. Es hilft nichts, wenn durch überzogene Vorschriften Tausende Arbeits­plätze verloren gehen, weil sich andere Staaten nicht an dieses Abkommen halten. Beim Kyotoprotokoll ist es so gewesen, dass sich Kanada verabschiedet hat, und die Amerikaner haben es nicht ernst genommen, und den Chinesen war es sowieso völlig egal.

In Wirklichkeit wird es darum gehen, dass wir Maßnahmen setzen und versuchen, un­seren Beitrag zu leisten, um den Temperaturanstieg so niedrig wie möglich zu halten. Ausschließen wird man es nicht können.

Es ist also schon unsere Aufgabe und Pflicht, im Kleinen zu beginnen, Maßnahmen zu setzen und in Angriff zu nehmen, ohne darauf zu warten, was andere machen. (Ruf bei


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